Wetterrückblick für den März 2012 in Querfurt
Frühlingsgefühle vor dem richtigen Frühlingsanfang


Der März 2012 hat uns mit recht warmen Temperaturen und viel Sonnenschein verwöhnt. Vor allem mit Hilfe von „Harry“ hatten wir ab der Monatsmitte fast traumhaftes Wetter. Erst zum Ende des Monats verließ diesem  Hochdruckgebiet die Kraft.
Aber auch schon zu Beginn des Monats herrschte ruhiges, mildes und sonniges Wetter. Bereits Anfang März beobachteten wir die ersten Heimkehrer der Kraniche, die Singvögel eiferten um die Wette und die Kröten begannen ihre Wanderschaft. Die Schneeglöckchen blühten – diesmal sogar auch in unserem phänologischen Garten und die Märzenbecher waren wieder eine Pracht. Im Ziegelrodaer Forst blühte der Seidelbast und die Forsythien zeigten ihre gelben Blüten. Insgesamt bekamen wir fast Angst, dass der Frühling zu schnell Einzug hält. Zum Glück hält der April bisher, was sein Name verspricht.
Der März 2012 scheint damit die Beobachtungen der Meteorologen zu bestätigen, dass der Frühling trockener und wärmer wird – im Vergleich zu den letzten Jahren fiel bei uns der geringste Niederschlag und die Durchschnittstemperaturen stiegen.
Hier sind die Vergleichswerte:
Jahr

Temp. Ø

Maximaltemp.

Minimaltemp.

Niederschlag

Sonnenscheindauer

2009

5,0 °C

13,3 °C

-3,2 °C

47,7 mm

105,2 h

2010

4,8 °C

22,7 °C

-9,7 °C

28,7 mm

168,5 h

2011

5,1 °C

18,7 °C

-7,5 °C

14,0 mm

228,6 h

2012

7,9 °C

21,4 °C

-4,3 °C

8,4 mm

187,2 h

Das Klima hat einen großen Einfluss auf die Existenz vieler Arten insbesondere solcher, die sich an spezielle Lebensbedingungen stark angepasst haben. Durch den beginnenden Klimawandel und vielfältige Einflüsse des Menschen ändern sich die Lebensgrundlagen  für bestimmte Arten drastisch. Verschiedene Organisationen  machen in jedem Jahr auf einige dieser bedrohten Arten aufmerksam, indem diese als Tiere und Pflanzen des Jahres gekürt werden.
An dieser Stelle möchte die AG  jeden Monat Pflanzen oder Tiere des Jahres vorstellen.  Beginnen  möchten wir mit der Erdkröte, die „Lurch des Jahres 2012“ ist und in Deutschland nicht zu den gefährdeten Tieren bezüglich der Einordnung in die „Roten Listen“ gehört. Dennoch nimmt die Anzahl der Tiere dieser Amphibienart ab.
Die Erdkröte hat es nicht leicht. Bis ins Mittelalter hinein galt sie als das hässlichste Tier der Schöpfung.  Man nahm sie gern als Zusatz für Hexensalben und Volksmedizin. Dabei könnte Bufo  bufo - so der wissenschaftliche Name - eine „Herrscherin“ sein, denn sie ist in Deutschland flächendeckend vorhanden. Sie lebt in ganz Mittel- und Nordeuropa und auch in Nordwestafrika. Ebenso kann man sie im Hochgebirge antreffen. Dies liegt an ihrer Anspruchslosigkeit. Sie ist mit allen stehenden Gewässern ob nährstoffarm oder -reich zufrieden. Überall legt sie ihre gallertartigen Laichschnüre hin und produziert mit 3.000 bis 8.000 Eiern pro Weibchen eine riesige Menge an Nachkommen. Die Erdkröte frisst Regenwürmer, Tausendfüßler, Laufkäfer, Spinnen, Schnecken, Raupen und nachtaktive Insekten,  ist also nicht sehr wählerisch. Selbst hat sie aber auch viele Feinde, z.B. den Mäusebussard, Uhu, Waldkauz und Graureiher.
Vor allem durch den Menschen werden die Bestände der Erdkröte verringert. Die größte Gefahr liegt in der Lebensraumzerschneidung durch Straßen und darüber hinaus wirken sich  die Zerstörung oder Verschmutzung ihrer Laichgewässer z.B. durch Zuschüttung,  Mülleintrag und Dünger negativ aus.
Da die Kröte zum „Lurch des Jahres 2012“ gekürt wurde, will der NABU die tatsächliche Anzahl der Straßenopfer ermitteln. Um ein genaues und umfangreiches Ergebnis zu erhalten bittet der NABU-Bundesfachausschuss Feldherpetologie und Ichthyofaunistik (Amphibien, Reptilien und Fische) jeden um Mithilfe, der überfahrene Kröten sieht, diese zu zählen und anschließend per Internetformular zu melden

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt