Wetterrückblick für den Februar 2014 in Querfurt
Frühlingsgefühle im Februar und Deutschlands Heilpflanze des Jahres

Die vorherrschenden Wetterlagen aus den beiden vorhergehenden Monaten änderten sich auch im Februar nicht. Die Sturmtiefs im Westen Europas brachten uns kaum Niederschläge, gingen aber einher mit milden Temperaturen und beträchtlich mehr Sonnenscheinstunden. Deshalb war der Februar 2014 insgesamt ungewöhnlich mild, trocken und sonnig. Die Vergleichswerte zeigen Ihnen die großen Unterschiede zu den Vorjahren.
Den ganzen Monat über wechselten sich Wolken und Sonne ab, West- und Südwestwind ließen die Temperaturen kaum unter den Nullpunkt sinken. Am 18. Februar brachte der Südwind sogar Sand aus der Sahara. Die Sturmtiefs „Tini“, „Ulla“ und Waltraut“ tobten sich an der Atlantikküste aus und bei uns, „vor unserer Haustür verhungerten sie“, wie sich ein Meteorologe vom MDR ausdrückte. Die Schneeglöckchen blühten Anfang, der Seidelbast Mitte Februar und die Blätter der Märzenbecher zeigten sich zu dieser Zeit auch schon. Und Ende Februar waren sogar ihre ersten Blüten zu bewundern. Ebenso nutzten die Vögel die recht warmen Winde, für sie sogar Rückenwinde, um aus ihren Winterquartieren zurückzukehren. Im Wald und in den Hecken hat das Gezwitscher begonnen, Kraniche und Störche wurden ebenfalls schon gesichtet.

 

Ø - Wert 2009 bis 2013

Februar 2014

niedrigste Temperatur

-13,1 °C

-6,4 °C

mittlere Temperatur

-0,5 °C

+4,8 °C

höchste Temperatur

+10,4 °C

+14,7 °C

Gesamtdauer Sonnenschein

78,3 h

119,3 h

Gesamtregenmenge

19,0 mm

10,1 mm


Zurückblickend können wir einschätzen, der Winter 2013 / 14 war eigentlich kein Winter, er war fast ein Komplettausfall. Der kurze Wintereinbruch ab Mitte Januar war eine Eintagsfliege und sonst herrschte immer die für diesen Winter so typische Südwestwindwetterlage. Dafür mangelte es nicht an Sonne. Wie sich das Niederschlagsdefizit auswirken wird, wagen wir uns nicht vorauszusagen.

Winter

Ø-Temperatur

Sonnenscheindauer

Niederschlag

2009 – 2013

-0,1 °C

180,7 h

86,7 mm

2013 / 14

3,6 °C

245,9 h

51,0 mm


Der Anis, auch „ Römischer Fenchel“, „Brotsamen“ oder „Pimpinella anisum“ genannt, ist die Heilpflanze des Jahres 2014.
Er ist eine einjährige Pflanze, die zu den Doldenblütengewächsen zählt und dem Fenchel ähnelt. Vielleicht kennen ja auch sie den Geschmack von Anis, zum Beispiel aus dem Urlaub in Griechenland oder vom Essen beim „ Griechen“ in Deutschland. Überall dort wird Ouzo, ein charakteristisch schmeckender Anisschnaps, angeboten. Auch die Verwendung in Süßwaren wie Anisplätzchen und Anisbonbons zeigt die Beliebtheit des typischen Aromas.
Ihren Ursprung hat die Pflanze übrigens in Asien und den südöstlichen Mittelmeerländern. Nonnen und Mönche haben sie nach Europa eingeführt. Dort wurde sie zunächst in den Klostergärten angebaut. Auch heute findet man sie bei uns fast nur in Gärten oder im landwirtschaftlichen Anbau, denn sie ist ziemlich anspruchsvoll. So wird von der Anispflanze ein trockener, warmer und sonniger Standort bevorzugt, dessen Boden auch noch wasser- und luftdurchlässig sein muss.
Der typische Geruch von Anis, der auch verantwortlich für das Anisaroma ist, beruht auf dem organischen Stoff Anethol und macht zu 90 % die Zusammensetzung von Anisöl aus.
Aber warum ist Anis die Heilpflanze 2014?
In der Heilkunde hilft Anis bei Husten und Heiserkeit, bei Blähungen und zur Milchbildung nach der Schwangerschaft. Dabei wirkt das ätherische Anisöl antibakteriell, harntreibend sowie krampf- und schleimlösend. Meist wird der Wirkstoff in Form von Teemischungen aufgenommen, mit heißem Wasserdampf inhaliert oder als Bestandteil von Salben zum Einreiben verwendet.
Übrigens, nicht wenige Erwachsene schwören nach einem wohlschmeckenden Essen auch weiterhin auf einen anishaltigen Verdauungslikör.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt