Wetterrückblick für den Mai 2012 in Querfurt
Vorgeschmack auf den Sommer und richtige Eisheilige

Um es gleich vorweg zu nehmen – der Mai 2012 war der wärmste bisher registrierte Mai in Querfurt. Die Sonnenscheindauer von 265 Stunden lag über dem Durchschnitt von Sachsen Anhalt (206 Stunden)und es fiel mit rund 44 mm wieder recht wenig Niederschlag (Durchschnitt in unserem Bundesland 52 l/m²). Problematisch dabei ist, dass er nicht gleichmäßig verteilt, sondern in kräftigen Schauern fiel.
Anfang des Monats herrschte bereits wie im April ein Auf und Ab der Temperaturen. Hoch und Tiefs wechselten sich ab. Dann sorgte ein kurzer, aber heftiger Warmluftvorstoß für die ersten heißen Temperaturen bis die Eisheiligen nahezu pünktlich das Regime übernahmen. Zum Glück brachten die Hochdruckgebiete "Otto" und "Petermartin" rechtzeitig zu Pfingsten - während unserer Ferien - von Nordosten warmes und sonniges Wetter. Und zum Ende des Monats begann diesmal etwas zu zeitig als normal nochmals eine Wettersingularität - die Schafskälte. Aber da waren wir bereits in der Schule und brauchten nicht mehr vom Schwimmbad zu träumen.
Hier sind die Vergleichswerte:

Wetterdaten

Mai 2012

Mai 2011

Mai 2010

Mai 2009

niedrigste Temp.
Ø-Temp.
höchste Temp.
Sonnenscheindauer
Niederschlag

1,1 °C
15,1 °C
30,1 °C
265,0 h
44,3 mm

-0,2 °C
14,4 °C
30,0 °C
314,9 h
21,4 mm

1,4 °C
11,0 °C
24,0 °C
137,8 h
142,9 mm

3,7 °C
14,3 °C
27,6 °C
265,7 h
67,6 mm

Wir haben auch die bisher aufgezeichneten meteorologischen Frühlinge (vom 1. März bis 31. Mai) miteinander
verglichen. Das sind unserer Auswertungen:

Frühling des Jahres

Ø-Temperatur

Sonnenscheindauer

Niederschlag

2009

10,5 °C

640,4 h

153,2 mm

2010

8,3 °C

551,7 h

190,6 mm

2011

10,6 °C

805,2 h

47,4 mm

2012

10,7 °C

632,1 h

66,4 mm


In unserem Artikel widmen wir uns dieses Mal der Blume des Jahres 2012. Sie ist unter vielen Namen bekannt: Steinröschen, Sommersprenkel, Roter Himmelsschlüssel, Blutnelke, ...
In unserem Umkreis wird sie als Heidenelke bezeichnet. Man vermutet, dass die Bezeichnung "Nelke" schon im Mittelalter entstanden war. Der Grund dafür ist die Ähnlichkeit ihres Duftes mit dem der Gewürznelke. Die Art ist überall in Europa verbreitet, aber auch in Zentralasien und Westsibirien ist sie heimisch. Zwar reicht ihr Verbreitungsgebiet in Deutschland vom Flach- bis zum Hügelland, jedoch in unserer Region kommt die Heidenelke nur verstreut bis selten vor.
Dies könnte an ihrem bevorzugten Standort liegen. Sie wächst besonders auf kalkarmen und deshalb meist schwach sauren, lockeren und trockenen Sand- oder Lehmböden. Allerdings findet man sie auch auf Magerwiesen, sandigen Böschungen, Heidelandschaften und auf nährstoffarmen, sandigen Halbtrockenrasen. Ab Höhen von 1000 Metern ist sie jedoch nur noch selten zu finden, da sie die sommerliche Wärme liebt. Bei ausreichend Platz bildet die Pflanze des Jahres 2012 schnell kleinere, lockere Horste oder Rasen aus. Ihre Wuchshöhe liegt zwischen 10 und 40 cm. Man kann die Heidenelke besonders gut an ihren Blüten erkennen. Diese sind im Durchmesser ein bis zwei Zentimeter und haben 5 lila bis purpurfarbene, in seltenen Fällen auch weiße, Blüten. Diese werden von Juni bis September ausgebildet und vollziehen jeden Abend Schließbewegungen.
Nun stellt sich die Frage warum ausgerechnet diese Pflanze zur Pflanze des Jahres 2012 gekürt wurde. Zum einen wegen ihrer Schönheit, aber der Hauptgrund: sie ist bedroht, wie so viele andere Arten auch. Da die Nelke vor allem auf nährstoffarmem Boden wachsen kann, ist sie durch die vielen "neuen" Nährstoffe bedroht. Diese Nähstoffe kommen besonders durch die Stickstoffeinträge in der Luft, durch die Landwirtschaft aber auch durch Hundekot.
Eine Möglichkeit des Schutzes: die Heidenelke einfach im Garten anbauen.
Sie ist ein Kaltkeimer, das bedeutet sie kann schon im Februar in Schalen ausgesät werden. Im Frühjahr werden die jungen Pflanzen dann in den Garten ausgepflanzt. Zwar blühen sie in den ersten beiden Jahren noch nicht voll, aber sie sind frosthart und benötigen keinen Winterschutz. Ein weiterer Vorteil: im dritten Jahr können Sie sich dann an ihrer Schönheit erfreuen.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt