Januar 2011 – ein Wintermonat der anderen Art

Gleich zu Beginn, ob die Bauernregeln in Erfüllung gehen?
Denn diese besagen für einen Januar wie den vergangenen unter anderem Folgendes:
  1. hKommt der Frost im Januar nicht, zeigt im März er sein Gesicht.
  2. hWächst das Gras im Januar, ist's im Sommer in Gefahr.
  3. hHat der Januar viel Regen, bringt's den Früchten keinen Segen.
Der Januar 2011 war in Querfurt im Vergleich zu den bisher aufgezeichneten Jahren um mehr als 3°C wärmer, es fiel mehr Niederschlag und die Sonne verwöhnte uns. Insgesamt gab es nur 5 richtige Frosttage, d.h. an diesen Tagen kletterte das Thermometer
nicht über 0°C.
Mit den milden Luftmassen ab dem 6. Januar wurde die gesamte Schneedecke um Querfurt abgeschmolzen, so dass Felder unter Wasser standen und noch stehen, sowie Flüsse über die Ufer traten. Ganz deutlich haben wir es an der Unstrut gesehen, hier reichte das Wasser fast bis an die Deichkrone. Unsere kleine Querne bereitete zum Glück keine so großen Probleme.
Das Wasser auf den Feldern zieht sich auch nur langsam zurück, da der Grundwasserspiegel angestiegen ist und damit das Wasser nicht ablaufen kann. Beeindruckend für uns sind die vielen Vögel vor allem auch die Möwen, die sich auf den wie Seen anmutenden Feldern befinden.
Normalerweise hat Väterchen Frost die Natur im Januar fest im Griff. Jedoch durch seine Lockerung in diesem Jahr konnten wir die Vorboten des Frühlings schon bemerken. Die Kohlmeisen haben läutend gerufen, die Buntspechte gehämmert und es lugten die ersten Schneeglöckchen Ende Januar hervor. Die Natur scheint in den Startlöchern zu sitzen.
Da kein Schnee mehr liegt, können wir auch die Knospen der Gehölze genau in Augenschein nehmen. Jede Gehölzart kann man nämlich nicht nur an der Blattform, sondern auch am Aussehen der Knospen erkennen. Die Hasel zeigt zum Beispiel jetzt ihre Blütenkätzchenknospen. Auch für Knospen gibt es Bestimmungsbücher und wenn man durch den im Moment noch kahl und monoton erscheinenden Wald geht, kann man die Vielfalt der verschiedenen Strauch- und Baumarten bemerken.
An sonnigen Tagen kann man sogar schon Insekten sehen. Die Winterlibelle unterbricht dann nämlich ihre Winterruhe und fliegt herum, was ihr auch ihren Namen eingebracht hat.
Wir beobachten nun das Wetter und die Natur weiter und werden sehen, ob die alten Bauern recht haben.
Auch haben wir schon ein erstes „Klimadiagramm“ für Querfurt erstellt. Es ist aber noch kein richtiges, da man von 30 Jahren die Mittelwerte der Temperaturen und den Niederschlag der Monate sammeln muss. Unsere Wetterstation hat erst 2 vollständige Jahre (2009 und 2010) aufgezeichnet. Die Niederschläge haben wir mittels Säulen dargestellt, die Temperaturen mit einer Kurve.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt