Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern und Personensorgeberechtigte, liebe Kolleginnen und Kollegen,

am vergangenen Donnerstag war offizieller Start für den prüfungsvorbereitenden Unterricht unseres Abiturjahrganges. Was die Einhaltung der Hygieneregeln betrifft, waren wir gut vorbereitet und schafften es am Ende auch, die sehr kurzfristigen neuen Informationen des Landesschulamtes umzusetzen. Selbst gekaufter Mund-Nasenschutz war dabei vorrätig und wir verteilten diesen bei Notwendigkeit auch. Mittlerweile ist auch eine Grundausstattung des Landes bei uns eingetroffen. Obwohl es zu Beginn sehr viel Unsicherheit der Sicherheit gab und es nach wie vor keine Maskenpflicht an Schulen gibt, einigten wir uns sehr schnell, dass alle Beteiligten freiwillig beim Betreten der Schule und in den Fluren einen diesbezüglichen Schutz tragen, dieser aber beim Sitzen in den Räumen unter Beachtung der Abstandsregeln abgenommen werden darf ( Die deutsche Bildungsministerin hat heute übrigens einen fast identischen Vorschlag veröffentlicht).
Bitte beachten Sie, dass der Einlass in die Schule ab Montag definitiv nur erfolgen kann, wenn der Fragebogen vollständig ausgefüllt vorliegt, alle Fragen mit Nein beantwortet wurden und von den Schülerinnen und Schülern sowie bei Minderjährigen auch von den Eltern unterschrieben wurde.
Diesen Fragebogen haben alle Schülerinnen und Schüler erhalten und die Verneinung der Fragen war an unserer Schule schon am Donnerstag und Freitag Teilnahmevoraussetzung.

Mein persönlicher „Held“ dieser Woche ist ein Vater, der der zwei Kinder an unserem Gymnasium hat (7./9.Klasse). Er benannte in einer Mail an mich deutlich die Punkte im „Lernen auf Distanz“ (der offizielle Begriff für unser Homeschooling), die problematisch sind. Er nannte dabei u.a. die Häufung der Aufgabenstellungen in kurzen Zeiträumen, die Unübersichtlichkeit in den digitalen Klassenzimmern, zu viel Stoff in manchen Fächern und zu wenig Festigung und Zusammenfassungen sowie ungünstige Abgabezeiten. Es war eine kritische, aber sehr konstruktive, sachliche und gleichzeitig wertschätzende Mail, mithin eine Kommunikation die uns voranbringt. Sich trotz Unzufriedenheit nicht nur zu beschweren, sondern Vorschläge zur Lösung zu benennen und sich trotzdem für die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer zu bedanken ist schon eine große Geste! Er benannte nicht zufällig neben dem für uns weiterem Problem der Bewertung der Leistungen genau die Punkte, welche ich ohnehin in der Dienstberatung mit meinem Kollegium besprechen wollte.
Schon aufgrund des mittlerweile mehrwöchigen „Lernens auf Distanz“ und der realen Aussicht, dass es zumindest als Kombination mit Lernen vor Ort noch eine Weile eine große Rolle spielen wird, müssen Feedbackmöglichkeiten, Festigung der Lerninhalte, Videokonferenzen, das Hochladen von Zusammenfassungen und Tafelbildern einen immer größeren Raum neben den üblichen Aufgaben einnehmen. Viele unserer Kolleginnen und Kollegen betreten hier ebenfalls Neuland, sind also im besten Sinne auch Lernende und werden hier von Woche zu Woche besser und sicherer. Ein gegenseitiges Geben und Nehmen sowie Kommunizieren aller Beteiligten bleibt für mich ohne wirkliche Alternative. (Ich möchte ungern alternativlos gebrauchen.)
Ohne wirkliche Alternative bleibt für mich auch, auf Bemerkungen von (ganz wenigen) Eltern in sozialen Medien nicht direkt zu reagieren. Auf diese Bemerkungen wurde ich ebenfalls in dieser Woche aufmerksam gemacht. Zurückhaltend bleiben muss ich sogar dann, wenn man Lehrerinnen und Lehrer als „Kurzarbeiter“ bezeichnet, weil man angeblich deren Arbeit machen müsse. Ich kann allerdings sehr gut beurteilen, mit welchem Selbstverständnis und auch viel Enthusiasmus die meisten Kolleginnen und Kollegen ihren „digitalen Weg“ gehen, obwohl sie dabei natürlich auch Fehler machen (müssen).
Ebenso kann ich auch die (etwas süffisanten?) Bemerkungen am selben Ort über die angeblichen „ Denk- und Rechtschreibfehler des Rektors“ gelassen hinnehmen, da ich hinsichtlich meiner eigenen Arbeit ein durchaus gutes Gewissen habe. Die Mitteilung meiner Denkfehler wäre aber schon wichtig, denn ich lerne gerne dazu.

(Meine sprachlichen Kompetenzen reichen durchaus aus, um mich ordentlich auszudrücken. Ich hoffe, dass Sie mir den einen oder anderen Druckfehler oder ein „e“ zu viel nachsehen und eine Diskussion darüber wäre bei den gegenwärtigen Problemen widersinnig. Jetzt habe ich übrigens das Wort richtig geschrieben. Außerdem scheue ich mich im Unterschied zu manch anderen nicht, die neue Rechtschreibung konsequent anzuwenden. Gegenwärtig plane ich auch nicht vor Veröffentlichung eine Nachkorrektur vornehmen zu lassen. Dafür ist mein Selbstbewusstsein noch nicht erschüttert genug.)

Eine mögliche Folgerung könnte sein, dass sich jeder Einzelne nicht zu wichtig nehmen sollte. Eine weitere Folgerung sollte sein, dass bei allem Ernst der gegenwärtigen Lage wir unsere Fähigkeit zum Humor, „ zum einmal auf die Schippe nehmen lassen“ und zur Ironie, zum Lachen, zum kontroversen Diskutieren und Streiten um den besten Weg unbedingt bewahren müssen.
(„Ein bisschen Spaß muss sein“ singt noch heute ein ehemals bekannter Schlagersänger.)

Der gegenseitige Respekt und die Wertschätzung der anderen Seite dürfen dabei aber nicht verloren gehen.

In der MZ stand am Freitag ein für unsere Schule etwas „unglücklicher“ Artikel über die Schulöffnung an verschiedenen Schulen im Saalekreis. Aufgrund des wenigen Platzes für das Gymnasium Querfurt wurde unseren Schülerinnen und Schülern vor Betreten der Schule nur die Frage gestellt, wie sie sich durch das Homeschooling auf die Prüfung vorbereitet fühlen. Da nur 3 Schülerinnen und Schüler insgesamt antworteten, könnte man die nun veröffentlichten, wenig repräsentativen und sehr kurz gefassten Antworten so interpretieren, dass man sich durch die Schule hier eben nicht genug unterstützt gefühlt habe.
Für unsere Schule ist dies kein Weltuntergang, aber gerade für unsere Oberstufenkoordinatorin, welche für die Abiturientinnen und Abiturienten ständig erreichbar ist und die engagierten Kolleginnen und Kollegen, die in der Abiturstufe unterrichten ist dies eine ungerechtfertigte Kritik. Dies bestätigten mir auch die Schülerinnen und Schüler der 12.Klassen am Freitag persönlich noch einmal. Im Gegenteil sie sind froh darüber und sehr dankbar, dass sie sich in ihrer letzten Schulwoche nochmals intensiv und ausführlich durch einen effektiven Zeitplan mit ihren Lehrerinnen und Lehrern vor Ort auf die Prüfungen vorbereiten können. Dies geschieht längst nicht an allen Gymnasien mit dieser Intensität und Ausführlichkeit.
Die Schlussfolgerung aus diesem „Vorkommnis“ könnte lauten:
Auch Kommunikation nach außen will gelernt und trainiert sein und ist längst nicht so einfach wie mancher denkt.
Wir sollten in dieser Zeit auch Rückschläge und Verwerfungen einfach mal hinnehmen bzw. sie in ihrer Bedeutung richtig einordnen. Jetzt heißt es sich zu fokussieren auf den 4.Mai und den Beginn der schriftlichen Prüfungen.
Für welchen weiteren Schuljahrgang oder sogar welche Schuljahrgänge sich unser Gymnasium demnächst wieder öffnet kann ich Ihnen auch heute trotz vieler Gerüchte noch nicht sicher sagen. Lassen Sie uns auch wenn es zunehmend schwer fällt gelassen und optimistisch bleiben. Im Augenblick können wir durchaus froh darüber sein, dass im Leben nichts so bleibt wie es ist. Ich habe ein deshalb ein gutes Gefühl, wenn ich jetzt schon mal ins Jahr 2021 schaue. Vor meinen Augen sehe ich da zum Beispiel alle Schülerinnen und Schüler mit einem eigenen kostenlos vom Land erhaltenen neuen Tablet in der Schule und auch zu Hause arbeiten. Man hat endlich die mehr als gerechtfertigte Notwendigkeit eingesehen, diese Gruppe als unser wichtigstes Zukunftspotential nicht mehr im Regen stehen zu lassen und auch für diese einen „Rettungsschirm gespannt“. Ich hoffe, dass ich Sie alle mit meinem Optimismus „anstecken“ darf.
(Schön wäre auch ein Impfstoff, der die Übertragung negativer Dinge verhindert, vor Viren schützt, aber die Ansteckung mit Optimismus, Lebensfreude und Menschlichkeit ermöglicht. Der Nobelpreis für deren Erfinder wäre wohl sicher.)

Nehmen Sie bitte heute einmal nicht alles ernst, was ich geschrieben habe. Alle Auslassungen, welche durch (…) begrenzt sind, hätten Sie beim Lesen deshalb auch weglassen können. Vielleicht schmunzeln und diskutieren Sie darüber oder Sie polemisieren dagegen. Dann hätte ich neben den wichtigen Informationen mein heutiges Ziel erreicht.

Mein sehr ernster und ehrlicher Wunsch:
Kommen Sie in allen Dingen die Ihnen wichtig sind gut durch die nächsten Wochen!!!

(Letzte Anmerkung: Ich hoffe mein Artikel ist heute weitestgehend fehlerfrei. Ich nehme Korrekturhinweise gerne entgegen. So weiß ich wenigstens, dass er gelesen wurde…)
(Allerletzte Anmerkung: Die nächsten Informationen sind garantiert wieder humor- und ironiefrei)

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