Wetterrückblick für den Januar 2015 in Querfurt
Es bleibt weiter zu warm

Wie Sie an den Wetterdaten erkennen können, war der Januar 2015 mild, niederschlagsreich und die Sonnenscheinstunden fielen durchschnittlich aus. Lebhafte westliche Tiefdruckwetterlagen führten überwiegend milde und feuchte Luftmassen verbunden mit recht kräftigem Wind nach Deutschland und brachten zum Teil fast richtiges Aprilwetter. Vor allem „Elon“ und „Felix“ sorgten zu Beginn des Monats dafür. Am 15. Januar zog mit „Herrmann“ schon das 8. Tiefdruckgebiet des Jahres über uns hinweg.
Dann folgte ein Winter light mit Schneeregen bzw. etwas Schneefall, ein wenig Frost am Morgen und auch die Sonne schien ab und an. Die Hochs „Doris“ und „Erika“ sowie vor allem die Tiefs „Kurt“ und „Mischka“ ließen uns erahnen, wie ein Winter aussehen könnte, denn zum Ende des Monats wuchs endlich die Schneedecke in den Alpen und im Harz. Vielleicht werden es doch richtige Winterferien für uns. Vorausgesetzt wir fahren ins Gebirge!

 

Ø - Wert 2009 bis 2014

Januar 2015

niedrigste Temperatur

-14,2 °C

-4,6 °C

mittlere Temperatur

-0,3 °C

+2,6 °C

höchste Temperatur

+10,7°C

+15,0 °C

Gesamtdauer Sonnenschein

57,2 h

58,9 h

Gesamtregenmenge

25,9 mm

42,0 mm


Unserer Tradition folgend, möchten wir Ihnen in unserem Naturbeitrag Tiere, Pflanzen, Insekten oder Landschaften des Jahres vorstellen. Mit dem Habicht, dem Vogel des Jahres 2015, beginnt in diesem Jahr unsere Vorstellungsreihe.
Der Habicht ist ein überaus geschickter Jäger, der eigentlich die Öffentlichkeit scheut, außer zur Paarungszeit. Diese findet meist im März statt. Da kann man live die Paarungsrituale der Habichte mit verfolgen. Das wesentlich kleinere Männchen sitzt dabei auf dem Weibchen, muss darauf achten das Gleichgewicht zu halten und das Weibchen nicht mit den extrem scharfen Krallen zu verletzen. Nach der Eiablage Ende März bis Anfang April wird es immer schwieriger den Habicht zu entdecken, denn er zieht sich in dichte Baumverstecke zurück und kümmert sich dort auch um die Jungtiere. Übrigens trifft sich ein Habichtpaar zeitlebens zur Fortpflanzung und gemeinsamen Jungenaufzucht. Danach leben die Raubvögel über das Jahr als Einzelgänger, um sich im folgenden Frühling wieder zu paaren und immer im gleichen Horst den nächsten Nachwuchs aufzuziehen.
Bis weit ins Mittelalter hinein galt der Habicht übrigens als beliebter Jagdvogel und wurde sogar zur Beizjagd abgerichtet. Fürsten und Könige waren an der Erhaltung der Populationen des Habichts interessiert und die Vernichtung und Verfolgung der Vögel wurde streng bestraft. Mit der Änderung der Machtverhältnisse nahm die Verfolgung des Habichts deutlich zu. Der verstärkte Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft führte schließlich zu einem drastischen Rückgang an Brutpaaren. Durch die 1970 erfolgte Unterschutzstellung aller Greifvögel in Deutschland haben sich auch die Habichtpopulationen wieder etwas erholt.
Mittlerweile hat der scheue Waldvogel auch die Städte erobert. Ein Eldorado für Habichte stellt zum Beispiel Berlin dar. Dort gibt es ausreichend Nahrung, viele alte Bäume und wenig Verfolgung durch den Menschen. Die Speisekarte des Habichts ist übrigens sehr umfangreich. Er ist nicht wählerisch und frisst das, was am leichtesten zu erbeuten ist. Das reicht von Mäusen, über Hasen und Krähen bis zu Tauben und Gänsen. Und damit sind Probleme vorprogrammiert. Insbesondere Tauben- und Geflügelzüchter sind nicht gut auf den Habicht zu sprechen, viele hassen ihn regelrecht. Dennoch gilt auch für sie, dass alle Greifvögel unter Schutz stehen. Jede Art von Greifvogelverfolgung ist verboten und damit strafbar.
Der Habicht spielt eine wichtige Rolle im Kreislauf der Natur. Er handelt instinktiv und vermeintliche Schäden sind stets Ausdruck dafür, dass die gerade geschlagene Beute besonders leicht zu erlegen war.
Darauf müssen sich Tauben- und Geflügelzüchter, die in der Nähe von Wäldern leben, einstellen. Verluste an Zuchttieren sind wirklich bedauerlich, aber können unter den Bedingungen in der freien Natur nicht ausgeschlossen werden. Züchter können ihre Tiere nur schonen, wenn sie in gewissem Maße selbst Vorsorge treffen.
Wir wünschen ihnen eine erfolgreiche Suche nach dem Vogel des Jahres 2015, dem Habicht. Lassen sie sich faszinieren von der Schönheit und der Gewandtheit dieses Greifvogels.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt