Wetterrückblick für den August 2012 in Querfurt
Fast richtiges Ferienwetter und „wilder Kürbis“

Der August 2012 brachte Querfurt mit 19°C eine recht hohe Durchschnittstemperatur. Er war zwar nicht der wärmste, aber erreichte mit 36,5°C am 19. des Monats, den bisher höchsten gemessenen Wert.
Die Niederschlagsmenge war vergleichsmäßig normal, die Sonnenscheindauer eher überdurchschnittlich. Selten konnten Tiefausläufer das beständige Sommerwetter unterbrechen, oft stellten sich einigermaßen stabile Wetterlagen ein. Die Hundstage verdienten diesmal ihren Namen. Hier sind die Augustdaten im Vergleich:

Wetterdaten

Juli 2012

August 2011

August 2010 August 2009 August 2008

niedrigste Temp.
Ø-Temp.
höchste Temp.
Sonnenscheindauer
Niederschlag

7,9 °C
19,0 °C
36,5 °C
262,0 h
36,9 mm

8,4 °C
18,4 °C
33,0 °C
213,7 h
64,4 mm

7,9 °C
17,4 °C
30,2 °C
156,1 h
94,1 mm

7,6 °C
19,6 °C
34,4 °C
292,5 h
21,1 mm

8,2 °C
18,6 °C
33,5 °C
231,3 h
36,9 mm

Ein durchwachsener Sommer ist zu Ende gegangen. Nach einem doch schlechten Start im Juni mit vielen Regentagen wurde es erst zu Beginn der Sommerferien in Sachsen-Anhalt sonniger und wärmer. Nicht zuletzt die Hitzewelle um den 20. August hat dazu beigetragen, dass dieser Sommer insgesamt doch noch durchschnittlich ausgefallen ist.
Wir haben die bisher aufgezeichneten meteorologischen Sommer (vom 1. Juni bis 31. August) miteinander verglichen. Das ist unsere Auswertung:

Frühling des Jahres

Ø-Temperatur

Sonnenscheindauer

Niederschlag

2008

18,1 °C

778,7 h

155,8 mm

2009

17,9 °C

734,8 h

152,2 mm

2010

18,5 °C

783,5 h

173,7 mm

2011

17,7 °C

673,4 h

252,0 mm

2012

17,7 °C

685,8 h

187,9 mm

Unserer diesjährigen Tradition folgend werden wir Ihnen diesmal die Heilpflanze des Jahres 2012 vorstellen. Es ist die Koloquinte. Im Volksmund wird sie entsprechend ihres Aussehens  als „Wilder Kürbis“ oder „Ziegenkürbis“ bezeichnet, nach ihrem Geschmack als „Bittergurke“ und nach ihrer Hauptwirkung als „Purgiergurke“. Purgieren stammt aus dem Lateinischen und bedeutet reinigen im Sinne von abführen. Im Altertum war die Pflanze weit bekannt, geriet aber dann in Vergessenheit. Volksmedizinisch schützt die Koloquinte die Leber, sie hemmt Entzündungen und ihr wird eine antiallergische und anthelminthische (gegen Würmer)Wirksamkeit zugeschrieben. Man könnte sie deshalb z.B. bei Leberleiden, Asthma, Rheumatismus und Geschwüren anwenden.
Die ursprüngliche Heimat der Koloquinte ist das Gebiet von Nordafrika über Arabien bis Südwestasien. Dort wächst sie  in Steppen und Halbwüsten. Sie ist ein mehrjähriges Kürbisgewächs mit dicken und fleischigen Wurzeln. Diese können Wasser speichern und lange Trockenzeiten überleben. Im zeitigen Frühjahr treibt sie aus und es wachsen meterlange am Bodenliegende Triebe. Untypisch für die Wüste entwickelt die Pflanze große herzförmige Blätter. Stängel und Blätter sind zum Schutz vor Verdunstung behaart. Zunächst sind die Früchte grün und groß wie ein Apfel, dann werden sie mit zunehmender Reife gelb. Ihr Fruchtfleisch ist saftig und weiß, schmeckt aber bitter. Die Samen sind etwa sechs Millimeter lang. Die Früchte, die nicht geerntet werden, trocknen aus, lösen sich von der Pflanze und ihre Samen werden vom Wüstenwind verbreitet. Nach Deutschland kommen Früchte aus Wildsammlungen aus den südöstlichen Gebieten Marokkos.
Die Koloquinte ist eine für uns Schüler unbekannte Pflanze. In ihrer Heimat wird aus ihren Samen und Datteln ein nahrhaftes Getränk hergestellt. Auch werden die Samen zu Mehl verarbeitet, aus dem dann Fladen gebacken werden oder es wird als Brei gegessen.
Warum wurde nun die Koloquinte als Heilpflanze des Jahres 2012 gewählt? Die Jury begründete ihren Beschluss damit, dass man sich in der Zukunft Impulse für eine neue wissenschaftliche Forschung erhofft. Vielleicht werden wir zu den Forschern gehören.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt