Wetterrückblick für den Sommer 2014 in Querfurt
Ein richtiger Sommer?

Ein Sommer in Mitteleuropa ist natürlich nicht mit einem mediterranen zu vergleichen. Dennoch begann der Sommer mit einer großen Hitzewelle und Trockenheit zu Pfingsten. Anschließend folgte jedoch wechselhaftes Wetter, das häufig mit Unwettern verbunden war. Der Juli zeigte seine „einstudierte“ Wetterchoreographie vor allem im letzten Drittel – tropische Hitze „tanzte“ mit Gewittern und heftigen Schauern. Folgen waren große Überschwemmungen in Teilen von Sachsen-Anhalt und Deutschland. Der August war weiter von Tiefdruckgebieten geprägt und fühlte sich sogar am Ende des Monats fast herbstlich an.
Fragen wir nach den Ursachen, sagen die Meteorologen vom DWD, dass die Großwetterlage in Zentraleuropa von Tiefs bestimmt war, die mit dem Jetstream in Zusammenhang stehen. Dieser verlagerte seinen Verlauf kaum. Ob der Klimawandel dafür verantwortlich ist, kann noch nicht bewiesen werden. Und Ende August kam der Ex-Hurrikan „Bertha“ dazu, der den Sommer vorzeitig beendete.
Und wenn wir die Durchschnittswerte betrachten, waren die Temperaturen und die Sonnenscheindauer normal für einen Sommer in Mitteleuropa. Nur der Niederschlag fiel überdurchschnittlich aus. Unsere Vorstellungen eines richtigen Sommers sind aber eher südeuropäisch.

 

Ø - Wert 2008 bis 2013

Sommer 2014

niedrigste Temperatur

7,9 °C

7,0 °C

mittlere Temperatur

18,1 °C

17,8 °C

höchste Temperatur

32,3 °C

32,4 °C

Gesamtdauer Sonnenschein

748,5 h

743,4 h

Gesamtregenmenge

169,1 mm

221,8 mm


Im Mai 2008 wurde die Wetterstation auf dem Schulhof des Gymnasiums Querfurt eingeweiht. Deshalb haben wir nun schon eine „Referenzperiode“ von über 6 Jahren. Normalerweise müssen es aber mindestens 30 Jahre sein!
Dazu widmen wir uns in unserem Sommerartikel dem Favoriten der Wirbellosen, der zum Weichtier des Jahres 2014 gekürt wurde. Es handelt sich um die Knoblauch-Glanzschnecke, eine Schnecke, die zu den Landlungenschnecken gehört.
So wie es der Name vermuten lässt, ist ihr Gehäuse stets auf Hochglanz poliert. Bei dieser Glanzschnecke handelt es sich um eine relativ kleine Art, mit einem glatten und glänzenden, schwach grün-bräunlich gefärbtem Gehäuse, das einen Durchmesser von 7 mm aufweist. Das Tier selbst ist schwärzlich-blau gefärbt, kann aber auch heller, in einem spektakulären Blau auftreten. Je nach Farbvarianz und Farbtiefe wirkt der Körper durch das durchsichtige Gehäuse dunkler.
Man findet die Knoblauch-Glanzschnecke in sumpfigen Lebensräumen, in Laubwäldern, an Berghängen, im Moos oder unter Laub und Steinen. Aber ebenfalls an feuchten Standorten wie Bachtälern und Gewässerufern, auf feuchten Wiesen und in Gärten und Treibhäusern.
Die Bezeichnung Knoblauchschnecke hat jedenfalls nichts mit ihren Vorkommen auf Knoblauchpflanzen zu tun. Mit dem Knoblauch hat sie nur den Geruch gemeinsam. Dieser geht vom Schleim aus, den die Schnecke bei Berührung absondert. Fressfeinde werden dadurch oft veranlasst, von der Knoblauch-Glanzschnecke als Beute abzulassen.
Hauptsächlich lebt die Knoblauch-Glanzschecke räuberisch von anderen Gehäuseschnecken. Mitunter frisst sie aber auch frische Pflanzenteile, was besonders in Gärten nicht so gern gesehen wird.
Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich ursprünglich über Nordwesteuropa bis nach Island, Südskandinavien, die Britischen Inseln und Norddeutschland. In viele andere Regionen, unter anderem Nordamerika, wurde sie durch den Menschen eingeschleppt. Oft gefährdet sie in den fremden Räumen die dort vorkommenden einheimischen Arten, weil sie sich besonders schnell vermehren kann, da wenige Fressfeinde vorhanden sind. In Europa dagegen gehört die Knoblauch-Glanzschnecke zur heimischen Natur. Wenn Sie bei einem Waldspaziergang einen intensiven Knoblauchgeruch wahrnehmen, dann könnten Sie dem Weichtier des Jahres 2014 begegnen. Natürlich muss man dazu ganz genau hinsehen, denn oft hält sie sich im Laub am Boden auf und ist dort bestens getarnt.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt