Wetterrückblick für den März 2013 in Querfurt und Orchidee des Jahres 2013
Ein Traum von Weihnachtswetter zu Ostern

Solch ein Weihnachtswetter hätten wir uns gewünscht! Der Schnee auf den Feldern war herrlich weiß, durch den Wind richtig glatt gefegt und mit kleinen Dünen bedeckt. Und man konnte durch den feinen Schnee wie durch Sand laufen.
Aber wir warten nun sehnsüchtig auf den Frühling! Doch nur am Anfang des Monats konnten wir kurzzeitig die Winterstiefel beiseitelegen. Mitteldeutschland lag fast den ganzen März unter einer Luftmassengrenze. Das heißt, Hochdruckgebiete wie „Hildi“ und „Gisela“ lagen im Norden bzw. Nordosten Europas fest und die aus dem Süden kommende subtropische Luft konnte nicht zu uns vordringen. Die Wetterlage war den ganzen März und auch Anfang April stabil. Der Winter feierte ein richtiges Comeback und zauberte die wunderschönen Winterlandschaften, da der Niederschlag fast ausschließlich in Form von Schnee fiel und ein steifer Nordostwind blies. Zur Mitte des Monats war Querfurt sogar der Kältepol von Sachsen-Anhalt und der Ziegelrodaer Forst war während der Osterferien das Wintersportmekka vom Saalekreis.
Hoffentlich stimmen die Bauernregeln nicht, denn zum Beispiel sagt die vom 17. März: „ Sieht St. Gertrud Eis, wird es das ganze Jahr nicht heiß.“ Und eine vom astronomischen Frühlingsanfang besagt: „Wie das Wetter an Frühlingsanfang, so ist es den ganzen Sommer lang.“ An diesem Tag fiel Schnee und die Sonne traute sich nicht hervor. Im diesjährigen März gab es insgesamt 5 Eistage, das bedeutet, die Temperaturen blieben unter der 0°C-Grenze. Zusammenfassend kann eingeschätzt werden, dass der dritte Monat des Jahres 2013 durch ein Rekordwetter gekennzeichnet war.

März

Ø - Wert 2009 bis 2012

2013

niedrigste Temperatur

-6,2 °C

-12,8 °C

mittlere Temperatur

5,7 °C

-1,1 °C

höchste Temperatur

+19,0 °C

+13,5 °C

Gesamtdauer Sonnenschein

172,0 h

144 h

Gesamtregenmenge

24,7 mm

33,8 mm


Aber nun ist genug Winter. Viel lieber möchten wir uns an farbigen Blüten erfreuen. Deshalb stellen wir Ihnen in diesem Artikel das Purpur-Knabenkraut, die Orchidee des Jahres 2013, vor. Wenn es vielleicht nun doch bald wärmer wird, kann man es auch auf Wanderungen um Querfurt finden.
Im Allgemeinen ist die Orchidee auf Grund der wunderschönen Blüten bei vielen Menschen sehr beliebt und wird daher oft auch als „Königin der Blumen“ angesehen.
Aber es gibt nicht die Orchidee, sondern weltweit existieren etwa 20 000 verschiedene Orchideenarten. Einige Arten findet man auch in der freien Natur Deutschlands, jedoch sind sie recht selten und oft unscheinbar.
Eine Ausnahmeerscheinung ist das stattliche Purpur-Knabenkraut. Mit Wuchshöhen von 80 cm und manchmal sogar darüber, ist es die größte heimische Orchidee. Es wächst auf trockenen bis mäßig feuchten warmen Kalkböden, in lichten Buchenwäldern, an Waldrändern und auf Mager- und Trockenrasen.
Angeblich duftet es von April bis Juni an solchen Standorten gelegentlich nach Vanille, was daran liegen soll, dass seine Blüten einen derartigen Duft verbreiten.
Die als „Orchidee des Jahres 2013“ gekürte Art zählt botanisch gesehen zu den Bedecktsamern und innerhalb dieser Klasse zu den Einkeimblättrigen, genauer zur Pflanzenfamilie Knabenkraut. Die Familie erhielt ihren deutschen Namen von den zwei hodenförmigen Wurzelknollen. Es handelt sich dabei um Nährstoffspeicher, die der Pflanze das Überwintern ermöglichen.
Das Purpur- Knabenkraut hat sechs Laubblätter, die am Boden anliegen und bis zu 20 Zentimeter lang werden. Der dichte Blütenstand besteht aus vielen Einzelblüten. Der Mittellappen der Einzelblüte ist breit und meist gespalten und die Kelch- und Kronblätter neigen sich helmförmig zusammen. Farblich variieren die Blüten von einem bräunlichen Purpur bis zu einem weiß-Purpur, teilweise mit roten Punkten gesprenkelt.
Da zur Bestäubung der Blüten der Purpur-Knabenkräuter meist Insekten nötig sind, hat sich zwischen Orchidee und Insekt eine enge Wechselbeziehung ausgebildet, genauso, wie zu einem artspezifischen Wurzelpilz. Da die Orchideensamen kein Nährgewebe haben, führt der Pilz ihnen erst Aufbaustoffe zu und ermöglicht das Keimen und Wachsen. Später profitiert der Pilz von den Zuckern, die die Pflanze durch Fotosynthese bildet. Das Purpur-Knabenkraut gehört zu den gefährdeten Arten Deutschlands. Es darf nicht ausgegraben, gepflückt oder beschädigt werden.
Insbesondere sind die natürlichen Lebensräume vor einer Zunahme der Verbuschung und vor dem Einsatz von künstlichen Düngern zu bewahren, um die Art zu erhalten.

Die AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt wünscht Ihnen einen an Farben reichen Frühling.