Wetterrückblick für den Januar 2014 in Querfurt
Der Winter und „Zorro“ schauen vorbei

Der Januar begann, wie der Dezember endete. Immer noch bestimmten atlantische Tiefdruckgebiete das Wetter in Europa. Das bedeutete, es war mild, der Wind kam aus südwestlicher bzw. westlicher Richtung und die Wolken ließen dann und wann die Sonne scheinen. Erst ab Mitte Januar veränderte das Kältehoch „Benjamin“ über Lappland diese Wetterlage. Es bildete sich eine scharfe Luftmassengrenze zwischen dem genannten Hoch und dem Tief „Helga“ über Westeuropa. Diese verlief von Nordwesten nach Südosten über Deutschland. Unser Bundesland befand sich im Einflussbereich der Kälte und deshalb brachten die gelegentlichen Niederschläge den ersten Schnee des Jahres. Jedoch kam am 20. Januar zuerst der Eisregen und die Sonne versteckte sich tagelang. Der Boden gefror oberflächlich und der Schnee blieb auf den Feldern liegen. Der Reif an den Bäumen ließ den Winterwald strahlen. Aber bereits zum Monatsende ging der Frost in die Knie, wie sich die Meteorologen ausdrückten. Nur kurzzeitig herrschte „ein Traum von Winter“. Dafür verantwortlich war das Tief „Nadja“, das Schneemassen in die Alpen nach Österreich brachte, Überschwemmungen in Italien und Tauwetter nach Deutschland.
Insgesamt war der Januar bei uns wärmer, etwas Sonnenschein reicher und trockener. Die Großwetterlage hatte sich weltweit kaum verändert – in Nordamerika war es sehr kalt, in Europa fast „frühlingshaft“ und auf der Südhalbkugel sehr warm.

 

Ø - Wert 2009 bis 2013

Januar 2014

niedrigste Temperatur

-14,7 °C

-11,6 °C

mittlere Temperatur

-0,9 °C

+1,6 °C

höchste Temperatur

+10,3°C

+12,9 °C

Gesamtdauer Sonnenschein

56,9 h

58,3 h

Gesamtregenmenge

26,5 mm

23,0 mm


Sollten Sie im Laufe der nächsten zwei Monate ein lautes, leicht höhnisches Lachen aus einem Baum vernehmen, so wird es sich höchstwahrscheinlich um den Grünspecht handeln.
Nachdem die bestandsgefährdete Bekassine 2013 der Vogel des Jahres war, folgt im Jahr 2014 der Grünspecht, der seinen Bestand in Deutschland in den letzten 20 Jahren auf mehr als 42.000 Brutpaare ausweiten konnte. Auf den „Meckervogel“ 2013 folgt also 2014 der „Lachvogel“. Dabei soll sein Reviergesang eine Warmfront ankündigen.
Der Vogel des Jahres 2014 wird auch Gras- oder Erdspecht genannt. Obwohl er sehr farbenprächtig ist und durch sein “Lachen“ auffällt ist er eher scheu und nicht so leicht zu sehen. Er kommt in lichten Wäldern, Parks, großen Gärten mit Baumbestand oder auf Streuobstwiesen vor. Der Grünspecht ist dabei eine der nur neun Arten von Spechten in Deutschland. Er kann bis zu 32 cm lang werden und hat eine Flügelspannweite von 52 cm. Die Oberseite seines Körpers ist dunkelgrün und die Unterseite hellgrau/grün. Der Oberkopf und Nacken sind rot. Da seine Augen schwarz umrandet sind, wird er im Volksmund auch als "Fliegender Zorro" bezeichnet. Kinn, Kehle und die Ohrgegend sind weißlich. Die Flügel des Grünspechtes sind braun-schwarz, gelblich und bräunlich-weiß gefleckt. Der Schwanz ist grün-gelb. Die Brutzeit beginnt im April und zieht sich bis in den Mai. Dabei werden 5 bis 7 Eier von dem Weibchen in die selbst gezimmerte Bruthöhle gelegt. Nach der Brutzeit trennt sich das Grünspechtpaar wieder. Seine Nahrung sucht der Grünspecht fast ausschließlich auf dem Boden. Dabei bohrt er mehrere Zentimeter tiefe Löcher und holt Ameisen mit seiner langen klebrigen Zunge heraus. Er frisst aber auch Mücken, Fliegen, Regenwürmer und Fallobst.
Aufgrund seiner Spezialisierung für am Boden lebende Ameisen, ist er sehr anfällig für extreme Winter. Die Grünspechtbestände können dann stark zurückgehen. Doch auch, wenn kein Schnee liegt, ist er durch die intensive Landwirtschaft gefährdet, da Ameisennester zum Beispiel durch das Mähen von Streuobstwiesen zerstört werden, und er so keine Nahrung findet. Um den Lebensraum des Grünspechts besser zu schützen, sollte konsequent auf Pestizide in Hausgärten, auf Streuobstwiesen und städtischen Grünanlagen verzichtet werden. Außerdem sollten Grünlandflächen und dicke Bäume erhalten bleiben. Da in diesem Jahr bisher eher ein milder Winter war, können wir den Grünspecht vielleicht bald in unserer Nähe beobachten.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt