Wetterrückblick  und Naturbeobachtungen in und um Querfurt
Juli 2011 – sonnenscheinarm, feucht und kühl
Der Sommer legt eine Pause ein!


Ungemütlich wie der Juli begann, verabschiedete er sich auch. Vor allem am 13.  des Monats regnete es wie aus Eimern und wirklich richtiges Badewetter gab es während des angeblichen Sommermonates kaum. Zum Glück können wir aber auch sagen, dass wir von den Regenmassen des Tiefs „Otto“ zu Beginn des letzten Julidrittels verschont wurden.
Der diesjährige Juli war der erste zu kühle Monat im Jahr und dazu noch der kühlste und feuchteste Juli, der bisher in Querfurt registriert wurde.
Zum Vergleich sehen Sie die bisher gemessenen Juliwerte unserer Wetterstation.
Durchschnittstemperaturen und Niederschlagsmenge im Juli:

Juli des Jahres

Durchschnittstemperatur in °C

Niederschlagsmenge in mm

2008

18,9

56,7

2009

18,8

76,2

2010

20,8

68,4

2011

17,0

124,2


Es war ein typisch wechselhaftes Westwindwetter. Vom Atlantik kamen viele Tiefausläufer, die zunächst warme Luft brachten, in ihrem Schatten aber auch kühle Luft ansaugten. Die Luftmassen prallten dann aufeinander und sorgten für Temperaturstürze und feuchtes Wetter.
Trotzdem konnte man an einigen Tagen den Hochsommer tatsächlich riechen. Insbesondere die Lindenblüten verströmten einen betörenden Duft. Dadurch, dass zunächst die Sommerlinden und anschließend die Winterlinden blühen, hält der Duft auch recht lange an.
Von anderen Pflanzen gehen die Gerüche dagegen von den Blättern aus. Ein typisches Beispiel für eine Pflanze des Hochsommers, von der Blattdüfte in der Sommerluft liegen, ist der Lavendel. Er bevorzugt vollsonnige, trockene und nährstoffarme Böden und ist in der Anwendung ein wahrer Alleskönner. Wegen der langen Blütezeit bis weit in den Spätsommer erfreut er uns einerseits im Staudenbeet und kann aber zum Beispiel auch als Duftstoff, Kosmetiköl, Küchenkraut oder zum Vertreiben von Motten genutzt werden.  Als ätherisches Öl soll Lavendel auch bei Insektenstichen antiseptisch und schmerzlindernd wirken.         
Überall ist im Monat August die Ernte des Getreides und des Rapses auf den Feldern unserer Umgebung im vollen Gange. Leider sind die Ernteerträge nicht so, wie es sich die Bauern gewünscht haben. Insbesondere die lange Trockenheit im Mai führte unter anderem dazu, dass der Ölgehalt im Raps wesentlich geringer ist als in einem durchschnittlichen Jahr.
Auch die zweite Heuernte auf den Wiesen steht an. Auf den freien Feldern und den abgemähten Wiesen kann man dann verstärkt rüttelnde Turmfalken beobachten,  die nach Mäusen spähen. Aber auch Rotmilane und Mäusebussarde ziehen in Familien­verbänden umher.
Unsere Zugvögel erneuern ihr Federkleid in der Mauser und sammeln nach anstrengender Fortpflanzungszeit Kräfte für die Reise. Besonders Holunderbeeren und Beeren der Eberesche, die im Spätsommer reifen, bilden eine bedeutende Nahrungsgrundlage für viele Vögel. So können diese schnell Kraftreserven für die ersten Etappen des Vogelzuges erlangen. Holunderbeeren werden zum Beispiel von  Mönchsgrasmücken und Hausrotschwänzen und die Ebereschen von Singdrosseln vernascht.
Als erste Zugvögel fliegen  Pirol und Mauersegler ab.
Wir werden versuchen, den  Abflugtermin der Mauersegler in unserer Umgebung genau zu erfassen.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt