Wetterrückblick für den Juni 2014 in Querfurt
Heiße Pfingsten und Deutschlands Weichtier des Jahres

Das herausragende Wetterereignis im Juni war über Pfingsten. Deutschland befand sich unter einer Hochdruckbrücke, die von Skandinavien bis nach Südeuropa reichte. Der Südwind war heiß und trocken. Badewetter pur herrschte. Aber es wurde vor der Hitze gewarnt und die Sonneneinstrahlung war extrem. Ein UV-Index von 7 wurde angegeben. Das bedeutet, es besteht eine hohe gesundheitliche Gefährdung und Schutzmaßnahmen sind erforderlich (nach WHO: mittags den Schatten suchen, in der Sonne werden Hemd, Sonnencreme, Sonnenbrille und Kopfbedeckung benötigt).
Sonst lagen wir häufig in einer mäßig warmen, zeitweise auch kühleren Nordströmung. Die Wettersingularität „Schafskälte“ konnte bei uns in leichter Form verzeichnet werden. Das Wetter war wechselhaft und recht kühl mit einigen Regenfällen. Die Meteorologen erklärten es mit dem Sommermonsunphänomen. Die Luftmassen über der Nordsee waren kühl und im südlichen Europa war es warm. Dadurch bildeten sich Temperatur- und Luftdruckgegensätze und der Wind kam damit aus dem Norden.
An den Vergleichswetterdaten erkennen Sie, dass der Juni 2014 fast ein normaler war, nur eben zu trocken und wieder mit einer „extremen“ Tagesmenge an Niederschlag, der nur lokal begrenzt fiel. Am 11. Juni registrierte unsere Wetterstation 36,7 mm Regen und in Mücheln auf der Halbinsel des Geiseltalsees fiel kein einziger Tropfen und es wurden dort im gesamten Monat insgesamt nur 13,9 mm Niederschlag gemessen.

 

Ø - Wert 2008 bis 2013

Juni 2014

niedrigste Temperatur

6,3 °C

6,7 °C

mittlere Temperatur

16,7 °C

16,5 °C

höchste Temperatur

30,6 °C

33,5 °C

Gesamtdauer Sonnenschein

256,7 h

251,9 h

Gesamtregenmenge

55,8 mm

43,8 mm


Im Mai 2008 wurde die Wetterstation auf dem Schulhof des Gymnasiums Querfurt eingeweiht. Deshalb haben wir für den Juni 2014 schon eine „Referenzperiode“ von 6 Jahren (normalerweise müssen es aber mindestens 30 Jahre sein).
In unserem Juniartikel widmen wir uns dem Favoriten der Wirbellosen, der zum Weichtier des Jahres 2014 gekürt wurde. Es handelt sich um die Knoblauch-Glanzschnecke, eine Schnecke, die zu den Landlungenschnecken gehört.
So wie es der Name vermuten lässt, ist ihr Gehäuse stets auf Hochglanz poliert. Bei dieser Glanzschnecke handelt es sich um eine relativ kleine Art, mit einem glatten und glänzenden, schwach grün-bräunlich gefärbtem Gehäuse, das einen Durchmesser von 7 mm aufweist. Das Tier selbst ist schwärzlich-blau gefärbt, kann aber auch heller, in einem spektakulären Blau auftreten. Je nach Farbvarianz und Farbtiefe wirkt der Körper durch das durchsichtige Gehäuse dunkler.
Man findet die Knoblauch-Glanzschnecke in sumpfigen Lebensräumen, in Laubwäldern, an Berghängen, im Moos oder unter Laub und Steinen. Aber ebenfalls an feuchten Standorten wie Bachtälern und Gewässerufern, auf feuchten Wiesen und in Gärten und Treibhäusern.
Die Bezeichnung Knoblauchschnecke hat jedenfalls nichts mit ihren Vorkommen auf Knoblauchpflanzen zu tun. Mit dem Knoblauch hat sie nur den Geruch gemeinsam. Dieser geht vom Schleim aus, den die Schnecke bei Berührung absondert. Fressfeinde werden dadurch oft veranlasst, von der Knoblauch-Glanzschnecke als Beute abzulassen.
Hauptsächlich lebt die Knoblauch-Glanzschecke räuberisch von anderen Gehäuseschnecken. Mitunter frisst sie aber auch frische Pflanzenteile, was besonders in Gärten nicht so gern gesehen wird.
Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich ursprünglich über Nordwesteuropa bis nach Island, Südskandinavien, die Britischen Inseln und Norddeutschland. In vielen anderen Regionen, unter anderem in Nordamerika, wurde sie durch den Menschen eingeschleppt. Oft gefährdet sie in den fremden Regionen die dort vorkommenden einheimischen Arten, weil sie sich besonders schnell vermehren kann, da wenige Fressfeinde vorhanden sind. In Europa dagegen gehört die Knoblauch-Glanzschnecke zur heimischen Natur. Wenn Sie bei einem Waldspaziergang einen intensiven Knoblauchgeruch wahrnehmen, dann könnten Sie dem Weichtier des Jahres 2014 begegnen. Natürlich muss man dazu ganz genau hinsehen, denn oft hält sie sich im Laub am Boden auf und ist dort bestens getarnt.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt