Wetterrückblick für den Dezember 2014 in Querfurt
Ob der Wisent Grüne Weihnachten mag?

Der Dezember 2014 bestätigte das Bild der vorhergehenden Monate – es war zu warm!
Zu Beginn des Monats herrschte eine Hochdruckbrücke, die sich vom Atlantik bis Russland erstreckte und uns kalten Ostwind verbunden mit dem ersten Schnee des diesjährigen Winters brachte. Dieser reichte um auf unseren Straßen ein kleines erstes Schneechaos perfekt zu machen. Danach gaben sich wieder atlantische Tiefdruckgebiete die Klinke in die Hand – Zoe an Alexandra, dann Billie an Charlotte, Doris an Engel und Freia. Das bedeutete, bis Weihnachten war es mild, die Sonne schien wenig und es regnete ab und an. Erst kurz nach Weihnachten wurde es kalt, der Boden gefror und etwas Schnee überpuderte die Landschaft. Herrlich war es, bei diesem Wetter, verziert mit Sonne, spazieren zu gehen. Aber es dauerte nicht lange und die uns bekannte Wetterlage stellte sich wieder ein.
Der Deutsche Wetterdienst meldete, dass 2014 das wärmste Jahr in Deutschland seit Beginn der regelmäßigen Temperaturmessungen 1881 war. Dazu fielen etwas weniger Niederschläge und die Zahl der Sonnenscheinstunden lag ein wenig über dem Referenzwert. Unsere bisher gemessenen Werte belegen dies nur zum Teil. Aber uns fehlen ja auch Messdaten von 128 Jahren.

 

Dezember
Ø 2008 - 2013

Dezember
2014

Jahr
Ø 2009 - 2013

Jahr
2014

niedrigste Temp.

-9,8 °C

-7,8 °C

-2,0 °C

-0,02 °C

mittlere Temp.

1,2 °C

2,7 °C

9,4 °C

10,7 °C

höchste Temp.

10,3 °C

12,6 °C

22,3 °C

23,7 °C

Sonnenscheindauer

45,2 h

35,1 h

1941,0 h

1946,1 h

Regenmenge

41,2 mm

24,9 mm

523,8 mm

519,0 mm


Im letzten Artikel zum Jahr 2014 möchten wir Ihnen das größte Landsäugetier Europas vorstellen, das als Wildtier des Jahres gekürt wurde. Es handelt sich dabei um den Wisent, auch Europäisches Bison genannt. Immerhin werden die Männchen fast bis zu einer Tonne schwer. Ursprünglich umfasste das Verbreitungsgebiet des Wisents ganz Mittel-, West- und Südeuropa. Die Bestände nahmen jedoch durch Verlust von Lebensräumen, Landschaftszerschneidung sowie Jagd und Wilderei über die Jahrhunderte drastisch ab. In Deutschland galten frei lebende Wisente seit über 500 Jahren als ausgestorben. Nur im polnischen Urwald von Bialowieza und im Westkaukasus konnten sich zwei Populationen halten, starben nach dem Ersten Weltkrieg aber auch dort aus.
Nur in zoologischen Gärten überlebte die Art. Diese Genreserve wurde genutzt um Wisente in größerer Zahl zu züchten. Ab 1952 konnten Wisente wieder im polnischen Urwald von Bialowieza ausgewildert werden. Auch in der Ukraine und in Russland gibt es heute wieder größere Bestände wild lebender Wisente.
Alle heute in Europa lebenden Wisente gehen auf nur 12 Zuchttiere zurück, sind also alle miteinander verwandt. Um das Aussterben der Art durch ungünstige Umweltfaktoren oder Krankheiten auch zukünftig zu verhindern, sollten an möglichst vielen Orten Populationen angesiedelt werden.
Seit 2013 gibt es auch in Deutschland wieder frei lebende Wisente. Acht Tiere wurden Im Rothaargebirge im Rahmen eines Artenschutzprojektes ausgewildert. Das Ziel ist eine ursprünglich heimische Art wieder ins Ökosystem zu integrieren. Mittlerweile wurden auch schon zwei Kälber im Rothaargebirge geboren, was für gute Bedingungen in diesem Gebiet spricht.
Leider läuft die Auswilderung nicht reibungslos ab. Waldbauern beklagen sich zum Beispiel über Fraßschäden an Bäumen, die eigentlich nicht auftreten sollten, denn Wisente ernähren sich normalerweise von Raufutter z.B. Gras und Blättern von Sträuchern. Außerdem sind die Wisente auch weniger scheu vor Menschen als ursprünglich angenommen. Statt auf 40 bis 50 m kann sich der Mensch den Tieren bis auf 20 m näheren, bevor sie fliehen.
Da für die großen Tiere der Lebensraum in Deutschland ziemlich begrenzt ist, wird die Entwicklung der Herde im Rothaargebirge genau beobachtet. Sie soll 25 Tiere nicht überschreiten.

Die AG „Klimaforscher“ des Gymnasiums Querfurt wünscht Ihnen alles Gute für das Jahr 2015!