Wetterrückblick für den Juni 2012 in Querfurt
Wo versteckt sich der Sommer?


Dieser Juni war eher zu kühl, regenreich und sonnenscheinarm. Anfang des Monats gestaltete regenreiche und kühle Atlantikluft unser Wettergeschehen abwechslungsreich. Ein Tief jagte das nächste, dazwischen befanden sich kleine Hochdruckgebiete. Der Wetterbericht im Fernsehen sprach von einer "unaufgeräumten Wetterküche". Gegen Monatsmitte setzte die Zufuhr feucht-warmer und zu Gewittern neigende Luft ein. Ab und zu wurde auch diese von fast aprilartigem Wetter durchbrochen. Zum Siebenschläfer, am 27. Juni, war es mild und wechselhaft. Laut Meteorologen sei das aber noch kein Vorzeichen für die kommenden sieben Wochen. Zumal der Siebenschläfer eigentlich erst am 7. Juli ist, da die Bauernregel vor der gregorianischen Kalenderreform 1582 entstanden ist. Aber richtig ist, dass Ende Juni / Anfang Juli oft eine stabile Wetterlage ausgebildet wird. Deshalb darf man nicht nur einen Tag betrachten. Die moderne Meteorologie erklärt die Wetterentwicklung im Sommer folgendermaßen: entscheidend ist der Verlauf des Jetstreams mit starkem Wind in großer Höhe. Liegt seine Bahn nördlich von Deutschland, herrscht sonniges und warmes Wetter.
Verläuft sie südlich, das war der Fall am 27.6.2012, dominiert wechselhaftes und feuchtes Wetter. Für uns heißt es nun abwarten, welches Wetter in unseren verdienten Sommerferien kommen wird. Zum Glück verreisen wir auch.
Seit dem Juni 2008 registriert unsere Wetterstation die Daten. Deshalb vergleichen wir dieses Mal die Werte des Juni 2012 mit den Mittelwerten von 2008 bis 2011. Sie erkennen deutlich, dass die Durchschnittstemperatur zu niedrig war (aber die Unterschiede zwischen niedrigster und höchster Temperatur größer sind), nur knapp 70 % der Sonnenscheinstunden erreicht wurden und der Niederschlag sich mehr als verdoppelte.

Wetterdaten

Juni 2012

Ø Juni 2008 - 2011

niedrigste Temp.
Ø-Temp.
höchste Temp.
Sonnenscheindauer
Niederschlag

4,4 °C
17,7 °C
31,2 °C
187,7 h
114,1 mm

6,7 °C
16,9 °C
29,7 °C
276,7 h
47,9 mm


In diesem Artikel wollen wir Ihnen die Giftpflanze des Jahres 2012 vorstellen. Es ist der Goldregen. Aus welchem Grund wird überhaupt eine Giftpflanze des Jahres gewählt?
Ganz einfach: um die Menschen dazu zu bringen, sich kritisch mit dem Thema "Giftpflanzen" auseinanderzusetzen und um auf die Wirkung mancher Gifte aufmerksam zu machen. Giftpflanzen sind nicht schlechter als gewöhnliche Pflanzen, darum sollten sie nicht aus der Natur entfernt werden. Auch sie gehören unserem riesigen ökologischen Netz an.
In Deutschland ist der Goldregen sehr bekannt. Dies mindert das Risiko einer Vergiftung, obwohl die Pflanze sehr giftig ist. Das Gift kommt in fast allen Pflanzenteilen vor, es ist in den Samen aber besonders konzentriert. Gefährdet sind vor allem Kinder, die noch nicht mit der Pflanze vertraut gemacht wurden. Schon zwei Samen können bei ihnen starke Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Symptome sind Erbrechen, Durchfall und Krämpfe. Eine Vergiftung kann schon auftreten, wenn die Kinder mit den Erbsen ähnlichen Samen spielen, sie zerkauen beziehungsweise verschlucken oder die auffälligen Blüten in den Mund nehmen. Aber auch Tiere reagieren auf die sehr stark giftige Pflanze empfindlich, beispielsweise Hunde, Katzen, Pferde und Kühe.
Schon bei dem geringsten Verdacht auf eine Vergiftung sollte man einen Arzt aufsuchen. Zu Todesfällen jedoch kommt es nur noch sehr selten, aufgrund von guter medizinischer Versorgung und rasch einsetzendem Erbrechen.
Die Arten des Goldregens sind Sträucher oder kleine Bäume. Sie erreichen eine Wuchshöhe bis zu 5 oder 6 Metern und haben dornlose lange Zweige. Die hängenden, langen, einfachen, traubigen Blütenstände enthalten Tragblätter, viele Blüten und Deckblätter. Die Blüten sind auffallend gelb und fünfzählig. Der Goldregen ist ein typisches Schmetterlingsblütengewächs, dessen Samen zuerst grün sind, während der Reife jedoch dunkelgrün bis braun werden. Es sind bohnenartige Hülsenfrüchte, somit also gut zu erkennen.
Alle Goldregensorten stellen weder an das Klima noch an den Boden hohe Ansprüche. Aus diesem Grund und wegen ihrer auffälligen Farbe findet man sie besonders in Parks und Gärten als Ziergehölze. Sie blühen sehr üppig von April bis Juni.
Der Goldregen hat einen festen Platz in unserer heimischen Natur. Bei der Neuanlage oder Neubepflanzung von Gärten und Parks sollte man aber dort, wo Kinder spielen, auf diese Pflanze besser verzichten.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt