Wetterrückblick für den September 2012 in Querfurt
Sonniger und trockener September trifft die Dohle

Typisch für den ersten meteorologischen Herbstmonat sind die großen Unterschiede hinsichtlich der Temperatur. Das ist nicht ungewöhnlich, denn der Sommer verabschiedet sich und die Tage werden nach dem Herbstanfang kürzer als die Nächte.
Der diesjährige September ist in Querfurt trocken und sonnig ausgefallen. Dennoch war die Witterung wechselhaft. Das erste Monatsdrittel war mit Unterstützung der Hochdruckgebiete „Christoph“ und „Dennis“ fast hochsommerlich warm. Doch dann wechselten sich Tiefs und Hochs ab, sodass unser Wetter schon an die jetzt folgenden kühleren Tage erinnerte. Mit dem Tief „Karin“ kam dann auch der erste schon recht kräftige Herbststurm.
Gegen Ende des Monats begann der sogenannte „Goldene Oktober“. Mit den Hochs „Günter“ und „Harald“ schien die Sonne, wehte der Wind und Wolken belebten den Himmel. Das lockte die Spaziergänger in den Wald oder in die Parks, ließ aber ebenso den Boden stark austrocknen. In unserer Tabelle sehen Sie, dass die Niederschlagsmenge des September 2012 deutlich unterdurchschnittlich ausfiel.

Wetterdaten

09 / 2012

09 / 2011

09 / 2010 09 / 2009 09 / 2008

niedrigste Temp.
Ø-Temp.
höchste Temp.
Sonnenscheindauer
Niederschlag

3,5 °C
14,6 °C
30,3 °C
228,0 h
21,9 mm

5,5 °C
15,7 °C
29,0 °C
239,9 h
67,1 mm

4,5 °C
13,0 °C
24,4 °C
162,5 h
82,8 mm

5,4 °C
15,1 °C
32,1 °C
179,5 h
41,7 mm

0,8 °C
12,8 °C
26,4 °C
130,6 h
46,4 mm

Was hat nun die Dohle mit dem Septemberwetter zu tun? Dieser wirklich außergewöhnliche Vogel ist in diesem Jahr „Vogel des Jahres“. Sie ist der kleinste Vertreter der Gattung der Raben und Krähen, etwa so groß wie eine Taube. Neben dem grau-schwarzen Gefieder sind besonders die stechend hellblauen Augen eindrucksvoll.
Das Nachahmen verschiedenster Geräusche, z.B. auch von Klingeltönen des Handys beherrschen sie perfekt. Dohlen können aber auch vor dem Bau des Nestes in einem Schornstein ermitteln, wie tief dieser ist. Dazu werfen sie einen kleinen Zweig hinein und hören, wie lange es dauert, bis er unten ankommt.
Als Höhlenbrüter nisten sie außer in Schornsteinen auch gern in höheren Gebäuden, Mauernischen, Dachstühlen und Kirchtürmen. Meist sind ihre Höhlen in über 10 Metern Höhe, um vor Katzen geschützt zu sein. Man findet sie sowohl in Dörfern als auch Städten und eigentlich sind sie sehr anpassungsfähig bezüglich der Art der Nahrung. Häufig fliegen in Städten nistende Dohlen in die umgebende Feldflur. Auf Viehweiden, Wiesen und in Weinbergen spielen sie eine große Rolle bei der biologischen Schädlingsbekämpfung, denn sie fressen unter anderem Schnecken, Käfer, Würmer und Mäuse.
Treue, Geselligkeit, Fürsorge und Intelligenz sind typische Eigenschaften dieser Tiere. In Deutschland gibt es ungefähr 100.000 Brutpaare. Trotz dieser relativ großen Zahl sind die Dohlen in einigen Regionen gefährdet. Hauptgrund – es fehlen geeignete Nistplätze. Das liegt vor allem daran, dass alte Gebäude renoviert, Kamine und Mauernischen geschlossen und Einfluglöcher in Kirchtürmen vergittert wurden. Auch im Wald findet man nur noch selten alte, und morsche Bäume, in denen es Baumhöhlen gibt. Ohne Bruthöhlen aber, bleibt der Nachwuchs aus.
Jeder Dohlenfreund kann etwas zum Erhalten dieser Art tun. Anleitungen zum Bau spezieller Nistkästen und deren Anbringung findet man im Internet.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt