Februar 2011 – der Frühling klopft an die Tür

Der Februar war von den Temperaturen her gar nicht so ungewöhnlich. Seitdem Wetteraufzeichnungen in Querfurt erfolgen, gab es schon einen wärmeren (2009) und kälteren Februar (2010). Jedoch waren die Sonnenscheindauer und die Niederschlagsmenge ungewöhnlich – die Sonne schien über 40 Stunden länger – und es fiel bedeutend weniger Niederschlag (ein Viertel der Menge von 2010 bzw. ein Fünftel von 2009).
Die  Bauernregeln sagen dazu folgendes:
Bis jetzt sieht es nicht so aus, als ob es im März kälter wird, auch wünscht man sich schon wieder Regen.
In unserem letzten Artikel haben wir das „Klimadiagramm“ von Querfurt erklärt. Sicherlich ist es noch kein richtiges, aber das erste von Querfurt. Es wurde leider nicht veröffentlicht, so dass wir es nachreichen.
Der meteorologische Frühling hat am 1. März begonnen, der astronomische Frühlingsanfang ist am 21. März um 00.22 Uhr MEZ, er wird durch die Tag- und Nachtgleiche und durch den Zenitstand der Sonne auf dem Äquator markiert.
Auf den Frühling warten die Menschen und die Natur. Bei den Menschen stellen sich Frühlingsgefühle durch die steigende Lichtintensität ein. Ebenfalls zieht es Naturliebhaber und Wanderer ins Freie, und viele sammeln Frühlingskräuter wie beispielsweise Bärlauch zur Auffrischung der spätwinterlichen Küche. Es soll aber auch Menschen geben, die an Frühjahrsmüdigkeit leiden.
Die Natur ist auf keinen Fall müde. Die Erdkröten starten zu ihren Laichgewässern, im Wald wird es langsam laut vom Vogelgezwitscher, die unterirdischen Zwiebelknollen verwandeln die Wiese zu einem Blütenmeer von Krokussen. Wilde Krokusse kommen ausschließlich in den gemäßigten Breiten Europas und Asiens sowie in Nordafrika vor. An einigen Stellen wachsen sie auch in Deutschland in freier Natur, diese sind aber fast ausschließlich auf Anpflanzungen in früheren Zeiten zurückzuführen.
Doch die Krokusfreude ist nicht bei allen Menschen ungetrübt. Mancher Gartenbesitzer stellt ärgerlich fest, dass Blüten abgerissen umherliegen. Für diese „Verwüstungen“ sind die Revierstreitereien der Amseln, die Ende Februar/Anfang März ihren Höhepunkt erreichen, verantwortlich. Noch vor 200 Jahren lebten sie scheu im Wald. Heute finden wir sie in Städten, Gärten und Parkanlagen. Hier stecken die stimmfreudigen, schwarz gefiederten Männchen mit gelborangen Schnabel die Reviergrenzen neu ab. Wenn nun ein Krokusbeet im Grenzbereich zweier Reviere liegt, sind die gelben Blüten die Auslöser für die Aggressionen der Amselhähne. Die Farbe der Blumen ähnelt nämlich der der Schnäbel der möglichen Konkurrenten.
Wegen der vielen frostigen Nächte erblühen die Märzenbecher im Märzenbechtertal von Landgrafroda dieses Jahr später, vielleicht werden es diesmal „Aprilbecher“?

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt