Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern und Personensorgeberechtigte,

zunächst wünsche ich Euch schöne Ferien und auch Euren Eltern zumindest zwei möglichst lange Wochenenden mit hoffentlich schönem Frühlingswetter. In den nächsten 2 Tagen soll es ja sogar sommerlich werden.
Für die Zeit nach Pfingsten rechne ich aufgrund der aktuellen Pandemieentwicklung wieder mit Wechselunterricht, wobei diese Hoffnung durch eine Zwischeninfo des Saalekreises bestärkt wird. In diesem Fall werden wir mit der Gruppe beginnen, welche bisher einmal Wechselunterricht weniger hatte. Dies müsste die Gruppe 2 sein. Am ersten Schultag würden dann auch die nächsten Pflichttests durchgeführt werden. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage und über moodle in der Woche vor Pfingsten.
Im Haus 1 haben umfangreiche Bauarbeiten begonnen, welche uns bis zum Ende des Kalenderjahres beschäftigen werden. Es wird vorübergehend auch zu einigen  Einschränkungen kommen, weil die Heizung saniert wird, neue Fenster eingesetzt werden und auch das Gebäude wärmeisoliert und neu gestaltet wird. Auch die Eingangstreppe wird (endlich) erneuert. Unbedingt aufrecht erhalten müssen wir aber anschließend die Forderung nach einer umfangreichen Sanierung und Neugestaltung des Schulgeländes. Über den aktuellen Stand der Bauarbeiten werde ich Sie auf dem Laufenden halten.
Unser schriftliches Abitur ist bis auf zwei Ausnahmen abgeschlossen. Hier bin ich optimistisch, dass es gute Ergebnisse gibt. Natürlich war es nicht unbedingt gut, dass es in dieser Zeit wieder den Wechsel zum Distanzunterricht gab und wir unser Unterrichtssystem erneut umstellen mussten. Wie ich in meinem letzten Schreiben schon vermutet hatte, ging dies nicht ohne neue Probleme ab. In zahlreichen Gesprächen mit den Eltern, die mich teilweise auch direkt anriefen gab es viel Lob für einzelne Kolleginnen und Kollegen und wie erwartet wieder die zwei zu erwartenden Kritikpunkte, an denen wir alle gemeinsam weiter arbeiten müssen:

1.)  Das Finden des richtigen Maßes an Arbeitsaufgaben und einer übersichtlichen
       Zeitstruktur

2.)  Ein  weitestgehend  interaktives, digitales und von ständiger Kommunikation begleitetes
       Unterrichten in möglichst allen Fächern.

Die betroffenen Schülerinnen und Schüler wenden sich im Distanzunterricht dann zu Recht an die Lehrkraft, wenn sie über mehrere Wochen nur Aufgaben erhalten, die über viele Seiten des Lehrbuches gehen und sie kein entsprechendes Feedback in Form von Lösungen, Zusammenfassungen und Tafelbildern erhalten. Es muss zwar nicht immer eine Videokonferenz sein (deren Durchführung von einigen Schülerinnen und Schülern immer noch durch Nichtteilnahme, Verspätungen oder sogar absichtliches Stören beeinträchtigt wird), jedoch ist die Nutzung wenigstens einer der oben genannten Möglichkeiten der Rückkopplung eine verbindliche Vorgabe für unsere Lehreinnen und Lehrer.

Durch intensive Kommunikation zwischen den Beteiligten hat die Anzahl solcher Fälle aber weiter abgenommen.

Zwischen den einzelnen Klassen gibt es aufgrund der unterschiedlichen Bereitschaft der Schülerinnen und Schüler aktiv mitzuarbeiten große Unterschiede in der Qualität des Distanzunterrichts. Leider hängt diese Qualität oft auch von einer vertrauensvollen  Zusammenarbeit mit der Elternschaft ab. Gerade in den wenigen Klassen mit größeren Problemen erschöpfen sich die Äußerungen der Elternschaft leider mitunter in Vorwürfen und Kategorisierungen von „wichtigen und unwichtigen“ Fächern. Hier werden wir als Schule im Interesse der Schülerinnen und Schüler und beteiligten Lehrerinnen und Lehrer das Gespräch mit der Elternschaft suchen und uns auch intensiv über Entscheidungskompetenzen, Verantwortlichkeiten aller Seiten, das Einhalten von Regeln  und Notwendigkeiten im Schulbetrieb unterhalten und für alle Seiten akzeptable Lösungen finden. Von großem Nutzen werden dabei die positiven Erfahrungen und funktionierenden Strukturen und Systeme in zahlreichen Klassen und Klassenstufen sein.

Ein mehrmals angekündigter Erlass des MB zu Änderungen hinsichtlich Versetzungen und Wiederholungen steht leider immer noch aus und zusätzlich verhindert die augenblickliche Pandemiesituation direkte Gespräche vor Ort mit der Klassenelternschaft und den Beteiligten, um die richtigen Lösungen für das kommende Schuljahr zu finden. Diese Kommunikation muss aber alternativlos unser Weg in den nächsten Wochen sein.

Sicher haben Sie aus den Medien erfahren, dass es neue Möglichkeiten von Lernhilfen bis zum Ende des Kalenderjahres 2021 gibt. Wir bekommen dafür als Ganztagsschule zunächst keine zusätzlichen Mittel, können aber unsere vorhandenen Mittel und Ressourcen flexibler als bisher einsetzen und sogar die Elternschaft und ältere Schülerinnen und Schüler einbeziehen. Wichtig sind kreative Ideen, das Erfassen des Bedarfes und eine gut durchdachte aber zügige Umsetzung.
Auch die geplante Projektwoche zum Ende des Schuljahres sollte hinsichtlich ihrer Gestaltung in diese Überlegungen mit einbezogen werden.

Seit dem 7.5. darf sich unser Gymnasium offiziell Europaschule nennen. Die entsprechende Urkunde und einen Baum als Erinnerung an diese Verleihung erhielten wir am Freitag von der Staatssekretärin des MB. Mit diesem Titel bringen wir nicht nur unsere Haltung zur europäischen Bildung zum Ausdruck, sondern entsprechen vor allem unserem Leitbild, allen Schülerinnen und Schülern die Chance zu geben, ihre Talente und Stärken zu entfalten. Durch die Teilnahme an Schüleraustauschen und Erasmus- Projekten profitieren die Beteiligten in besonderem Maße von unserem breiten Sprachenangebot und bekommen durch das wirkliche  Live- Erleben von Europa neue Inputs zu erweiterten Bildungs- und Studiermöglichkeiten und lernen neue und bisher nicht gekannte und vermutete Chancen und Horizonte für ihr späteres Leben kennen. Dadurch werden auch Vorurteile und Klischees bezüglich Europa abgebaut. Was gibt es schöneres und wichtigeres, als eine Sprache dort anzuwenden und damit wirklich zu erlernen, wo sie auch gesprochen wird. Wir hoffen sehr, dass unsere geplanten und spannenden Projekte (u.a. zum Heiligen Martin in Tours die Fahrt nach Schoonhoven in den Niederlanden) bald umgesetzt werden können.

In der Gesamtkonferenz am 25.5. werde ich voraussichtlich beantragen, die bestehende Wandertagsregelung für das kommende Schuljahr auszusetzen, um allen Klassenstufen im kommenden Schuljahr eine mehrtägige Wanderfahrt zu ermöglichen. Am besten wäre dies organisatorisch in einer gemeinsamen Wandertagswoche möglich, an der alle Klassen teilnehmen. Hier haben wir als Schule auch finanzielle Mittel zur Unterstützung angesammelt. Für die Lernmotivation und das soziale Miteinander wären solche Fahrten, wenn sie denn möglich sind, unwahrscheinlich wichtig und sinnvoll. Argumente, dass ja schon genügend Unterricht ausgefallen sei, greifen hier nicht, denn Schule und Bildung im 21. Jahrhundert ist  kein reines Vermitteln und Lernen von Faktenwissen mehr. Die geforderten Kompetenzen und die angestrebte Studierfähigkeit entstehen dadurch nicht, ebenso wie es keine wichtigen und unwichtigen Fächer gibt. Gerade in solchen angeblichen „Nebenfächern“ wie Kunst, Musik, Ethik, Geographie, Psychologie usw. erreichen unsere Abiturientinnen und Abiturienten oft  ihre besten Prüfungsergebnisse.
Über die wertvollen Fortschritte unserer Schülerinnen und Schüler in der digitalen Bildung als eine der wenigen positiven Folgen der Pandemie habe ich mich bereits mehrfach geäußert.  Das Auftreten von Problemen und Verwerfungen ist in diesen Zeiten kein Grund zum Erschrecken, sie gehören zur Realität. Nicht darauf zu reagieren oder nur zu kritisieren  getreu dem Motto „Wer nichts macht, macht nichts verkehrt“ ist keine wirkliche Alternative. Entscheidend bleibt, dass wir sie angehen, schnellstmöglich lösen und gestärkt daraus hervorgehen. Unsere Schule hat in den letzten Jahren immer wieder bewiesen, dass sie dies kann.

Wir gehen wir deshalb optimistisch in die letzen Schulwochen und werden gemeinsam ohne gegenseitige Schuldzuweisungen an einer Strategie arbeiten, welche unseren Schülerinnen und Schülern weiterhin alle Chancen gibt, ihr angestrebtes Bildungsziel zu erreichen.
Wenn wir den notwendigen Grundoptimismus teilen, von einer gemeinsamen Verantwortung ausgehen und unsere Arbeit gegenseitig kritisch begleiten, wertschätzen und der jeweils anderen Seite ein Mindestmaß an Vertrauen entgegenbringen, werden wir quasi  „ eine Immunisierung“ unserer Schularbeit und Zusammenarbeit  gegen das Virus erreichen und uns wie in den letzten Jahren durch die Ergebnisse bestätigt sehen.
Mit dem aktuellen und zukünftigem Kollegium, unserem vielfältigem Schulprofil
und dem breiten Angeboten im Ganztagsbereich,  im Sprachbereich, im Wahlpflichtbereich und auch im Kurssystem selbst sind wir sehr gut aufgestellt.

Mit diesem optimistischem Ausblick wünsche ich Euch, liebe Schülerinnen und Schüler schöne Ferien und Ihnen, liebe Eltern, 16 (!!!) wunderbare Tage mit völlig entspannten und relaxten Kindern weil Homeoffice, Videokonferenzen und Aufgabenstress entfallen.

Ich gönne es Euch bzw. Ihnen von Herzen! Der Schulleiter

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