Wetterrückblick für den April 2013 in Querfurt und der Schmetterling dieses Jahres
April, April

Der April begann, wie der März endete. Es war noch kalt und ein steifer Ostwind blies. Das erste Aprilwetter setzte in der 2. Woche ein, denn die Tiefs aus dem Westen transportierten wärmere Luftmassen aus dem Süden heran. Die Tiefs waren z.T. gewaltig groß. Eines, genannt Leo, reichte von der Ostküste der USA bis nach Europa und brachte uns Regen und sogar auch Sonne. Die Märzenbecher konnten sich endlich vom Schnee befreien und zeigten sich in voller Pracht.
Mitte April war es kurzzeitig richtig warm. Diese Wärme lies auch sofort die Buschwindröschen erblühen, die im noch unbelaubten Wald richtig zart aussahen und den Frühling heraufbeschworen.
Dann setzte wieder ein Frischluftintermezzo ein, in Süddeutschland schneite es überdies noch einmal. Zum Glück waren wir nur vom Westwind und kühleren Temperaturen mit Sonnenschein betroffen. Wärmere Temperaturen und Sonne brachte uns danach das Hoch „Paula“. Aber wieder apriltypisch hielt es nicht lange durch. Tief „Randolf“ erreichte uns Ende April mit Nordwind und Niederschlägen. Am 27. des Monats regnete es sogar den ganzen Tag lang. Der April verabschiedete sich mit wechselhaftem Wetter und Westwind. Dabei hat nun endgültig der Frühling Einzug gehalten, die Bäume zeigen ihr zartgrünes erstes Laub, die Magnolien blühen und endlich „dürfen“ wir im Garten helfen.
An den Vergleichswerten erkennen Sie, dass die Sonnenscheindauer des diesjährigen Aprils weit unter dem Durchschnitt lag, jedoch über dem bundesweiten Durchschnitt von 140 Stunden. Der Niederschlag fiel scheinbar recht reichlich aus, aber der Aprilwert in Ganzdeutschland lag über 10 mm höher.

April

Ø - Wert 2009 bis 2012

2013

niedrigste Temperatur

-0,3 °C

-3,8 °C

mittlere Temperatur

10,6 °C

8,9 °C

höchste Temperatur

25,5 °C

25,6 °C

Gesamtdauer Sonnenschein

239,1 h

161,0 h

Gesamtregenmenge

20,7 mm

34,5 mm


Wenn wir an dieser Stelle über Tiere und Pflanzen unserer Heimat schreiben, die aus verschiedenen Gründen gefährdet sind, dann hat das nicht immer mit dem Klimawandel zu tun.
Und neben Verlierern des Klimawandels gibt es durchaus auch Gewinner. Der zum Schmetterling des Jahres 2013 gewählte Braunfleckige Perlmutterfalter, auch Sumpfwiesen-Perlmuttfalter genannt, gehört aber mit Sicherheit nicht zu Letzteren.
Er lebt auf Feuchtwiesen, an Moorrändern und in Sümpfen. In diesen Lebensräumen ist das Sumpfveilchen, die wichtigste Futterpflanze für die Raupen des Schmetterlings, weit verbreitet. Langfristig gesehen führt die Erderwärmung dazu, dass die heute noch vorhandenen Feuchtgebiete immer öfter austrocknen. Damit finden die Raupen keine Nahrung und somit können sich auch keine Schmetterlinge daraus entwickeln.
Noch kommt der Falter in weiten Teilen Europas, Asiens und Nordamerikas recht häufig vor; in Deutschland steht er aus den genannten Gründen aber schon auf der Vorwarnliste für bedrohte Arten.
Der Sumpfwiesen-Perlmuttfalter gehört übrigens zur Familie der Edelfalter. Sein vorderes Beinpaar ist zu „Putzpfötchen“ umgewandelt, wodurch er wie alle Edelfalter nur auf 4 Beinen sitzt. Mit einer Flügelspannweite von 28-38 mm; bräunlich-orange gefärbten Flügeloberseiten mit schwarzem Muster sowie perlmuttartigen Flecken auf der Flügelunterseite ist er doch eine recht auffällige Erscheinung.
Sehr schön ist der Schmetterlinge beim Saugen von Nektar an großen auffälligen Blüten, die violett gefärbt sind zu beobachten. Wichtige Nahrungspflanzen sind zum Beispiel das Sumpf-Blutauge, Disteln und Klee.
Zur Fortpflanzung legen die Weibchen ihre Eier einzeln an der Unterseite ihrer Futterpflanzen ab. Daraus entwickeln sich Raupen, die sich noch verpuppen, bis schließlich der Schmetterling schlüpft.
Die Tiere fliegen meist in zwei Generationen pro Jahr, davon eine Generation Anfang Mai bis Ende Juni und eine von Mitte Juli bis Anfang September. Aus den Eiern der zweiten Generation entwickeln sich Raupen, welche überwintern. Im Frühjahr leben sie dann noch einige Zeit als Raupe weiter bis sie sich ebenfalls verpuppen.
Der Perlmuttfalter ist ein weiterer Beleg dafür, dass sich der Klimawandel auch auf die Biodiversität in Deutschland auswirkt.

Die AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt