Wetterrückblick – Juni 2011
Erster meteorologischer Sommermonat und Dürreperiode geht endlich zu Ende

Nur zu Beginn und zum Ende konnten wir uns über richtig sommerliche Tage freuen. Ab dem 27. Juni wurde es richtig heiß, diese kurze, aber heftige Hitzewelle brachte uns die bisher höchsten Temperaturen des Jahres und das erste Hitzefrei. Im restlichen Monat überwog eine sehr unbeständige, zeitweise auch etwas kühlere Witterung und am 22.6. ging ein heftiges Gewitter über Querfurt nieder. Wir hatten Glück, aber in anderen Gebieten unserer Region traten sogar extreme Wetterereignisse wie orkanartige Böen und Starkregen auf, die ganze Bäume entwurzelten und Straßen überfluteten. Und nach dem längsten Tag des Jahres, dem  21. Juni, werden die Tage langsam wieder kürzer, leider.
Seit nun mehr als 3 Jahren existiert unsere Wetterstation, das bedeutet – zum ersten Mal können wir vier Juni miteinander vergleichen. Dabei ist zu erkennen, dass es einige, aber nur geringe Unterschiede gibt. Der Juni 2011 war der zweitwärmste (2008 – Durchschnittstemperatur von 17,8 °C, dabei war die niedrigste Temperatur geringer – 6,8°C), die Sonnenscheindauer war die „zweitkürzeste“,  aber der Niederschlag war im Vergleich zu den anderen Jahren am höchsten.
Immerhin gab es im Juni 2011 einige Hochsommertage (Hochsommer ist im Juli und August, es ist sehr warm und trocken, Hochdruckwetterlage herrscht vor).  Auch phänologisch gesehen belegten die Blüte der Winterlinde und  das Reifen der Stachel- und der Johannisbeeren in unseren Gärten den Hochsommer.
Leider begann dafür der Juli recht herbstlich und ließ uns schon wieder am richtigen Sommer zweifeln.   
Für uns Schulkinder haben die wohlverdienten Sommerferien begonnen. Eine Störung des Ausschlafens am Morgen durch ein intensives Zwitschern der Vögel ist nicht mehr zu befürchten, denn in der Natur wird es im Juli recht still. Dafür können wir an warmen Sommerabenden mit etwas Glück Glühwürmchen beobachten und auch viele andere Käfer und Nachtfalter, die in der Dunkelheit unterwegs sind.
Übrigens - das weiße kalte Licht, welches die Glühwürmchen selbst erzeugen  dient ihnen dazu, den  jeweiligen Geschlechtspartner zur Paarung zu finden. Aber keine Angst. Von den Käfern geht keine Gefahr für einen möglichen "Lichtsmog"  aus. Die pro Tier ausgesendete Lichtmenge entspricht nur etwa einem Tausendstel der Lichtmenge einer Kerze. Dagegen wird ein Wirkungsgrad von 95% erreicht. Nur 5 % der  von den Glühwürmchen frei gesetzten Energie wird in Wärme umgewandelt. 
Eigenartiges Schnaufen nach Einbruch der Dämmerung, das nicht gleich auf ein Tier schließen lässt, verrät mit großer Wahrscheinlichkeit einen stachligen Säuger in der Nähe. Es wird sich um ein Igelmännchen handeln, welches ebenfalls auf Brautwerbung ist.
Auch bei den Amphibien kann man Interessantes beobachten. Erdkröten und Grasfrösche schließen  ihre Metamorphose ab, d.h. aus der riesigen Zahl von Kaulquappen sind winzig kleine Kröten oder Frösche geworden, die die Gewässer verlassen und an Land wandern. Sie haben eine Größe von ca. 0,6 - 1 cm und wandern dann in ihr Sommerquartier. Oft warten sie mit dem Start der Wanderung auf den nächsten Regen. Erst zur Fortpflanzung nach etwa 4 bis 5 Jahren, denn so lange dauert es, bis die Jungtiere geschlechtsreif sind, kehren sie in ihre eigenen Laichgewässer zurück.
Eine alte Bauernregel besagt: Ist der  Juli kühl und nass, leere Scheuer, leeres Fass.
Meist ist der Juli jedoch warm, aber oft auch nass.
Wir werden beobachten und berichten, wie sich das Wetter über den Sommer entwickelt und welche Auswirkungen es auf die Tier- und Pflanzenwelt haben wird.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt