Wetterrückblick für den April 2014 in Querfurt
Extrem-April und der Schmetterling des Jahres 2014

Der diesjährige April reiht sich nahtlos in die vergangenen Monate ein. Seit Dezember 2013 ist es zu warm, zu trocken und zu sonnenscheinreich. Aber etwas relativieren müssen wir schon.
Der April begann mit Dunst und Saharastaub, der statt des erhofften Regens unser Wetter kennzeichnete. Mitte des Monats gab es richtiges Aprilwetter mit Wind, Sonne, Regen und Graupel sowie so kalten Nächten, dass viele Apfelblüten erfroren. Ostern war zuerst von häufigen Schauern zu Karfreitag und dann vom Ostwind und wechselhaftem Wetter geprägt. Anschließend stellte Mitteleuropa eine richtige „Wärmeinsel“ dar, denn wir lagen im Zwischenbereich von Tiefdruckgebieten über Südeuropa und Hochdruckgebieten über Nordeuropa. Diese Wetterlage brachte uns Nebel am Morgen und fast sommerliche Temperaturen am Tag, aber immer verbunden mit Ostwind. Dann kam am 27. April das Tief „Sabine“ mit Gewitter und starken Regenfällen am Nachmittag und Abend. Allein 36 mm Niederschlag fielen bei uns in wenigen Stunden. Wie regional unterschiedlich die Niederschlagsmengen ausfallen, zeigt sich im Vergleich zu Mücheln. Dort fielen am Geiseltalsee am gleichen Tag mit 89,9 mm mehr als die doppelte Menge des Querfurter Niederschlags.
Durch die anhaltende Wärme hatte die Vegetation Ende April einen Vorsprung von mehr als zwei Wochen verglichen mit dem vieljährigen Mittel und sogar von fünf Wochen im Vergleich zur Vegetation von 2013. Im bisherigen Jahr schien die Sonne bereits 166,3 Stunden länger als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres, aber dafür fiel fast 30 mm weniger Niederschlag.

 

Ø - Wert 2009 bis 2013

April 2014

niedrigste Temperatur

-1,0 °C

-1,5 °C

mittlere Temperatur

10,3 °C

11,7 °C

höchste Temperatur

25,5 °C

23,3°C

Gesamtdauer Sonnenschein

223,5 h

200,6 h

Gesamtregenmenge

23,5 mm

53,2 mm


Manche Tierarten sind stark von bestimmten Pflanzenarten abhängig. So zum Beispiel der Schmetterling des Jahres 2014. Es ist der Wolfsmilchschwärmer. Er braucht für seine Entwicklung unbedingt Wolfsmilchgewächse. In den 1960er Jahren war er in Deutschland deutlich häufiger zu finden als heute. Doch mittlerweile ist er aus vielen Regionen komplett verschwunden. Ursachen dafür sind der Verlust nährstoffarmer, trockener und warmer Standorte. Das sind aber genau die Gebiete, wo die Zypressen-Wolfsmilch in großen Mengen wächst. Beispiel für solche Regionen sind z.B. Trockenrasen, Ruderalflächen (nicht bzw. nicht mehr genutzte Flächen), Kiesgruben, Binnendünen und sonnige Hänge, sowie Feld- und Wegränder. Dabei ist die Zypressen-Wolfsmilch die Nahrungspflanze der Wolfsmilchschwärmer-Raupen. Diese schlüpfen aus den 1 Millimeter großen, blaugrün schimmernden Eiern, die das Weibchen an die Blätter der Pflanze legt. Da die Raupen gegen die von der Zypressen-Wolfsmilch gebildeten Giftstoffe immun sind, entwickeln sie sich auf deren Blättern prächtig. Die älteren Raupen haben eine rot-schwarze Färbung, womit mögliche Feinde auf den giftigen Darminhalt hingewiesen und dadurch häufig abgeschreckt werden. Diesen Schutz haben die jungen Raupen noch nicht. Sie haben eine andere Strategie, um sich zu schützen. Diese besteht darin, dass sie nur in der Nacht aktiv sind. Den Winter überdauern die Wolfsmilchschwärmer als Puppe, wobei sich ihre Hautfarbe von grün zu schwarz mit weißen Tupfen und rotem Rücken wandelt. Aus den Puppen schlüpfen im Frühjahr die eigentlichen Falter. Ihre Vorderflügel sind hellbraun mit dunkleren Bereichen. Die Hinterflügel sind rot, schwarz und weiß, wodurch ihre Fressfeinde abgeschreckt werden. Sie besitzen auch ein hinteres, rotes Horn mit schwarzer Spitze, das einem Stachel ähnelt. Ihre Flügelspannweite beträgt 8 cm. Damit zählen sie zu den größeren heimischen Nachtfaltern. Übrigens -die vollständig entwickelten Wolfsmilchschwärmer fliegen von Mai bis Juli. Mit Beginn der Dämmerung schwirren sie, ähnlich wie Kolibris vor den Blüten und saugen mit ihren langen Saugrüsseln den Nektar aus diesen heraus. Vielleicht können auch Sie die recht imposanten Falter demnächst an einem warmen Frühlingsabend beobachten!

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt