Wetterrückblick für den Oktober 2013 in Querfurt
Der Monat der Extreme begegnet der Gemüsepflanze des Jahres

Der Monatsanfang war noch freundlich, setzte sich doch das schöne und ziemlich kalte Frühherbstwetter des Septembers fort, da sich Deutschland an der Südflanke des Hochs „Karin“ im Zustrom kalter Luftmassen aus Russland befand. Dann übernahmen Tiefdruckgebiete die Wetterregie. „Xenon“ brachte Regen, trübe Aussichten, Wind und kühle Temperaturen.
Pünktlich zu den Herbstferien überraschten uns fast wieder sommerliche Wetterverhältnisse. Wir konnten tagsüber im Freien ohne Jacke unterwegs sein, da es auf der Vorderseite der westeuropäischen Tiefs „Yannick“, „Zenith“ und „Albrecht“ immer wieder zu ungewöhnlichen Warmluftvorstößen aus dem Südwesten Europas kam.
Doch zum Ende des Monats wendete sich das Blatt. „Burkhard“ und „Christian“ brachten ungemütliches Herbstwetter, das durch richtige Herbststürme mit zum Teil Orkanstärke und großem Zerstörungspotenzial gekennzeichnet war.
Insgesamt fiel der diesjährige Oktober in Querfurt zu warm, zu feucht und sonnenscheinarm aus. Zum Vergleich registrierte der DWD für unser Bundesland Sachsen-Anhalt eine Durchschnittstemperatur von 11,1 °C (9,4°C), der Niederschlag kam mit 70 l/m² fast auf das Doppelte des Solls (36 l/m²), der Sonnenschein jedoch nur auf 95 Stunden (105 h).

 

Ø - Wert 2008 bis 2012

Oktober 2013

niedrigste Temperatur

-2,6 °C

-1,5 °C

mittlere Temperatur

8,9 °C

10,8 °C

höchste Temperatur

23,3 °C

23,1 °C

Gesamtdauer Sonnenschein

142,5 h

110,9 h

Gesamtregenmenge

29,1 mm

63,9 mm


Die Gattung Allium wurde in diesem Jahr zur Gemüsepflanze des Jahres gewählt und da die Temperaturen im Oktober noch ihre Ernte zuließ, haben wir ihr den Platz in unserem Naturteil vorbehalten. Dazu gehören die Zwiebel, der Knoblauch, der Schnittlauch, der Porree und der Glöckchen-Lauch. Dies sind jedoch nur einige Vertreter, denn insgesamt umfasst diese Gattung um die 700 Arten. Von Gemüsen, über Gewürzen bis hin zu Zierpflanzen ist alles dabei. Jeder von uns benutzt sie in der Küche, zum Würzen oder lediglich zum Verzieren von Speisen, manche auch als Medizin.
Eine Pflanze aus der Gattung Allium besteht im Allgemeinen aus einem gestauchten Spross, welcher auf eine flache Scheibe an der Unterseite reduziert ist. An ihm befinden sich auch, nach unten gerichtet, die Wurzeln. An der Oberseite der Scheibe sind die Blätter, welche sich übereinander schichten und so die Zwiebel bilden. Werden die Zwiebeln von der Zwiebelfliege befallen, so sterben die Blätter ab.
Beim Knoblauch ist es so, dass eine Mutterzwiebel von vielen Tochterzwiebeln umgeben ist, und diese wiederum insgesamt von einer sehr trockenen Haut. Wenn die Tochterzwiebeln ausgereift sind, vertrocknet die Mutterzwiebel oder stirbt ganz und gar ab.
Die Pflanzen stellen schon recht hohe Ansprüche an den Boden. Er muss locker und fruchtbar, aber nicht mit frischem Mist gedüngt und ausreichend feucht sein. Ein sonniges Plätzchen wird bevorzugt, wenn man sie im April direkt im Freiland aussät.
Dass es sich um besonders wertvolle Pflanzen handelt, wussten auch schon die alten Ägypter. Diese haben sie schon etwa 3200 v. Christus als Kulturpflanzen angebaut. Von dort aus breitete sich die Gattung Allium über Mittel- und Vorderasien, bis nach Europa aus.
Doch welche Teile der Pflanzen kann man eigentlich nutzen? Genießbar sind nur der unterirdische Teil der Pflanze, also die Zwiebeln und die Bulben. Da Schnittlauch und Porree keine Zwiebeln ausbilden, sind hier die Blätter genießbar und der Bärlauch ist sogar vollkommen essbar. Alle genannten Teile der beschriebenen Arten sind sehr gesund und schmackhaft.
Neben der Nutzung in der Küche spricht man Zwiebeln und Knoblauch auch heilende Kräfte zu. Insbesondere in der Zwiebel sind viele Vitamine, Mineralien und desinfizierend wirkende, schwefelhaltige Verbindungen. Zwiebelkompressen wirken zum Beispiel schmerzlindernd, unter anderem bei Insektenstichen.
Der Saft der Zwiebel dagegen wirkt antibakteriell und ist somit ein gutes Mittel gegen Husten und Schnupfen. Um diesen herzustellen muss man lediglich die kleinen Würfel einer rohen Zwiebel in eine Tasse tun und einen Löffel Honig dazugeben. Dadurch wird ihnen der Saft entzogen, welcher dann gleichzeitig auch noch süßlich schmeckt.
Insgesamt kann man behaupten, dass es neben Knoblauch kein gesünderes einheimisches Gewürz gibt als die Zwiebel. Man kann sie roh essen, rösten oder kochen, kann sie in Scheiben schneiden oder hacken; in Soßen, an Braten, im Schmalz oder im Salat verwenden. Zwiebeln passen fast überall hin. Wer also reichlich Zwiebeln in der Küche verwendet, der würzt nicht nur gut, sondern lebt auch gesünder.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt