Wetterrückblick für den November und Herbst 2014 in Querfurt
Spinnen im milden November und Herbst

Kurzgesagt war der November des Jahres 2014 bei uns zu warm, zu sonnenscheinreich und zu trocken. Tiefdruckgebiete über dem Nordatlantik brachten mit den südlichen Winden milde Temperaturen. Deshalb konnten uns die Alpen vor den Niederschlägen schützen. Jedoch fielen in Süd- und Südwesteuropa Massen an Regen.
Normal für den diesjährigen November waren die Nebel und Hochnebel zur Mitte des Monats. Erst zum Ende des Monats spürten wir mit dem Hoch „Robin“ über Osteuropa, dass der Winter naht.

NOVEMBER

Ø - Wert 2008 bis 2013

2014

niedrigste Temperatur

-4,5 °C

-1,7 °C

mittlere Temperatur

5,3 °C

6,2 °C

höchste Temperatur

16,0 °C

19,0 °C

Gesamtdauer Sonnenschein

63,4 h

84,8 h

Gesamtregenmenge

45,7 mm

12,9 mm


Das Jahr 2014 wird höchstwahrscheinlich das wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 in Deutschland. Das belegt auch der diesjährige Herbst. Vor allem im Oktober und November wurden immer wieder warme Luftmassen aus dem Süden und Südwesten nach Mitteleuropa transportiert.
Unsere Aufzeichnungen verdeutlichen die Tatsache ebenso. Der Herbst 2014 in Querfurt war fast zwei Grad wärmer als im Durchschnitt und zu trocken. Die Sonnenscheindauer weicht nicht zu stark ab.

HERBST

Ø - Wert 2008 bis 2013

Herbst 2014

niedrigste Temperatur

-1,1 °C

1,8 °C

mittlere Temperatur

9,5 °C

11,3 °C

höchste Temperatur

22,6 °C

23,2 °C

Gesamtdauer Sonnenschein

381,7 h

364,3 h

Gesamtregenmenge

133,5 mm

91,5 mm


Die lauen Spätherbsttage erinnerten uns noch manches Mal an den „Altweibersommer“, der ja in diesem Wetterjahr eigentlich schon Geschichte sein sollte. Aber Spinnenfäden und Spinnennetze wurden noch sehr häufig gesichtet. Damit möchten wir auch sogleich auf den diesjährigen Titelträger des Titels "Spinne des Jahres 2014" verweisen. Und wieder wird auf ein kleines Lebewesen aufmerksam gemacht, welches sonst kaum zu Popularität kommen würde. Es handelt sich um die Gemeine Baldachinspinne aus der Gattung der Baldachinspinnen.
Schon aus dem Namen ist ersichtlich, dass sich diese Spinnen einen Baldachin, also ein dachartiges Netz, bauen und das Gemein steht für allgemein verbreitet. Zum Beispiel lebt die Gemeine Baldachinspinne auf Wiesen und an Waldrändern und liebt feuchtere und nicht so helle Umgebungen. Eine einzelne Spinne ist recht schwer zu erkennen, da sie nicht größer als 6-7mm wird. Leichter fallen dagegen die sehr komplexen Raumnetze auf, die Netz an Netz sogar ganze Wiesen bedecken können. Diese Netze werden sehr aufwändig hergestellt.
Von einem höheren Ausgangspunkt lässt sich die Spinne mit dem Faden schräg fallen, klettert dann zurück und wiederholt das Ganze bis ein Raumnetz mit einem spitzen Dach entsteht. Darunter spinnt sie eine waagerechte Netzdecke, unter der sie sich später bewegt. An den Seiten wird das Netz dann noch mit Fäden befestigt. Diese Netze sind sehr stabil, schützen die Spinne vor Angriffen und werden natürlich auch zur Jagd benutzt. Wenn sich ein Insekt darin verfängt wird es schnell überwältigt, durch die Netzschichten nach unten gezogen und dabei mit Leimfäden gefesselt. Das defekte Netz wird nach der Mahlzeit repariert. Das macht Sinn, da eine Reparatur viel weniger an Material, Energie und Zeit kostet. Also sind diese kleinen Tiere doch wahre Optimierer bezüglich ihrer Bautätigkeit.
Die Weibchen sind deutlich kräftiger gebaut als die Männchen. Es ist für sie praktisch kopfüber zu hängen. Einmal entlasten sie damit ihre Beine und gleichzeitig können sie mit ihrem dunkelbraun bis schwarz gefärbten Bauch die wärmenden Sonnenstrahlen von oben viel besser aufnehmen als mit ihrem helleren Rücken. Also wahrhaftig, die Baldachinspinne ist ein echter Lebens- und Überlebenskünstler - zwar klein, aber oho.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt