Auschwitz-Exkursion, September 2017

17 Schüler und zwei Lehrer des Querfurter Gymnasiums nahmen vom 18. bis zum 22. September 2017 an einer Exkursion nach Auschwitz (Polen) teil. Nach circa 8 Stunden Busfahrt kamen wir am Montag endlich in der IJBS (Internationale-Jugend-Begegnungsstätte) an und bezogen unsere Zimmer. Nach dem Abendessen bildeten wir einen Gesprächskreis, in dem wir uns über unsere Erwartungen austauschten und Teams zur Bearbeitung verschiedener Themen bildeten.
Den roten Faden der Exkursion bildete dabei die Frage: „Wie können wir dem Holocaust 2017 gedenken?“ Sie strukturierte die folgenden Tage, in denen wir die Gedenkstätten des ehemaligen Vernichtungslagers besuchten.
Dienstag nach dem Frühstück besichtigten wir Auschwitz I: das sogenannte 'Stammlager'. Eine polnische Expertin stand uns dafür zur Seite. Wir sahen unter anderem den zynischen Schriftzug „Arbeit macht frei“ mit eigenen Augen und lernten, unter welchen schrecklichen Bedingungen die Häftlinge leben mussten.
Am Nachmittag werteten wir die Führung in einem Gesprächskreis aus. Abends schauten wir den Film „Der Junge im gestreiften Pyjama“ und diskutierten, ob sich Verfilmungen historischer Romane für die Aufarbeitung der NS-Verbrechen eignen können.
Mittwoch ging es weiter mit einer Führung durch Auschwitz II – besser bekannt unter dem Namen Auschwitz-Birkenau. Auch wenn die Eindrücke aus Auschwitz I schon erdrückend waren, so war es um ein Vielfaches beklemmender den 'Friedhof' von über eine Millionen getöteter Menschen mit eigenen Füßen zu betreten. Wieder führte uns eine polnische Expertin durch die Gedenkstätte des riesigen ehemaligen Vernichtungslagers und schilderte uns viele Einzelschicksale ehemaliger Häftlinge, die durch Vergasung, Prügel, Krankheit, Erschießungen oder Hunger aus dem Leben schieden. Wieder werteten wir diesen Tag in unserer Gesprächsrunde aus. Abends diskutierten wir, inwiefern der Film „Schindlers Liste“ für das Gedenken an den Holocaust dienlich sein kann.
Am Donnerstag Tag absolvierten wir zwei Workshops in der Gedenkstätte Auschwitz I. Einen auf Deutsch und einen auf Englisch. Wir durchstöberten beispielsweise Fotoalben der SS, welche den Alltag in Auschwitz-Birkenau belegten und lernten wieder viel über Einzelschicksale ehemaliger Häftlinge. Auch diesen Tag werteten wir in unserem Gesprächskreis aus.
„Wie können wir dem Holocaust 2017 gedenken?“ Diese Frage debattierten wir nun abschließend und kamen zu dem Fazit, dass auch unsere Generation keinesfalls das Gedenken an die systematische Massenvernichtung von Menschenleben aufgeben sollte. Denn solche perversen Praktiken dürfen sich nie wieder wiederholen!
Wir schlugen beispielsweise vor, dass für unsere Altersgruppe Formen des virtuellen Gedenkens sinnvoll wären. Dies könnte z.B. durch Snapchat-Filter ermöglicht werden, die an Gedenktagen wie dem 27. Januar (Gedenktag für die Opfer des NS-Regimes) aktiviert werden. Dadurch könnten Gleichaltrige eher für das Thema sensibilisiert werden, als durch Denkmäler oder Fernsehdebatten.
Alles in allem sammelten wir in dieser Woche detailreiche Erkenntnisse über unsere Geschichte, die wir so schnell nicht vergessen werden. Es war eine sehr interessante, aber auch bewegende Woche.
Wir danken der „Stiftung Erinnern ermöglichen“ und der Landeszentrale für politische Bildung Magdeburg für die finanzielle Förderung sowie Frau Knuhr und Herrn Zöger für die Organisation.

Lina Zenker & Christopher Giller, Sept. 2017