Wetterrückblick für den Oktober 2012 in Querfurt
Ein Oktober mit Sommer- und Wintergefühlen

Vom warmen Spätsommer zum fast tiefen Winter, der Oktober 2012 hätte kaum kontrastreicher ausfallen können.
Bis Mitte des Monats sorgte rege Tiefdrucktätigkeit für windiges und unbeständiges Wetter. Z.B. die Tiefs „Marianne“, „Quendolin“, „Regula“ oder „Stefanie“ verursachten unser abwechslungsreiches aber auch kühles Wetter.
Zur zweiten Monatshälfte übernahm das Hochdruckgebiet „Kourosh“ das Regime und brachte noch einmal richtiges T-Shirt-Wetter. Der Himmel war blau, wenige Wolken waren zu sehen und der Wind war kaum zu spüren. Schade nur, dass die Tage schon kürzer waren als die Nächte, in denen die Temperaturen unter die 10°C-Grenze sanken. Es gab Temperaturunterschiede im Laufe eines Tages von bis zu 18 Grad.
Doch eine Woche vor den Herbstferien änderte sich das Wetter schlagartig. Luftmassen aus dem Nordosten Europas beeinflussten unser Wetter und das Hoch „Lars“ brachte Nebel, kalten Wind und kühle Temperaturen. Das letzte Oktoberwochenende war eisig kalt. In Thüringen und im Alpenvorland fiel der erste Schnee. Schön waren die bunt belaubten Bäume mit weißer Decke anzusehen. Die frostempfindlichen Pflanzen mussten nun ihren Platz im Haus gefunden haben. Ebenso haben sich die Kraniche auf den Weg in die wärmeren Gefilde gemacht.
An den Wetterdaten erkennen Sie, dass das diesjährige Oktoberwetter gar nicht so ungewöhnlich war. Nur die sehr tiefen Temperaturen Ende des Monats sind markant.

Wetterdaten 10 / 2012 10 / 2011 10 / 2010 10 / 2009 10 / 2008

niedrigste Temp.
Ø-Temp.
höchste Temp.
Sonnenscheindauer
Niederschlag

-5,7 °C
9,0 °C
25,5 °C
140,1 h
13,4 mm

-3,1 °C
9,6 °C
26,4 °C
183,5 h
16,0 mm

-1,6 °C
8,2 °C
21,2 °C
169,5 h
7,4 mm

-2,5 °C
8,1 °C
22,3 °C
88,2 h
35,7 mm

-0,3 °C
9,5 °C
21,0 °C
131,3 h
55,2 mm


Wir bleiben in diesem Artikel unserer Linie treu. Diesmal stellen wir Ihnen den Pilz des Jahres 2012 vor.
In diesem Jahr ist es der sogenannte Graue Leistling. Fast jeder kennt, zumindest aus dem Super-Markt, den orangefarbenen Pfifferling, auch Trompeten-Pfifferling genannt. Der Pilz des Jahres ist eine verwandte Art des Super-Markt-Pfifferlings. Durch die Wahl zum Pilz des Jahres 2012 soll auf diese verwandte Art aufmerksam gemacht werden. Der Graue Leistling ist essbar, besitzt eine graubraune Tarnfarbe, einen trichterförmigen Hut, auf dessen Unterseite sich graue Leisten befinden, und einen braunen Stiel. So ähnelt er sehr dem bekannten Trompeten- Pfifferling. Der aufmerksame Beobachter kann diesen unscheinbaren Pilz in ganz Deutschland unter Rotbuchen und Hainbuchen finden. Der für uns sichtbare Teil des Pilzes, ist jedoch nicht der Hauptteil. Dieser befindet sich unter der Erde und heißt Pilzgeflecht. Dieses Pilzgeflecht kann viele Hektar Boden in Anspruch nehmen und älter als alle anderen Lebewesen werden. Der Graue Leistling lebt in einer Symbiose mit unseren Waldbäumen. Symbiose ist eine Lebensgemeinschaft zum gegenseitigen Vorteil der Partner. Durch das Pilzgeflecht, welches um die Wurzel des Baumes gewunden ist, hat der Baum den Vorteil über die damit vergrößerte Oberfläche mehr Wasser- und Mineralsalze aufzunehmen. Im Gegenzug liefert der Baum energiereiche Stoffe an den Pilz. Auf diese Stoffe sind Pilze angewiesen, da sie selbst keine Fotosynthese betreiben können. Der Graue Leistling ist selten, weshalb er unter Naturschutz steht. Normalerweise wäre das Sammeln verboten. Glücklicherweise erlaubt der Gesetzgeber jedoch Ausnahmen. So können Pilzgourmets kleine Mengen für den eigenen Bedarf sammeln und daraus leckere Gerichte kochen. Diese Regelung gilt auch für alle anderen Pfifferlingsarten der Gattung „Cantharellus“.
Im Super-Markt angebotene Ware stammt dagegen häufig aus den baltischen Staaten, Russland und dem Balkan. Durch die langen Wege und häufig ungeeignete Lagerung ist deren Qualität aber oft nicht so toll.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt