Wetterrückblick für den Dezember 2012 in Querfurt
Ein Dezember mit Winter- und Frühlingsgefühlen gemeinsam mit der Höhlenspinne

Der letzte Monat des Jahres 2012 wurde dominiert von Tiefdruckgebieten. Zuerst brachten „Karin“ und „Marie“ Schnee und das Zwischenhoch „Richard“ Kälte, dann kamen mit „Nicki“ milde Temperaturen und Regen.
Zu Beginn des Monats befand sich unser Gebiet im Bereich von skandinavischer Kaltluft. Am 8. Dezember wurden von unserer Wetterstation Tiefsttemperaturen von sogar -11,1 °C registriert. Die winterliche Witterung wurde ab Mitte Dezember von den Ausläufern des atlantischen Sturmtiefs „Nicki“ nach Osten abgelenkt. Ausgerechnet zu Weihnachten brachte ein Warmluftvorstoß frühlingshafte Temperaturen nach ganz Deutschland. Um die Weihnachtsfeiertage wurden Temperaturen um die 12 °C bei uns gemessen. Wären Querfurt und die Dörfer nicht so weihnachtlich geschmückt gewesen, hätte man meinen können, der Frühling beginnt. Auch die Natur reagiert schon auf die milden Temperaturen mit Blüten und Weidenkätzchen. Im Dezember fiel in unserer Region durchschnittlich viel Regen, auch die Sonnenscheindauer während des Monats ist nicht ungewöhnlich. Sehen Sie dazu unsere Vergleichswerte.

Wetterdaten 12 / 2012 12 / 2011 12 / 2010 12 / 2009 12 / 2008

niedrigste Temp.
Ø-Temp.
höchste Temp.
Sonnenscheindauer
Niederschlag

-11,1 °C
1,9 °C
12,9 °C
49,4 h
42,0 mm

-2,0 °C
4,4 °C
13,6 °C
41,5 h
39,5 mm

-15,6 °C
-4,5 °C
4,3 °C
37,6 h
42,6 mm

-16,4 °C
0,2 °C
9,9 °C
43,5 h
69,4 mm

-10,5 °C
1,0 °C
9,5 °C
32,2 h
35,7 mm


Das Jahr 2012 war insgesamt gesehen durchschnittlich warm mit positiver Sonnenstundenbilanz und sich verstärkendem Niederschlagsdefizit.

Jahr

Ø-Temperatur

Sonnenscheindauer

Niederschlag

2009

9,6 °C

1.897,1 h

586,5 mm

2010

8,4 °C

1.842,1 h

625,0 mm

2011

10,0 °C

2.233,4 h

451,0 mm

2012

9,6 °C

1.977,1 h

427,5 mm


Wir wollen Ihnen wie immer einen biologischen Beitrag im letzten Wetterartikel des Jahres 2012 liefern. Diesmal ist es ein doppelt gekröntes Tier. Bei den Tieren des Jahres gab es wirklich einen absoluten Abräumer - die Große Höhlenspinne. Diese ist sowohl Spinne als auch Höhlentier des Jahres 2012. Da fragt man sich doch wirklich, wie kann ein so kleines Tier, das so viele Leute nicht mögen, zum Abräumer des Jahres werden? Die Große Höhlenspinne steht für eine große Zahl an Tierarten, die auf geschützte und frostfreie Rückzugsorte unter Tage angewiesen sind. Mit der Wahl des Höhlentieres soll darauf hingewiesen werden, dass besonders bei der Erforschung unterirdischer Ökosysteme noch viel zu tun ist.
In Mitteleuropa findet man die geehrte Art in unterirdischen Hohlräumen, wie Höhlen, Kellern und Bergstollen. Dabei verträgt sie aber weder Zugluft noch zu hohe Feuchtigkeit.
Der Name des "Abräumers" des Jahres - Große Höhlenspinne - könnte zu völlig falschen Vorstellungen von der Größe des Tieres führen, denn in Wirklichkeit ist die Höhlenspinne gar nicht so groß. Das Männchen wird ca. 11 bis 13 Millimeter lang, und das Weibchen bis zu 17 Millimeter.
Die Höhlenspinne lebt sogar 2 bis 3 Jahre, anders als viele andere Spinnenarten, die schon nach einem Jahr sterben. Ihre Färbung ist meist ziemlich dunkel, der Vorderkörper rötlich braun und der Hinterkörper hell- oder dunkelbraun, wobei hier oft zwei große Punkte zu erkennen sind. Die Beine sind ebenfalls braun, aber schwarz geringelt.
Neben der Großen Höhlenspinne gibt es auch noch die Kleine Höhlenspinne. Beide sind ziemlich leicht zu verwechseln. Letztere ist, wie der Name schon sagt, etwas kleiner und die Färbung wirkt gräulich. Aber ehrlich, wer von uns hat schon so gute Augen und stets eine Lupe griffbereit, um solche Feinheiten im Halbdunkeln zu unterscheiden? Das ist aber auch nicht so wichtig. Leichter kann man dagegen das Netz erkennen. Es ist 20 bis 30 Zentimeter groß und wird nur selten zum Beutefang genutzt. Vielmehr wird die Beute der Höhlenspinne, zum Beispiel Tausendfüßler, Asseln, überwinternde Schmetterlinge, Käfer und andere Kleintiere an der Nähe der Höhlenwände gefangen und oft an kleinen Fäden im Netz aufgehängt. Dieses Jagdverhalten stellt eine genetische Anpassung an das Höhlenleben dar.
Um noch mehr über die unterirdische Welt und die dort lebenden Tiere zu erfahren arbeiten Spinnenforscher und Höhlenforscher eng zusammen. Ohne die genaue Ortskenntnis und die besonderen Techniken der Höhlenforscher könnten viele Geheimnisse der unterirdischen Tierwelt nicht erforscht werden.
Auch im neuen Jahr möchten wir Interessantes von Pflanzen und Tieren berichten, besonders von denen, die durch die Wahl zum Lebewesen des Jahres 2013 in den Mittelpunkt gerückt werden.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt