Wetterrückblick für den Januar 2012 in Querfurt
Es gibt ihn noch!


Ende des Monats zog der Winter mit Macht, strengem Frost und etwas Schnee bei uns ein. Die Landschaft um Querfurt sieht im Sonnenschein wunderschön aus, der Schnee glitzert auf den Feldern und der Himmel ist hellblau.
Zusammenfassend zeigte sich der Januar des neuen Jahres mit vielen Gesichtern. Das erste Monatsdrittel war turbulent, die Temperaturen lagen deutlich über den Durchschnittswerten und der Wind blies heftig aufgrund der Orkantiefs „Ulli“ und „Andrea“, die vom Atlantik zu uns zogen. Zur Monatsmitte kamen Nachtfröste und die Sonne hielt sich bedeckt. Und nach einer neuerlichen Milderung stellte sich das knackige Frostwetter mit Sonne des Hochdruckgebietes  „Cooper“ ein.
Es ist überraschend, dass trotz der häufigen Niederschläge die Sonnenscheinbilanz im Januar etwas überdurchschnittlich war. Aber häufig wurden trübe und nasse Witterungsabschnitte von freundlichen Phasen unterbrochen.
Hier sind die Januar-Vergleichswerte:

Januar 2009

Januar 2010

Januar 2011

Januar 2012

 

-2,2 °C

-4,8°C

1,3°C

2,1°C

Mitteltemperatur

79,9h

33,4h

60,8h

73,5h

Sonnenscheindauer

11,3mm

22,2mm

23,3mm

46,7mm

Niederschlag

Während wir uns bei der Kälte wärmer anziehen oder auch zu Hause bleiben, stellen wir uns aber die Frage, wie die Natur auf diesen plötzlichen Temperatursturz reagiert.
Die Tier- und Pflanzenwelt kommt mit den strengen Minustemperaturen zurecht. Die Kraniche z.B., die wegen der milden Temperaturen bei uns geblieben sind, machen sich nun doch auf in Richtung Süden. Die anderen Wildtiere, die nicht unserer Region entfliehen, haben unterschiedliche Strategien entwickelt. Sie schlafen weiter oder suchen emsig Futter. Rehe und Wildschweine dürfen nicht aufgeschreckt werden, denn sie müssen mit ihren Fettreserven haushalten. Die großen und frischen Maulwurfshügel auf den Feldern sagen uns, dass die Kälte weiter in den Boden kriecht und die Maulwürfe nun in tieferen Bodenschichten überwintern. Insekten verfallen in eine Kältestarre und ihr körpereigenes Frostschutzmittel verhindert beim Einfrieren die Entstehung von Eiskristallen. Diese könnten ihr Körpergewebe zerstören.
Von den Landwirten wurde der Frost fast sehnsüchtig erwartet. Denn das Wintergetreide braucht Minusgrade als Wachstumsimpuls. Zum Glück ist bei uns auch etwas Schnee gefallen, der liegen geblieben ist und damit hoffentlich die Pflanzen schützt.
Den Pflanzen, die aber schon Anfang Januar zu knospen begannen, hat die Kälte sicherlich geschadet. Die empfindlichen jungen Triebe sterben ab. Aber in der Regel verkraften sie den Verlust und treiben im Frühjahr erneut aus.
Wir werden uns bei dem eiskalten Wetter um die heimischen Vögel kümmern. Es liegt zwar keine geschlossene Schneedecke, aber der Boden ist stark gefroren und die Wintervögel finden nicht viel Futter. Unsere aufgehängten Meisenringe und Vogelhäuschen werden sie bei der Futtersuche unterstützen.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt