Wetterrückblick für den März 2015 in Querfurt
Sandwich-Wetter und die Sumpfschildkröte

Am 1. März begann der meteorologische und am 20. März um 23.45 Uhr der astronomische Frühling. Der letztere wurde unterstützt von einer partiellen Sonnenfinsternis, die durch das sonnige Wetter in ganz Deutschland verfolgt werden konnte.
Der März begann recht turbulent. Die Tiefdruckgebiete „Yoda“, „Zacharias“ und „Anton“ gestalteten das Wetter wechselhaft, mit Sonne, Wolken und Wind, Schneeregen zu Monatsbeginn und glatten Straßen am Morgen des 4. März.
Bis die „Damen“ die Wetterregie übernahmen. Zuerst brachte das Hoch „Karin“ etwas Ruhe. Wir hörten Vögel in der Sonne zwitschern und die Märzenbecher im Märzenbechertal von Landgrafroda leuchteten zum ersten Märzwochenende. Kurzzeitig wollten „Denis“ und „Günter“ sich beweisen, aber das Hoch „Louisa“ blockierte die nachfolgenden Tiefdruckgebiete. Bis zum Frühlingsbeginn schien die Sonne am Tage und es war kalt in der Nacht.
Ab dem 21. März wechselten sich wieder Tiefdruckwetterlagen ab, die zum Abschluss des Monats mit den Stürmen „Mike“ und „Niklas“ viel Wind und Regen ins Spiel brachten.
Damit war der diesjährige März etwas zu warm, einige Sonnenstunden fehlten und es fiel etwas mehr Niederschlag im Vergleich zu den bisher gemessenen Werten.

 

Ø - Wert 2009 bis 2014

März 2015

niedrigste Temperatur

-6,6 °C

-4,3 °C

mittlere Temperatur

4,8 °C

5,2 °C

höchste Temperatur

18,4 °C

17,4 °C

Gesamtdauer Sonnenschein

168,4 h

153,3 h

Gesamtregenmenge

23,8 mm

40,3 mm


Eigentlich ist der Frühling auch die Zeit, in der die Europäische Sumpfschildkröte wieder zum aktiven Leben zurückkehrt. Damit gehen etwa sieben Monate der Winterstarre zu Ende, die sie in ihren Überwinterungsquartieren verbrachte. Dennoch werden wir dieser Art in Deutschland wohl kaum in freier Natur begegnen. Einerseits ist die Art sehr scheu und andererseits selten und deshalb streng geschützt. Letzte frei lebende Restbestände sichtete man in Deutschland überwiegend in Brandenburg, bis vor einigen Jahren auch in Mecklenburg-Vorpommern.
Im Jahr 2015 wurde die Europäische Sumpfschildkröte, übrigens die einzige Schildkrötenart Mitteleuropas, zum Reptil des Jahres ernannt. Übrigens nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa ist sie streng geschützt.
Oft wissen nur die Fischer bestimmter Seen von ihrer Anwesenheit. Mitunter verfangen sich einzelne Tiere in deren Netzen. Oder es treiben Schwimmblasen auf der Wasseroberfläche, die auf die erfolgreiche Fischjagd der Schildkröten verweisen. Als ausgesprochene Raubtiere fressen Schildkröten außerdem Frösche, Molche, Wasserinsekten, Wasserschnecken und Würmer. Auch Pflanzenteile gehören zum Speiseplan. Die Jagd findet am Tage und wohl meist unter Wasser statt.
An dieses Wasserleben ist die Sumpfschildkröte sehr gut angepasst, kann jedoch auch recht schnell auf dem Trockenen zu Fuß von einem Teich zum anderen wandern.
Gelegentlich sonnen sich Sumpfschildkröten in den Vormittags- oder Nachmittagsstunden auch an ruhigen Plätzen.
Die Paarung erfolgt im Frühjahr bis Frühsommer, wobei sich das Männchen am Panzerrand des Weibchens festklammert.
Ende Mai bis Anfang Juni erfolgt die Eiablage von 10 bis 20 Eiern an sonnigen Stellen. Insbesondere zur Eiablage sucht das Weibchen einen günstigen Platz in Ufernähe, so hoch gelegen, dass auch Hochwasser dem Gelege nichts anhaben kann. Dort wird zunächst mit dem Schwanz eine Gelegegrube vorgebohrt und mit den Hinterbeinen erweitert. In diese Grube legt das Weibchen die Eier ab und verscharrt diese. Zum Schluss setzt die Schildkröte ihren eigenen Körper als regelrechte Ramme ein und drückt damit die Erde um den Nestplatz fest.
Apropos, das Fehlen solcher trockenen, höher gelegenen Eiablageplätze in der Nähe der Gewässer ist eine der Ursachen, weshalb die Art so gefährdet ist.
Die jungen Schildkröten schlüpfen entweder noch im Herbst des gleichen oder erst im Frühjahr des folgenden Jahres.
Der Rückgang der Art wird, wie bei anderen gefährdeten Reptilienarten auch, vom Trockenlegen von Teichen und Sümpfen und dem Ausbau der Flüsse, um Land für den Straßenbau, den Bau von Gewerbegebieten oder Siedlungen zu erhalten, verursacht.
Wichtige Schutzmaßnahmen bestehen vor allem darin, Gewässerlebensräume zu bewahren bzw. wieder anzulegen, Gelegeplätze zu schaffen, Nester vor Frösten in schneearmen Jahren zu schützen und Fressfeinde, wie den Dachs, den Rotfuchs und den Waschbär gezielt zu bejagen. Außerdem müssen die vorhandenen Bestände genau kontrolliert und geschützt werden.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt