Wetterrückblick für den Juli 2012 in Querfurt
Dem Sommer und dem Hirschkäfer auf der Spur


Fast pünktlich zu Beginn der Ferien setzte ein bisschen richtiger Sommer ein. Das Zwischenhoch „Xerxes“ brachte unserer Region sonniges und sehr warmes Wetter. Aber auch die meisten Niederschläge fielen Ende des Monats, gebracht vom Tiefdruckgebiet „Susanne“.
Aber insgesamt war der Juli 2012 bei uns unbeständig, sonnenscheinarm und im Gegensatz zu vielen anderen Regionen Deutschlands zu trocken. Vergleichen können Sie seine Werte mit den bisher gesammelten Wetterdaten:

Wetterdaten

Juli 2012

Ø Juli 2008 - 2011

niedrigste Temp.
Ø-Temp.
höchste Temp.
Sonnenscheindauer
Niederschlag

7,1 °C
18,3 °C
33,4 °C
236,1 h
36,9 mm

9,2 °C
18,8 °C
31,4 °C
242,6 h
81,3 mm


Ursache für das launische Wetter des Julis waren die vielen Tiefdruckgebiete, die immer wieder wechselhaftes Wetter zu uns lenkten. Es fehlte ein kräftiges Hoch, dass die Tiefausläufer hätte abdrängen können. Also hat sich in diesem Jahr die Siebenschläfer-Bauernregel bis jetzt bestätigt.
Das Wetter des bisherigen Sommers ist dennoch für die Landwirtschaft positiv zu werten. Der Raps und das Getreide wuchsen sehr gut und es wird von den Landwirten eine gute Ernte trotz der Mäuseplage erwartet. So hohen und vollen Mais haben wir auch schon lange nicht mehr gesehen.
Anbei möchten wir eine Bemerkung in eigener Sache machen. Die Juni - Diagramme wurden in der letzten Ausgabe des Stadtanzeigers mit denen des Aprils verwechselt. Es war nicht unser Fehler. Wir möchten Sie Ihnen gern nachreichen, falls Sie veröffentlicht werden.
In unserem Artikel wollen wir Ihnen diesmal das Insekt des Jahres vorstellen. Es ist der Hirschkäfer, der zu den auffälligsten und bekanntesten Käfern in Deutschland und Europa gehört. Seinen Namen erhielt er aufgrund seiner geweihartig vergrößerten Mandibeln (Oberkiefer). Diese besitzen aber nur die Männchen, die Weibchen sind deutlich kleiner, haben einen schmaleren Kopf und normal entwickelten Oberkiefer.
Mit den rund drei Zentimeter langen Mandibeln nehmen die Männchen keine Nahrung auf. Sie werden nur bei Rivalenkämpfen und zum Festhalten des Weibchens während der Paarungszeit benötigt. Von Mitte Juni bis Ende Juli schwirren die Hirschkäfer mit lautem Brummen in den Laubwäldern herum.
Alte Eichen lieben sie besonders. Männchen und Weibchen brauchen zur Reifung ihrer Keimzellen Baumsaft, da er bestimmte Pilze enthält. Diesen finden sie an den Wundstellen eines Baumes, der durch Frostrisse, Windbruch oder Blitzschlag verletzt wurde. Zur Paarungszeit kommt es häufig zu Kämpfen zwischen den Männchen. Der Sieger sucht danach das Weibchen an der Leckstelle (Wundstelle) auf. Nach der Begattung gräbt sich das Weibchen 30 bis 50 Zentimeter tief in die Erde ein, um im Laufe von 2 Wochen bis zu 100 weißlich gelbe Eier an morsche Wurzelstöcke, besonders von Eichen, zu legen. Nach 14 Tagen schlüpfen die Larven, zweimal häuten sie sich und erreichen eine Länge von 10 bis 12 Zentimetern. Sie sind größer als die fertigen Käfer und können knarrende Geräusche durch aneinander reiben ihrer Mittel- und Hinterbeine erzeugen. Ihre Nahrung ist morsches, feuchtes und verpilztes Holz. Nach fünf Jahren, manchmal noch später bauen sich die Larven in 15 bis 20 Zentimeter Tiefe eine Puppenwiege. Dieser Kokon ist oval und faustgroß und besitzt etwa zwei Zentimeter dicke Wände, die innen mit Nahrungsbrei und Sekreten geglättet sind, die Pilze und Bakterien abtöten. Der Kokon männlicher Larven ist größer und länger als der der weiblichen. Ungefähr sechs Wochen nach der Verpuppung schlüpfen die Käfer. Sie bleiben den Winter über im Boden und graben sich im Frühjahr nach oben durch und leben dort nur einige Wochen. Damit verbringt der Hirschkäfer die meiste Zeit seines Lebens in der Erde.
Natürliche Feinde des Hirschkäfers sind die Wildschweine, die die Larven fressen. Die Käfer werden oft von Vögeln (Rabenvögel, Falken, Eulen und Spechte) erbeutet.
Heutzutage ist der Hirschkäfer kaum noch zu finden. Er leidet offensichtlich unter dem Mangel geeigneter Brutsubstrate, auch Saftleckstellen fehlen ihm. Ursachen liegen in der Intensivierung der Forstwirtschaft. Es gibt jedoch seit einigen Jahren Programme, die den Naturschutz in den Wäldern fördern und damit auch die Vermehrung der Hirschkäfer.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt