Wetterrückblick: Ein richtig goldener Oktober

In diesem Monat gingen die Temperaturen in Querfurt ständig auf und ab, dennoch begann der zehnte Monat mit Wärmerekorden – es gab immerhin noch 3 richtige Sommertage mit 25°C und mehr. Außerdem hat an 25 Tagen die Sonne über Querfurt gelacht. Mit etwas mehr als 183 Stunden wurde das bisherige Querfurter Mittel um mehr als 40 Stunden übertroffen.
Die Durchschnittstemperatur von 9,6°C war nicht viel höher als die Jahre zuvor, ungewöhnlich war an diesem Oktober nur, dass noch nie so niedrige und so hohe Temperaturen gemessen wurden.  
Unsere Wetterstation existiert aber erst seit knapp vier Jahren. Deshalb sind diese Referenzwerte noch nicht unbedingt so aussagekräftig. 
Sonne und warme Temperaturen – der diesjährige Oktober hatte auch seine Niederschläge, wenn auch weniger als in unserem vierjährigen Durchschnitt. Mit 16 gemessenen Litern waren es weniger als 50 Prozent.
Herbst und Sturm werden oft gleichgesetzt. In diesem Jahr gilt dies bisher nicht. Die höchste Windspitze war am 6.Oktober mit 85 km/h, der Donnerstag an dem das Überbleibsel des Hurrikans „Orphelia“ über Deutschland zog.
Die alte Bauernregel „September warm, Oktober kalt“ traf dieses Jahr nicht zu. Wir wünschen uns aber, dass auch andere Wetterregeln außer Kraft gesetzt werden. Da heißt es nämlich: „Ist der Oktober warm und fein, kommt ein scharfer Winter hinterdrein. Ist er aber nass und kühl, mild der Winter werden will.“ und „Warmer Oktober bringt fürwahr uns einen kalten Februar.“
Auch der November verspricht wenigstens zum Teil golden zu werden. Oft hängt in diesem Monat  tage- oder sogar wochenlang Nebel über der Landschaft. Deshalb wurde der November früher auch "Nebelmond" oder "Nebelung" genannt.
Die Ursachen von Nebel können unterschiedlich sein,  doch hat seine Entstehung immer mit dem Wasserdampf in der Luft zu tun. Kalte Luft kann weniger Wasserdampf aufnehmen als warme. Wenn sie unter eine bestimmte Temperatur, den sogenannten Taupunkt, absinkt, muss sie daher einen Teil des in ihr enthaltenen Wasserdampfes abgeben. Der Wasserdampf kondensiert und es entstehen winzige Wassertröpfchen.  In den Herbstnächten kühlt die Luft schon stark ab und morgens bleibt es noch lange frisch. Das sind die besten Voraussetzungen für die Wasserdampftröpfchen, die unter diesen Bedingungen in der Luft schweben und die Sicht verringern. Erst ab einer Sichtweite unter 1.000 Metern sagt man Nebel, darüber spricht man von Dunst.
Warum ist dann aber der November der nebelreichste Monat? Im Dezember sind die Nächte doch länger und meist kälter. Das liegt daran, dass die Luft im ersten Wintermonat schon so abgekühlt ist, dass sie nur noch wenig Wasserdampf enthält, aus dem sich Nebel bilden kann. Im Herbst ist sie dagegen noch warm genug, um genug Wasserdampf aufnehmen zu können, der dann bei Abkühlung kondensiert.
Wir werden in unseren nächsten AG-stunden ein Kiefernzapfen-Hygrometer basteln. Denn ein Blick auf das Hygrometer sagt uns, ob wir im Herbst und Winter einen Regenschirm oder ein Regencape mitnehmen müssen. Wie basteln wir dieses?
Wir befestigen einen festen Faden an der dicken Seite des Zapfens und hängen ihn mit der Spitze nach unten draußen auf. Am besten eignet sich dafür ein Dachgiebel oder überdachter Balkon bzw. Türeingang, unter denen das Zapfenbarometer vor dem Regen geschützt ist. Wird das Wetter schön und die Luft trocken, öffnet sich der Zapfen. Wenn Regen und feuchte Luft im Anmarsch ist, schließt er sich.
Das liegt an der empfindlichen Reaktion der Kiefern- und Fichtenzapfen auf die Feuchtigkeit. Je höher der Wasserdampfgehalt in der Luft ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es regnet. Dann schließt sich der Zapfen um seine Samen festzuhalten. Bei trockenem Wetter möchte der Zapfen seine Samen abgeben, damit der Wind sie davontragen kann. Die Fasern in den Schuppen trocknen und schrumpfen, so biegen sich die Schuppen auseinander, der Zapfen öffnet sich. Und wir wissen dann, dass das Wetter schön bleiben wird. Die Idee zum Bauen eines Zapfenhygrometers haben wir in der Zeitschrift GEOlino gefunden.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt