Wetterrückblick für den Februar 2013 in Querfurt und Blume des Jahres 2013
Trübes Wetter und viel Schnee

Dem sonnenscheinarmen Januar folgte ein trüber Februar. Unsere Wetterstation zeichnete noch in keinem Februar so wenige Sonnenscheinstunden auf.
Zu Beginn des Februars bestimmte eine milde Westwindströmung unser Wetter. Der Himmel war bedeckt, die Sonne wagte sich kaum hervorzublicken und es regnete. Nach dem Tief war vor dem nächsten Tief – nach „Pille“ kamen „Quentin“ und dann „Reinhold“. Diese brachten dann aber den Schnee mit, da kalte Luftmassen aus Skandinavien angezogen wurden. Die Schneeflocken waren so groß, dass man sie als Toastflocken bezeichnete.
Diesen Tiefs folgte das Hoch „Doris“, das uns mit Kälte und Sonnenschein „verwöhnte“. Es begann ein kälterer Wetterabschnitt mit Nachtfrösten. Lediglich vom 16. bis 18. Februar strömte vorrübergehend wieder mildere Luft durch das Tief „Siegmund“ ein. Und „Thomas“ mit seinem Zentrum über Korsika brachte uns Schnee z. T. in Massen und ausreichend Arbeit für den Winterdienst. Zum Ende des Monats fielen Niederschläge in allen Aggregatzuständen, es war trüb und dunstig.

 

Ø - Wert 2009 bis 2012

Februar 2013

niedrigste Temperatur

-14,2 °C

-8,9 °C

mittlere Temperatur

-0,5 °C

-0,4 °C

höchste Temperatur

+11,3 °C

+6,9 °C

Gesamtdauer Sonnenschein

86,2 h

46,7 h

Gesamtregenmenge

17,0 mm

27,1 mm


Der Winter 2012 / 13 war der bisher sonnenscheinärmste Winter seit Beginn unserer Wetteraufzeichnungen. Mildere und kältere Witterungsperioden wechselten sich ab, wobei genau zu Weihnachten die höchsten Temperaturen auftraten. Die Niederschlagsbilanz in Querfurt ist positiv.
Der meteorologische Winter war am 28. Februar zu Ende. Für eine einfachere Statistik werden die Jahreszeiten in drei Monate aufgeteilt. So kann besser in warm und kalt, nass und trocken unterschieden werden.

Winter

Ø-Temperatur

Sonnenscheindauer

Niederschlag

2008 / 09

-0,1 °C

177,0 h

76,9 mm

2009 / 10

-1,2 °C

139,5 h

114,9 mm

2010 / 11

-0,9 °C

205,9 h

71,5 mm

2011 / 12

1,2 °C

224,50 h

95,3 mm

2012 /13

0,6 °C

133,3 h

98,0 mm


Der astronomische Frühling beginnt in diesem Jahr am 20. März um 12.03 Uhr (Tag- und Nachtgleiche) und die Sommerzeit am Sonntag, den 31.März.
Nun freuen wir uns umso mehr auf den richtigen Frühling, der sich durch seine ersten Frühjahrsboten bereits angekündigt hat. Dazu zählt auch die diesjährige Blume des Jahres – das Blaue Leberblümchen, auch Blaublume genannt.  Die blauen sternförmigen Blüten erscheinen von März bis April bereits vor der Entfaltung der Blätter. Deshalb wird das Leberblümchen auch Vorwitzchen genannt.  Leider dauert die Blütezeit nur eine Woche. Vorzugsweise finden wir die etwa 15 cm hohe  Pflanze in der Krautschicht alter Buchen- und Eichenwälder Mitteleuropas, wobei kalkhaltige, basenreiche Lehmböden bevorzugt besiedelt werden. In den Alpen  wächst die Art sogar bis in Höhenlagen von 2200 Metern.
Das Leberblümchen ist ein Tiefwurzler. Seine Wurzeln reichen bis 30 Zentimeter in die Erde. Zur Speicherung der  Nährstoffe hat es ein schräg im Boden liegendes Rhizom ausgebildet. Mit Hilfe von Überdauerungsknospen, die sich unmittelbar an der Erdoberfläche in den Blattachseln und im Schutz der überdauernden Blätter befinden, übersteht  es auch strenge Winter. Alle diese Anpassungen ermöglichen es dem Leberblümchen  schon vor vielen anderen Pflanzen zu  blühen, Samen zu bilden und damit für die eigene Fortpflanzung zu sorgen.
Leider ist das Leberblümchen in der Natur recht selten zu finden. Es steht unter Naturschutz, darf deshalb auch nicht gepflückt oder ausgegraben werden.
Aber hat das Leberblümchen auch etwas mit der Leber zu tun?
Tatsächlich erhielt die Pflanze ihren Namen aufgrund der Form des Blattes. Dieses besteht aus drei Lappen, wie die menschliche Leber. Obwohl die frische Pflanze giftig ist, handelt es sich um eine Heilpflanze. Im getrockneten Kraut fehlen alle scharfen und giftigen Stoffe.
In der Schulmedizin wird das Leberblümchen zwar nicht eingesetzt, aber in der Volksmedizin hat es seine Heimat und wird als Hausmittel in Form von Teeaufgüssen verwendet. Richtig bereitete Tees sollen bei Leber- und Gallenbeschwerden, sowie bei Gallensteinen und Gallengries wirksam sein.
Möge die Wahl  des Leberblümchens zur Blume des Jahres 2013 dazu beitragen auch ihren Lebensraum - die alten schattigen Laubwälder -  zu erhalten.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt