Wetterrückblick für den August 2013 in Querfurt
Nach großer Hitze ein richtig schöner Sommermonat

Der August dieses Jahres verwöhnte uns mit angenehmen Temperaturen, überdurchschnittlich viel Sonnenschein und verhältnismäßig wenig Regen.
Dabei begann er mit der dritten Hitzewelle in diesem Sommer. Am 2. August wurde sogar noch die Höchsttemperatur vom 27. Juli übertroffen. Ab dem 6. August verdrängten Tiefdruckgebiete aus dem Westen die subtropisch-heiße Luft. Der Wind, der dabei aufzog, erreichte an unserer Messstation in Querfurt sogar Windgeschwindigkeiten von fast 100 km pro Stunde, also Windstärke 10. Damit wurde es wechselhafter und die Nächte waren angenehm kühl.
Ab Monatsmitte brachte das Hoch „Dörte“ wieder richtige Ferien- und Badetemperaturen. Das Hoch „Gerlinde“ ließ den August 2013 als richtig schönen Sommermonat ausklingen. Acht Tage des Monats waren wahre Sommertage mit über 25°C und 4 Tage waren Hitzetage mit über 30°C. Mit solch einem August konnten die Landwirte ihre Ernte trocken und schnell einbringen.

 

Ø - Wert 2008 bis 2012

August 2013

niedrigste Temperatur

8,0 °C

8,4 °C

mittlere Temperatur

18,6 °C

18,7 °C

höchste Temperatur

33,5 °C

35,3 °C

Gesamtdauer Sonnenschein

231,1 h

261,6 h

Gesamtregenmenge

50,7 mm

44,4 mm


Der Sommer 2013 war sehr warm, trocken und sonnenscheinreich. Sie sehen das in unserer zweiten Tabelle. Selbst wenn wir jeden bisher aufgezeichneten Sommer erwähnt hätten, würde der diesjährige herausragen, vor allem in Bezug auf Sonnenscheindauer und Niederschlag.
In diesem Sommer dominierten die Hochdruckgebiete, Tiefdruckgebiete unterbrachen nur kurzzeitig das Wettergeschehen. Auffällig waren jedoch Wetterextreme – Starkregen, Hagelschlag und Sturmböen, die in den Übergangszonen von heißer zu kühlerer Luft entstanden sind und nur verhältnismäßig kleine Räume beeinflusst haben.
Durch die Lage der Hochdruckgebiete im Westen und Norden herrschten oft nördliche Winde mit angenehmen Tagestemperaturen und kühleren Nächten. Mitte Juni, Ende Juli und Anfang August traten drei große Hitzewellen auf, die dann von Gewittern beendet wurden. Durch die Trockenheit war die Waldbrandgefahr sehr hoch.
Sachsen Anhalt war mit Abstand das trockenste Bundesland (118 l/m² - Ø 174 l/m²) Deutschlands. Dabei haben von Anfang bis Mitte Juni noch zahlreiche Orte an der Elbe gegen extremes Hochwasser gekämpft.

Sommer

Ø-Temperatur

Sonnenscheindauer

Niederschlag

2008 - 2012

18,0 °C

731,4 h

184,3 mm

2013

18,5 °C

833,8 h

92,9 mm


Auch in diesem Jahr wurde eine Kleinlibelle zur Libelle des Jahres ernannt – und wieder eine Art, die vom Klimawandel stark betroffen ist. Es handelt sich diesmal um die ziemlich seltene Speer-Azurjungfer. Für ihren Namen sind die hellblauen Männchen der Art verantwortlich, denn auf deren 2. Hinterleibssegment befindet sich an der Oberseite eine dreieckige “Pfeilspitze” und an der Oberseite des 3. Segments eine Zeichnung, die an eine Speerspitze erinnert. Die Weibchen dagegen sind schwarz grün und ohne die Speerspitze.
Speer-Azurjungfern besitzen eine Flügelspannweite von gut 40 mm und eine Körperlänge von etwa 30 mm. Zur Paarung bilden sie ein Paarungsrad, welches zur Eiablage minutenlang unter Wasser abtaucht. Die Entwicklungszeit der Larven dauert 1 - 4 Jahre.
Leider gehen die Bestände der sehr schönen und zierlichen Libellenart überall mit großer Geschwindigkeit zurück. In diesem Jahr 2013 wurde sie deshalb in der neuen Roten Liste der gefährdeten Arten sogar als „stark gefährdet“ und damit höher eingestuft.
Die Speer-Azurjungfern findet man im Deutschland in allen Bundesländern, insbesondere im norddeutschen Tiefland, im östlichen Mittelgebirge, im südwestdeutschen Stufenland sowie im Alpenvorland. Sie bevorzugen nährstoffarme Moore, Teiche und andere flache und saubere Gewässer mit einer gut entwickelten Ufervegetation.
Weshalb hat es diese Kleinlibellenart, die für den Menschen ungefährlich ist und nicht stechen kann, so schwer im Überlebenskampf? Auch hier sind wir Menschen für viele Probleme verantwortlich. Die Nährstoffanreicherung in den Gewässern, auch Eutrophierung genannt, die intensive Bewirtschaftung vieler Teiche; aber auch Entwässerungsmaßnahmen oder die Absenkung des Grundwassers sind einige Gründe, die den Lebensraum der Speer-Azurjungfer immer weiter verkleinern. Außerdem scheint die Art auch ein Verlierer des Klimawandels zu sein. Die sich verändernden Bedingungen führen auch dazu, dass viele Gewässer austrocknen. Insgesamt scheint sich der Lebensraum der Art stärker nach Westen und in größere Höhen zu verschieben.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt