Wetterrückblick für den Februar 2012 in Querfurt
Winterkälte und Frühlingsgefühle


Der Februar 2012 zeigte in Querfurt und in ganz Deutschland zwei unterschiedliche Gesichter. Die erste Monatshälfte war eiskalt und recht sonnig und die folgende war fast frühlingshaft mild aber ziemlich trüb.
Insgesamt war dieser Februar kälter als seine Vergleichsmonate von 2009 bis 2011. Die Sonne schien länger und es fiel weniger Niederschlag. Nur im Februar 2011 war eine noch geringere Niederschlagsmenge zu verzeichnen.
Das Wetter bestimmte zu  Beginn des zweiten Monats das Hoch „Dieter“ mit seiner Kaltluft aus Nordwestrussland. Deshalb war es sehr kalt und trocken, die Gewässer froren zu – wir konnten auf dem Süßen See bei Seeburg  Schlittschuh laufen – und der Frost drang tief in den Boden ein, da nur wenig Schnee lag. Hoffentlich beeinflusst das nicht zu sehr die Ernte der Landwirte in unserer Region. Zur Monatsmitte beendeten atlantische Tiefausläufer den einzigen winterlichen Abschnitt der Monate Dezember, Januar und Februar (meteorologischer Winter).
In der nachfolgenden Tabelle vergleichen wir die Winter der letzten vier Jahre. Die Daten sind sehr aufschlussreich. Aber sehen Sie selbst:

 

2009

2010

2011

2012

Ø-Temperatur

-0,1 °C

-1,8 °C

-0,9 °C

3,8 °C

Niederschlagsmenge

76,9 mm

114,9 mm

71,5 mm

95,3 mm

Sonnenscheindauer

177 Stunden

139,5 Stunden

205,9 Stunden

224,9 Stunden

Am 20. März beginnt um 6.14 Uhr der astronomische Frühling, Tag und Nacht sind an diesem Tag gleich lang. Danach werden die Tage bis zum Sommeranfang länger werden. Mit der Umstellung auf die Sommerzeit am 25. März können wir das Sonnenlicht noch länger genießen.
Aber der Frühling beginnt nicht nur kalendarisch, sondern auch sichtbar im Garten und unserer Umwelt. Diese Zeit ist perfekt für einen langen Spaziergang in unseren Wäldern beziehungsweise Parks geeignet.  Durch die ansteigenden Temperaturen sprießen wieder Frühblüher  wie Schneeglöckchen, Primeln, Veilchen,  Buschwindröschen  und Schlüsselblumen.  Auch die  ersten heimkehrenden Zugvögel konnten gesichtet werden. Mit den ersten wärmeren Frühlingsnächten  begann  schon vereinzelt die Krötenwanderung, die  allerdings durch die wieder abgesunkenen Temperaturen  zunächst unterbrochen wurde.
Gut zu beobachten sind In unseren Gärten und Parkanlagen die  Revierkämpfe der Amseln. Dies wird manchen Gartenbesitzer verärgern, da am Ende meist die Blüten der Krokusse abgerissen wurden. Warum das so ist? Amselmännchen reagieren ihre Aggressionen an den gelborangen Blüten ab, da diese sie an die Schnäbel ihrer Rivalen erinnert. Neben den kleinen Kämpfen am Boden, dient auch der Gesang der Amselmännchen, der von früh bis spät erklingt, dem  Abstecken ihrer neuen Reviergrenzen Doch die Amseln sind bedroht. Ein neuartiges Virus verbreitet sich ziemlich schnell. Man nennt es Usutu - Virus. Es wird durch eine tropische Stechmücke verbreitet. Deshalb schonen wir die Amseln und  lassen sie  lieber an den Krokussen zupfen.
Besonders Langschläfer werden  sich wegen des vielstimmigen Singens von Amseln, Hausrotschwänzen, Rotkehlchen und anderen Vögeln am Morgen bald wieder aufregen.  Doch für uns wird das wieder durch die zurückkehrende Farbenpracht bunter Schmetterlingsflüge  und  den lieblichen Duft der sich öffnenden Blüten vieler zeitig blühender Bäume und Sträucher ausgeglichen.
Wir freuen uns auf den Frühling.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt