Wetterrückblick: Der September in Querfurt – ein fast nachgeholter Sommer!

Temperaturen wie im Sommer, durchschnittlich 8 Stunden Sonne pro Tag, sehr heftige Regenfälle und einen wunderschönen Altweibersommer hatte der September des Jahres 2011 zu bieten.
Wir wurden zum Glück  wieder wie im August von den schweren Gewittern verschont. Am 11. September zerschlug der Hagel Dächer, Autobahnen wurden überflutet und sogar ein Tornado zog über Gebiete  Sachsen-Anhalts hinweg. Bei uns fiel an nur zwei Tagen fast der gesamte Niederschlag des Monats, die Regenmenge in diesem Monat war etwas überdurchschnittlich (Ø von 2008 bis 2010 – 56,9 mm) die Durchschnittstemperatur wurde um 2°C (Ø bisher 13,6°C) überschritten und die Sonne schien 80 Stunden mehr als im bisher gemessenen Mittel (Ø 157,5 Stunden). Verantwortlich für diese Witterung waren zunächst die Auswirkungen des Hurrikan Katia, der zuerst an der Ostküste Nordamerikas sein Unwesen trieb und dann in abgeschwächter Form nach Europa zog sowie das standhafte Hochdruckgebiet „Sepideh“ zum Ende des Monats. Es war ein richtiger Altweibersommer mit Nebel am Morgen, Sonne tagsüber und kühlen Temperaturen in der Nacht. Wir haben ihn genossen und außerdem konnten wir noch einige Neupflanzungen in unserem phänologischen Garten und im Schulhof des Hauses 2 vornehmen.
Bevor im Dezember  der Winter Einzug hält, präsentieren sich viele Pflanzen im Herbst von einer besonders schönen Seite. Sie erstrahlen in vielen Farben, nur das Grün scheint in diesem Zeitraum aus der Mode zu kommen. Jedoch dauert der „Indian Summer“ oder der goldene Herbst  nicht lange. Bald fallen die Blätter. Die Pflanzen richten sich auf den winterlichen Wassermangel ein. Ein großer Teil des durch die Wurzeln aufgenommenen Wassers wird in den wärmeren Monaten über die Blätter verdunstet. Im Winter bei gefrorenem Boden entsteht die so genannte Frosttrocknis, da der Wassernachschub ausbleibt. Langsam würden die Pflanzen vertrocknen. Aber sie entledigen sich einfach ihrer Blätter und stoppen damit die Wasserabgabe.
Das Laub, das dabei anfällt, ist kein Abfall, sondern gut kompostierbare Biomasse. Den Garten müssen wir oder unsere Hausmeister nicht perfekt aufräumen. Laubhaufen und kleine Holzstapel sind gut geeignet als Unterschlupf für Kleintiere, wie zum Beispiel für die Igel.
Gärten sind also für die stachligen Gesellen  wichtige Lebensräume. Das Nahrungsangebot wird für sie schon ab Mitte Oktober knapper und die älteren Tiere beginnen bereits ihr Winternest zu bauen. Manche Jungigel versuchen noch weiter mit der Jagd auf übrig gebliebene Insekten Fettreserven aufzubauen. Man sollte sie dennoch nicht aus falsch verstandener Fürsorge aufnehmen. Erst wenn ein Igel auffallend unterernährt oder krank aussieht, sollte man ihn versorgen oder zu einer Igelstation (in Sachsen Anhalt in der Lutherstadt Wittenberg oder beim NABU nachfragen) bringen. Ein unterkühlter Igel wird mit einer in einem Frotteehandtuch umwickelten, lauwarmen Wärmflasche gewärmt. Wichtig ist ebenfalls, dass er abwechslungsreich ernährt wird. Igelfutter soll eiweiß- und fettreich sein und unbedingt Ballaststoffe enthalten. Einen Tierarzt muss man aufsuchen, wenn der Igel in der Nacht nach der Aufnahme nicht gefressen hat.
In Deutschland ist es verboten, Tiere besonders geschützter Arten – zu denen auch der Igel gehört – der Natur zu entnehmen. Es ist jedoch erlaubt, hilfsbedürftige Igel sachgemäß aufzuziehen bzw. gesund zu pflegen. Ziel jeder Igelhilfe ist es, die Tiere so schnell wie möglich gesund in die Freiheit zu entlassen.
Sie sehen, wir achten auf in diesem Herbst besonders auf die Igel.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt