Wetterrückblick
April, April – der weiß nicht, was er will.
Das gibt es nicht mehr in Querfurt!


Der April ist überhaupt nicht mehr launisch. Ein Hochdruckgebiet nach dem anderen „regierte“ und diese brachten beständiges sonniges und trockenes Wetter im letzten Monat.  Ostern war der Höhepunkt. Die April der letzten 3 Jahre unterscheiden sich kaum. Der größte Unterschied wird noch in den Niederschlägen deutlich. Vielleicht verändert sich der April zum ersten Frühsommermonat?
Hier ist der Vergleich einiger Werte, die von unserer Wetterstation aufgezeichnet wurden:

April 2009

April 2010

April 2011

T min

0,7 °C

1,3 °C

1,4 °C

T max

23,0 °C

24,5 °C

24,9 °C

Ø-Temperatur

12,2 °C

9,0 °C

12,3°C

Monatsniederschlag in mm

38,1

19,0

12,0

Sonnenstunden

269,5

245,4

261,7

Die langjährige Durchschnittstemperatur für den Monat April beträgt in Deutschland 7,4 °C. Für Querfurt bedeutet dies, dass wir für diesen April fast 5 Grad darüber liegen.
Und 12 mm Niederschlag im Monat bedeuten, dass gerade einmal  12 Liter Niederschlag auf einen Quadratmeter fielen und dies auch noch ganz ungleichmäßig verteilt an nur 3 Tagen. Für die Landwirte, Gärtner ebenso für die Wälder ist das eine Katastrophe, zumal von Januar bis März auch nur 42,9 Liter (Ø pro Monat 14,3 mm) fielen. 2010 waren es bis dahin 73,2 mm und 2009 sogar 88,9 Liter je Quadratmeter.
Der Mai setzt sich fast in dieser Manier fort, die Eisheiligen kamen zu früh, so dass der ausgetriebene Wein zum Teil erfroren ist, dann ist es wieder sommerlich warm und weiter trocken.
All das setzt auch die jungen Vogeleltern unter Stress. Sie haben nämlich alle Schnäbel voll zu tun. Nester müssen gebaut und hungrige Kinderschnäbel gestopft werden. Forscher haben zum Beispiel die Zaunkönige genau beobachtet. Das Zaunkönigweibchen kümmert sich allein um den Innenausbau des Nestes. In einem Fall soll es 498 Hühnerfedern gesammelt und dabei 204 Flugkilometer zurück gelegt haben. Noch aufwändiger ist das Versorgen der Zaunkönigkinder. Wenn sie schlüpfen, wiegen sie gerade mal ein Gramm und werden 8 Mal pro Stunde! gefüttert. Nach 2 Wochen müssen die Eltern 25 bis 40 Mal in der Stunde das Nest anfliegen um ihre nicht satt zu kriegenden Kinder zu füttern. Dies alles bedeutet, anfangs sind es 70 bis 180 Mal Nestanflug pro Tag und am Ende der sogenannten Nestlingszeit 300 bis 550 Fütterungen. Da haben es unsere Eltern viel einfacher.
Im Ziegelrodaer Forst duftet im Moment an einigen Stellen das Maiglöckchen. Es wächst besonders gern in Laubwäldern, bevorzugt in Buchenwäldern. Dort wo es wächst, steht es meistens in größeren Beständen. Aus dem Wurzelstock treiben im Frühjahr lange, ovale Blätter mit Spitze heraus. Sie sind paarweise zusammengewachsen. Zwischen den beiden Blättern wächst ein Blütenstängel. Die kleinen weißen Blüten hängen einseitig. Sie sehen wie Glöckchen aus und duften sehr stark und angenehm. Später entwickeln sich aus den Blüten leuchtend rote Beeren. Achtung: Das wildwachsende Maiglöckchen steht unter Naturschutz. Wir pflücken es nicht, auch machen wir keine Medikamente daraus – früher war es nämlich ein Allheilmittel, doch seine Giftigkeit hat seinen Einsatz in der Medizin damals zum Erliegen gebracht. Heute wird es jedoch wieder verwendet.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt