Wetterrückblick für den Mai und Frühling 2014 in Querfurt
Aprilwetter mit Vorgeschmack auf Sommer und Deutschlands Blume des Jahres

Gleich Anfang Mai endete die seit Dezember andauernde Serie trockener und sonnenscheinreicher Monate. Tiefdruckgebiete wie „Theresa“ und „Xena“ brachten wechselhaftes und kühleres Wetter, verbunden mit Regen, teilweise auch Gewittern und häufigen Westwind-Wetterlagen. Die Eisheiligen vom 11. bis 15. machten ihrem Namen alle Ehre. Zum Glück blieben wir von den Niederschlagsmassen verschont, die in Südosteuropa gewaltige Schäden anrichteten.
In der zweiten Hälfte des Mai führten Hochdruckgebiete aus dem Osten und Süden Europas zu einer kurzen hochsommerlichen Phase mit „Rekordwärme“. Gewitterfronten aus dem Südwesten läuteten dann die Wetteränderung bei uns ein. Danach lag eine Luftmassengrenze über Mitteldeutschland, die uns wieder eine wechselhaftere, kühlere und feuchtere Witterung brachte.

 

Ø - Wert 2009 bis 2013

Mai 2014

niedrigste Temperatur

1,7 °C

2,6 °C

mittlere Temperatur

13,5 °C

13,0 °C

höchste Temperatur

27,6 °C

28,9 °C

Gesamtdauer Sonnenschein

227,4 h

248,1 h

Gesamtregenmenge

78,0 mm

84,1 mm


Insgesamt können wir einschätzen, dass der Frühling 2014 im Durchschnitt wärmer und sonniger als die bisher in Querfurt erfassten Frühlinge ausfiel. Um den 11. April begannen fast überall in Deutschland die Apfelbäume zu blühen. Das bedeutet der Vollfrühling (phänologische Jahreszeiten) begann Anfang April! März und April waren erheblich zu trocken, nur Ende April wurde durch die heftigen Gewitter die Niederschlagsbilanz „aufgehübscht“. Dagegen relativierte der Mai die zu warmen und trockenen Vormonate.

Frühling

Ø-Temperatur

Sonnenscheindauer

Niederschlag

2009 – 2013

9,3 °C

617,6 h

128,0 mm

2014

10,7 °C

625,7 h

147,7 mm


In unserem Maiartikel möchten wir Ihnen die Blume des Jahres 2014 vorstellen. Das ist die Schwanenblume. Ihren Namen erhielt sie wegen des besonderen Baus der Blüte. Speziell der Griffel, also der Teil des Fruchtblattes, der die Narbe trägt, ist schwanenhalsartig gebogen. Die sehr attraktive Röhrichtpflanze wird ca. 1,50 Meter hoch und hat einen doldenartigen Blütenstand mit bis zu 30 zartrosafarbenen Einzelblüten, die sich nacheinander öffnen.
In Deutschland steht die Pflanze auf der Vorwarnliste bedrohter Arten, denn ihre Bestände gehen ständig zurück. Das ist von vielen Faktoren beeinflusst. So wächst sie zum Beispiel in Uferröhrichten von Gräben, Bächen, Flussufern und Teichen, bevorzugt sandig bis lehmige Böden, die viele Nährstoffe enthalten und verträgt auch wechselnde Wasserstände. Diese Lebensräume gehen aber in den letzten Jahrzehnten durch die Einflussnahme des Menschen kontinuierlich zurück. Dazu zählen besonders Entwässerungsmaßnahmen, der Ausbau von Flüssen, der Deichbau und die Intensivierung der Landwirtschaft, die oft mit intensiver Düngung verbunden ist. In künstlichen Gewässern dagegen wird die Existenz durch zu intensives Mähen und Beräumen der Flächen bedroht. Aber auch natürliche Konkurrenten am Standort setzen ihr zu. Die Schwanenblume braucht nämlich viel Wärme. Deshalb wächst sie normalerweise an den Stellen des Röhrichts, wo viel Sonne hinkommt. Dabei wird sie durch Arten bedrängt, die sehr schnell und sehr hoch wachsen und dicht stehen, ihr also Licht und Wärme rauben.
Da der von der Schwanenblume genutzte Lebensraum natürlich auch anderen bedrohten Pflanzenarten, Krebsen, Insekten, Amphibien und vielen Vogelarten zum Überleben dient, soll mit der Ernennung zur Blume des Jahres auch an den Erhalt dieser Lebensräume insbesondere der Auen durch uns Menschen appelliert werden.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt