Wetterrückblick für den Mai 2013 in Querfurt
Von Regen, Glück und Wildapfel

Der Mai dieses Jahres war extrem nass und sonnenscheinarm. In keinem der bisher aufgezeichneten Querfurter Maimonate schien so wenig die Sonne. Viele Tiefdruckgebiete bestimmten den fünften Monat des Jahres. Sie brachten wechselhaftes Wetter mit vielen Niederschlägen und hießen z.B. Wolfgang, Xaver, Bob und Christopher. Vor allem zum Ende des Monats fiel Regen in Massen und die Temperaturen waren recht frisch. Verantwortlich dafür war eine sogenannte Vb-Wetterlage. Bei solch einer Wettersituation liegt in höheren Luftschichten ein sogenannter Tiefdrucktrog über West- und Mitteleuropa. Das bedeutet die Höhenströmung verläuft in einer lang gestreckten engen Kurve vom Nordatlantik kommend zunächst südwärts, um dann über Südeuropa scharf nach Norden umzubiegen und schließlich über Mitteleuropa nordwärts auszugreifen. Diese mit Feuchtigkeit gefüllten Tiefs führen zu langanhaltenden Niederschlägen, die durch die notwendige Aufwärtsbewegung der Luftmassen über den Alpen und östlichen Mittelgebirgen noch verstärkt werden können.
Trotz des vielen Niederschlags hatten wir noch Glück, denn unsere Stadt blieb vom Hochwasser verschont.

 

Ø - Wert 2009 bis 2012

Mai 2013

niedrigste Temperatur

1,6 °C

2,3 °C

mittlere Temperatur

13,7 °C

12,6 °C

höchste Temperatur

27,9 °C

26,2 °C

Gesamtdauer Sonnenschein

245,9 h

153,5 h

Gesamtregenmenge

69,1 mm

113,9 mm


Der meteorologische Frühling war in diesem Jahr durch insgesamt kühlere Temperaturen, geringe Sonnenscheindauer und vielen Niederschlägen gekennzeichnet. Aber Sie erkennen ebenfalls, dass die hohen Niederschläge während des Frühjahres nicht unbedingt ungewöhnlich sind. Problematisch für die Landwirtschaft wird wahrscheinlich die hohe Bodenfeuchte sein, denn durch den Schnee während des ganzen März, den Regen im Mai, die niedrigeren Temperaturen und Sonnenstunden verdunstet weniger Feuchtigkeit. Damit können landwirtschaftliche Produkte leichter von Fäulnis und von Pilzkrankheiten befallen werden und die Felder sind durch das Wasser von Erosion betroffen.

Frühling

Ø-Temperatur

Sonnenscheindauer

Niederschlag

2009

10,5 °C

640,4 h

153,4 mm

2010

8,3 °C

551,7 h

190,6 mm

2011

10,6 °C

805,2 h

47,4 mm

2012

10,7 °C

632,1 h

66,4 mm

2013

6,8 °C

458,5 h

182,2 mm


Nach unserem Wetterrückblick wenden wir uns diesmal dem Baum des Jahres 2013 zu. Auch in diesem Jahr pflanzten die Abiturienten des Gymnasiums Querfurt an ihrem letzten Schultag den Baum des Jahres, einen Wildapfelbaum. Damit wurde die entsprechende Tradition am Gymnasium weitergeführt und gleichzeitig der Natur ein guter Dienst erwiesen.
Der Wildapfel ist nicht unbedingt ein süßes Früchtchen. Die Äpfel des Wildapfelbaumes sind im frischen Zustand kaum genießbar. Nur gedörrt und gekocht sind sie essbar. Die fast kugelrunden Früchte entstehen aus fünfzähligen, weiß-rosa Blüten, welche von April bis Mai den Baum schmücken. Dann werden sie von Bienen bestäubt, und die Äpfel reifen von September bis Oktober.
Doch nicht nur die Blüten schmücken den Baum, sondern auch die 4-10 cm langen, 2-5cm breiten Blätter, die glatt und matt grün sind. Sie sind eiförmig und am Rand wie gesägt.
Das gibt den bis über 10m hohen Wildapfelbäumen ihr vollkommenes Aussehen. Die Äste stehen ab und haben häufig dornige, dunkelbraune Zweige. Der Baum wächst recht langsam, hat dafür aber flache, ausgedehnte, reich verzweigte Wurzeln. Die Bäume können bis zu hundert Jahre alt werden, wobei sie im Alter braune bis grau-braune Borke bekommen. Der gekrümmte, gewundene Stamm hat einen Durchmesser von 45cm.
Der Wildapfel ist fast in ganz Europa und Südwestasien verbreitet. In den Alpen steht er bis über 1.100m über NN. Leider kommt er in Deutschland sehr selten vor, weil er keine wirtschaftliche Bedeutung hat. Er bevorzugt lichte Plätze, kommt aber auch mit Schatten aus. Der Baum ist sehr widerstandsfähig und kann auf fast jedem Boden wachsen. Jedoch bevorzugt er tiefgründige, frische basen-, und nährstoffreiche Lehm und Steinböden in sonniger Lage.
Aber warum ist der Wildapfel eigentlich Baum des Jahres? Ganz einfach: Weil er zur biologischen Vielfalt beiträgt und eine wichtige Nahrungsquelle für die Tierwelt ist. Dadurch, dass er Baum des Jahres ist, erhofft man sich, dass der Baum erkannt und geschützt wird.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt, die sich auf den Sommer freut