Ein „Wiedersehen“ ist in Sichtweite

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern und Personensorgeberechtigte, liebe Kolleginnen und Kollegen,

in den letzten Tagen gab es die ersehnte Information, dass der Schulbetrieb unter Einhaltung der bekannten Vorschriften Schritt für Schritt wieder aufgenommen werden soll. Dies bedeutet aber auch, dass wir die Schule so wie wir sie kennen zunächst nicht mehr erleben werden. Nach dem „Homeschooling“ betreten wir also wieder Neuland und es wartet eine neue Herausforderung auf uns alle, welche wir aber gemeinsam meistern werden.

1.) Schulstart für den Abiturjahrgang

Am kommenden Montag, den 20.4. erhalten unsere Schülerinnen und Schüler der 12.Klassen in gestaffelten Zeiträumen und unter Beachtung aller Sicherheitsvorschriften ihre Leistungsnachweise 12/2 sowie noch nicht zurückgegebene Klausuren und Tests. Weiterhin erfolgt die endgültige Anmeldung für die schriftlichen Abiturprüfungen, die am 4.5. beginnen. Außerdem finden am Montag für alle Kolleginnen und Kollegen (ebenfalls gestaffelt) Dienstberatungen statt, in denen es um den prüfungsvorbereitenden Unterricht für unsere 12er, die Vorbereitung und Durchführung der Abiturprüfungen sowie um die Umsetzung der neuen Erlasse vor allem unter Sicherheits- und Hygieneaspekten geht.
Vom Donnerstag, den 23.4. bis Donnerstag, den 30.4. findet dann für unsere Abiturienten Unterricht in den Fächern mit schriftlichen Abiturprüfungen nach einem Sonderplan in Haus 2 statt.

2.) Sicherheitsaspekte und Schulstart für die anderen Klassenstufen

Durch das Schreiben von Klausuren unter Prüfungsbedingungen in den Wochen der Schulschließung haben wir schon Erfahrungen gesammelt, wie die Sicherheitsvorkehrungen und Abstandsregelungen in den Klassenräumen eingehalten werden können, haben Desinfektionsmaterial usw. gekauft. Deshalb werden wir für den Unterricht ab Donnerstag gute Startbedingungen haben. Trotzdem wird es für die Schülerinnen und Schüler aber auch die Kolleginnen und Kollegen ein großes schulisches Experiment, bei welchem die Nichtgefährdung der Gesundheit an erster Stelle steht.
Deshalb sehe ich es mit einem lachenden und einem weinenden Auge, dass es für andere Klassenstufen frühestens ab 4.5. mit Unterricht in der Schule weitergeht. Das weinende Auge natürlich, weil unsere Schülerinnen und Schüler endlich wieder in der Schule lernen wollen, das lachende Auge deswegen, weil bis dahin noch viele Fragen zu beantworten und Vorbereitungen zu treffen sind und genügend Zeit bleibt. Da man von der weiteren Gültigkeit der Abstandsregelungen ausgehen sollte, werden wir so bald niemals alle Schülerinnen und Schüler gleichzeitig unterrichten können. Welche der Varianten, über die ja in den Medien eifrig spekuliert und diskutiert wird, wir am Ende anwenden werden, welchen individuellen Gestaltungsspielraum wir als Schule haben werden, wie es mit dem Schülerbusverkehr und auch der Schulspeisung weitergeht ist noch zu klären. Bitte verlassen Sie sich deshalb auf die regelmäßigen Informationen durch die Schule auf der Homepage oder auf moodle. Sobald wir neue Informationen erhalten, werde ich diese direkt an Sie weitergeben! Es gibt Stand 18.4. 14 Uhr keine weiteren Festlegungen über den Schulbetrieb ab 4.5., auch wenn in verschiedenen Chats völlig wiedersinnige Zeitpläne kursieren.

3.) Bewertungen

Je länger die Schulschließung dauert und je näher das Schulendjahr rückt, umso unsicherer werden Schülerinnen und Schüler sowie Eltern, was denn mit der Bewertung und den Endjahreszeugnissen passiert.
Auch wenn es für Sachsen- Anhalt noch keinen offiziellen Erlass zur automatischen Versetzung wie in anderen Bundesländern gibt, können Sie davon ausgehen, dass unseren Schülerinnen und Schülern keine Nachteile durch die Schulschließung und das digitale Lernen entstehen.
Es wird auf jeden Fall eine Bewertung zum Schuljahresende geben, denn wir haben ja schon Halbjahresnoten und weitere Noten. Es gibt auch noch zeitlichen Spielraum was den Notenschluss zum Schuljahresende angeht und niemand braucht besorgt zu sein, dass in kürzester Zeit viele Klassenarbeiten, Tests usw. geschrieben werden müssen.
Deshalb sollten wir unsere Energie darauf verwenden, wie wir trotz oder gerade durch Homeschooling möglichst viel Kompetenzen erwerben und in den nächsten Wochen vielleicht mit einer Kombination aus digitalem Lernen und Unterricht in der Schule das Schuljahr entsprechend den besonderen Bedingungen erfolgreich abschließen können.
Bewertungen und auch Zeugnisbewertungen drücken nur einen aktuellen Zwischenstand auf dem Weg zum Abitur aus und sind nicht entscheidend für einen möglichen erfolgreichen Schulabschluss oder Lebensweg.
Wenn Sie die verschiedenen Berichte in den Medien gesehen oder gehört haben, können Sie sich, liebe Eltern eigentlich freuen, dass ihr Kind an einer Schule unterrichtet wird, wo kontinuierlich und zielgerichtet trotz Schulschließung gearbeitet wird und vor allem stolz auf Ihr Kind sein, welches die Herausforderungen annimmt und sowohl seine fachlichen als auch digitalen Kompetenzen täglich erweitert und Verantwortung übernimmt. Deshalb sollte es auch Konsens sein, dass wir schon aus Gründen der Motivation und Anerkennung für diese Anstrengungen auf Wertschätzung und Bewertungen nicht verzichten sollten! Es sind eben keine bewertete Hausaufgaben sondern es ist bewerteter Unterricht. Trotzdem muss natürlich berücksichtigt werden, ob die technischen Voraussetzungen vorhanden sind, die Leistung wirklich selbständig erbracht wurde usw.
Deshalb wird sich durch die Bewertungen in der gegenwärtigen Phase keine Schülerin und kein Schüler außerhalb der Kursstufe in seiner Jahresnote verschlechtern, wenn er regelmäßig mitarbeitet und sich mit den Aufgabenstellungen beschäftigt, selbst wenn fiktive Teilnoten oder Zwischenbewertungen etwas anderes aussagen sollten. Andererseits muss es weiter möglich sein, sehr gute Leistungen zu honorieren und schon aus Gründen der Gerechtigkeit ist zu fordern, dass sich unabhängig von der Meinung einzelner Eltern alle Schülerinnen und Schüler im Rahmen ihrer Möglichkeiten nachweislich mit den Aufgaben und Lerninhalten beschäftigen, an Videokonferenzen beteiligen usw. Eine Nichtteilnahme ist eine Verletzung der Schulpflicht und kann dann letztlich auch zu nichterbrachten Leistungen führen. Es kann doch nicht in unser aller Interesse sein, diese vielen Wochen nur mit wenigen fakultativen Aufgaben ohne Notwendigkeit der Abgabe und ohne Bewertungschance zu füllen und diese wertvolle Zeit zu verschenken.

Ich finde es sehr gut, wenn Lehrerinnen oder Lehrer Aufgaben stellen, wo die Schülerinnen und Schüler im augenblicklich tristen Schullalltag kreativ und erfindungsreich werden und ihre digitalen Möglichkeiten austesten können. Eltern haben natürlich das Recht, hier eine andere Meinung zu haben und Bedenken zu äußern. Wenn Schülerinnen und Schüler und Eltern mit der Art und Weise und der Transparenz einer Bewertung nicht einverstanden sind, haben sie selbstverständlich ebenfalls das Recht, beim Fachlehrer diese Bedenken anzumelden oder die Transparenz einzufordern.
In meinen bisherigen Schreiben auf der Homepage bin ich ausführlich darauf eingegangen, dass wir bei Problemen miteinander kommunizieren müssen.
Leider wurde ich hier von den betroffenen Eltern wieder im Stich gelassen. Es kann wohl kein brauchbarer Lösungsansatz sein, im Glauben an völlig haltlose Gerüchte und ohne Nachfrage beim Fachlehrer, Klassenleiter oder Schulleiter sofort das Schulamt einzuschalten oder im zweiten Fall der gesamten Schule Versagen vorzuwerfen ohne den Sachverhalt geklärt zu haben.
Solch ein Vorgehen zerstört unnötigerweise Vertrauen und kostet allen Beteiligten viel Energie und Zeit, die für andere wichtige Dinge verlorengeht. Ihr Kind und Sie liebe Eltern haben sich für unser Gymnasium entschieden und wir werden alles daransetzen, ihre Erwartungen zu erfüllen. Aber gegenseitiger Respekt im Umgang muss die Basis sein.
Wir werden selbstverständlich in der Dienstberatung über die Themen Homeschooling und dessen Bewertung sprechen und Ihre ansonsten wirklich zahlreichen konstruktiven Kritiken, Gedanken, Anregungen und Hinweise berücksichtigen und nutzen um entsprechend nachzusteuern oder auch das Vorgehen zu korrigieren. Wir lernen hier alle gemeinsam und es ist hier einmal keine Phrase, wenn ich sage: „Nur gemeinsam sind wir stark!“

Liebe Schülerinnen und Schüler, unsere Schulgebäude, unsere Turnhalle, unsere Flure und die Klassenzimmer sind sehr traurig, denn es fehlen die wichtigsten Personen, nämlich Ihr!
Auch wir, Eure Lehrerinnen und Lehrer vermissen Euch sehr! Aber jeder Tag bringt uns näher an unser Wiedersehen! Unterstützt Eure Eltern in diesen schwierigen Wochen. Ab der nächsten Woche wird es diesbezüglich auch ein paar überraschende Aufgaben geben…(vielleicht sogar mit Bewertung…)

Bleiben Sie alle gesund, gelassen und stark!

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