Wetterrückblick für den November 2012 in Querfurt
Ein richtiger Herbstmonat

Der November begann mit Regen und kühlen bis milden Temperaturen durch die Tiefdruckgebiete (z.B. Xantippe, Ann-Kathrin), die dicht aufeinander folgten. Für die Meteorologen war dies langweiliges, überhaupt nicht spannendes Novemberwetter.
Das änderte sich nach dem 14. November. Das Hochdruckgebiet „Otto“ brachte uns für eine Woche Nebel, dunkle Tage und auch den schweren Unfall auf der A 38. Es war eine richtige Novembertristesse. Erst die folgenden Tiefdruckgebiete verdrängten den Nebel und wir bekamen die Sonne wieder zu Gesicht. Zum Ende des Monats begann es dann zu regnen. Der November verabschiedete sich mit Kaltluft und den ersten Schneeflocken.
Die Wetterdaten der letzten Jahre auswertend, zeigen uns noch keine bemerkenswerten Veränderungen. Fünf Jahre sind ein zu kurzer Zeitraum, um deutliche Spuren des Klimawandels zu erkennen.

Wetterdaten 11 / 2012 11 / 2011 11 / 2010 11 / 2009 11 / 2008

niedrigste Temp.
Ø-Temp.
höchste Temp.
Sonnenscheindauer
Niederschlag

-3,6 °C
5,3 °C
14,2 °C
58,3 h
40,1 mm

-4,4 °C
3,7 °C
17,5 °C
121,6 h
0,1 mm

-6,7 °C
5,0 °C
18,1 °C
41,3 h
82,4 mm

-1,1 °C
8,0 °C
14,6 °C
65,9 h
74,9 mm

-5,5 °C
5,1 °C
16,1 °C
39,5 h
18,2 mm


Anders sieht es beim Vergleich der Durchschnittswerte der meteorologischen Herbste (1. September bis 30. November) aus. Die Temperaturen scheinen insgesamt zu steigen. Die Niederschläge nehmen dagegen ab und die Sonnenscheindauer nimmt ebenfalls zu. Damit könnte sich bestätigen, dass die Vegetationszeit der Pflanzen länger wird.

Herbst des Jahres

Ø-Temperatur

Sonnenscheindauer

Niederschlag

2008

9,1 °C

301,4 h

119,8 mm

2009

10,4 °C

333,6 h

170,3 mm

2010

8,7 °C

373,3 h

172,6 mm

2011

9,6 °C

545,0 h

83,2 mm

2012

9,6 °C

426,4 h

75,4 mm


Der November ist einer der Monate, in denen häufiger Erkältungskrankheiten auftreten und die Menschen durch das trübe Wetter etwas depressiv sind.
Aber schon der mittelalterliche Arzt und Philosoph Paracelsus sagte sinngemäß “Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen.“ So auch die sogenannte Süßholzwurzel, die zur Arzneipflanze des Jahres 2012 gewählt wurde. Diese Pflanze, die zu den Schmetterlingsblütengewächsen zählt, ist überwiegend am Mittelmeer aber auch bei uns zu finden. Sie ist frostempfindlich, bevorzugt volle Sonne und tiefe, humusreiche, durchlässige Erde. Im Sommer erscheinen bläulich-violette und weiße Schmetterlingsblüten in kurzen, aufrechten Ähren. Die mehrjährige, krautige Pflanze wird bis zu 100 Zentimeter hoch. Ihre Heilwirkung ist nicht erst seit dem Mittelalter, sondern bereits seit der Antike bekannt. Damals wurde sie zum Beispiel gegen Sodbrennen und Heiserkeit eingesetzt. Heute benutzt man es als Mittel gegen Lungen-, Magen- und Lebererkrankungen. Neuere Forschungen ergaben, dass das Mittel auch gegen Diabetes hilfreich sein kann. Zukünftig könnten vielleicht die Wirkstoffe der Pflanze vorbeugend gegen diese Volkskrankheit in Form von Medikamenten eingesetzt werden.
Ihnen ist vielleicht auch die Formulierung vom „Süßholz raspeln“ bekannt. Das rührt daher, dass die Wurzel des Süßholzes vor 2.000 Jahren als Durstlöscher und als Mittel gegen Geschwüre galt und vor der Anwendung geraspelt werden musste.
Da man aber nicht nur Medizin, sondern auch Süßwaren herstellen konnte, bekommt der Spruch noch eine andere Bedeutung. Da Süßes früher reiner Luxus war, ließ sich damit leicht jemand "bezirzen".
Auch heute wird der Saft der Süßholzwurzel zur Herstellung von Lakritz genutzt. Dazu werden im Herbst die Wurzeln der Pflanze geerntet, getrocknet und zur Süßholzsaftherstellung genutzt. Dieser Saft ist um ein Vielfaches süßer als Rohrzucker. Um die bekannte Süßigkeit zu erhalten, werden die Süßholzwurzeln geraspelt, eingekocht und anschließend ausgepresst. Nach geheimen Rezepten werden noch viele andere Zutaten hinzugefügt, das ganze eingedickt und in unterschiedlichste Formen gegossen.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt