Wetterrückblick für den Oktober 2014 in Querfurt
Spitzwegerich im „Ostergras“ und Herbstlaub

Der Oktober 2014 wird uns wohl in Erinnerung bleiben. Er begann als Sommer mit den Hochdruckgebieten „Mario“ und Nikolai“, die uns mit Sonne, Wärme und südöstlichem Wind verwöhnten. Nur der Nebel bzw. der Dunst am Morgen sagte uns, dass es eigentlich Herbst ist.
Die folgenden Tiefdruckgebiete vom Atlantik mit den schönen Namen „Joanna“, „Katrin“ und „Livia“ gestalteten unser Wetter wechselhaft und ein bisschen regnerisch. Dafür konnten wir wunderschöne Sonnenaufgänge fotografieren. Selbst mit „Margit“ konnten wir uns über die Mitte des Oktobers hinaus, am Tag noch im T-Shirt bewegen.
Erst der Ex-Hurrikan „Gonzalo“ brachte zu Beginn des letzten Oktoberdrittels einen empfindlichen Temperaturrückgang und den ersten Schnee auf dem Brocken. Die Nächte waren kalt und es war windig. Aber zum Ende des Monats herrschte wieder ruhiges Hochdruckwetter mit „Quinn“, der zwar trotz Frühdunst in den Herbstferien zu Spaziergängen mit Sonne, blauem Himmel und Kranichflug und dem dazugehörenden Geschnatter einlud. Die Felder leuchteten in der Sonne sattgrün und die Bäume strahlten mit ihrem bunten Laub um die Wette.
Der Oktober 2014 soll der drittwärmste Oktober seit den ersten Wetteraufzeichnungen von 1881 sein. Sie sehen den Vergleich zu den vergangenen sechs Jahren von Querfurt. Auch bei uns war er eindeutig wärmer, die Sonnenscheindauer war recht durchschnittlich und es fiel mehr Niederschlag.
Die Durchschnittswerte 2014 und bisher gemessene Daten von Sachsen-Anhalt sehen folgendermaßen aus: Temperatur = 12,4°C (9,4°C), Niederschlag = 42 l/m² (36 l/m², trotzdem das zweittrockenste Bundesland nach Brandenburg und Berlin), Sonnenscheindauer = ca. 112 Stunden (104 Stunden, Platz 2 nach Sachsen)

OKTOBER

Ø - Wert 2008 bis 2013

2014

niedrigste Temperatur

-2,4 °C

1,4 °C

mittlere Temperatur

9,2 °C

12,2 °C

höchste Temperatur

23,2 °C

22,6 °C

Gesamtdauer Sonnenschein

137,2 h

132,4 h

Gesamtregenmenge

34,9 mm

42,4 mm


Heute möchten wir auf eine recht unscheinbare Pflanze aufmerksam machen. Diese stellt keine besonderen Ansprüche an ihren Lebensraum, kommt an Weg- und Wiesenrändern sowie in Pflasterritzen vor, erträgt auch tiefe Temperaturen, wird durch Insekten und hauptsächlich den Wind verbreitet.
Bei dieser Pflanze handelt es sich um die Heilpflanze des Jahres 2014, den Spitzwegerich.
Die Heilkraft der Pflanze ist schon Jahrhunderte lang bekannt und bereits Paracelsus hat im 16. Jahrhundert ihre heilende Wirkung erwähnt. Zwischenzeitlich ist sie jedoch etwas in Vergessenheit geraten. Das soll, mit der Ernennung zur Heilpflanze des Jahres, anders werden. Grund dafür sind neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu ihren Inhaltsstoffen und deren Wirkung.
In Deutschland wächst der Spitzwegerich wild und man kann die Blätter und Samen sammeln und trocknen oder die Blätter auch frisch verwenden.
Letztere eignen sich zum Beispiel als erste Hilfe bei Prellungen, Verbrennungen oder Blasen.
Die Heilstoffe können in unterschiedlichen Formen verabreicht werden, so zum Beispiel die getrockneten oder frischen Blätter als Teeaufguss gegen Erkältungen und zur Stärkung des Immunsystems. Aus den frischen Blättern stellt man einen Sirup her, indem man die frischen Blätter schichtweise in Honig einlegt und das Gemisch drei Monate ziehen lässt. Danach wird der Sirup abgegossen und kann dann auch drei Monate verwendet werden.
Der Spitzwegerich wird wegen seiner schleimlösenden und entzündungslindernden Wirkung innerlich vor allem zur Linderung von Husten und Asthma eingesetzt. Auf Leber und Blut dagegen wirkt er antibakteriell und entgiftend. Äußerlich angewendet stillt der Spitzwegerich Blutungen bei Wunden und Hautschäden und mildert die Schmerzen bei Insektenstichen, wenn er auf die Haut gerieben wird. Sogar das Kauen der Wurzel hilft, zum Beispiel gegen Entzündungen in Mund und Rachen.
Doch woran erkennt man den Spitzwegerich? Die langen, schmalen Blätter, deren Blattadern fast parallel verlaufen, bilden eine grundständige Rosette. Aus deren Mitte wachsen recht unscheinbare weiße Blütenähren an blattlosen Stängeln. Die krautige Staude wird etwa 50 cm hoch und hat starke, ca. 60 cm tief in die Erde reichende Wurzeln.
Wenn Sie beim nächsten Spaziergang nach dem Spitzwegerich Ausschau halten, werden sie bestimmt fündig!

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt