Wetterrückblick für den Februar 2015 und Winter 2014/15 in Querfurt
Gibt es den Winter noch?

Dieser Februar war zumindest kälter als die anderen beiden Wintermonate! Dennoch war er insgesamt abermals wärmer, reicher an Sonnenschein und es fielen nur sehr wenige Niederschläge.
Der letzte Monat des meteorologischen Winters begann mit recht kalten Temperaturen und auf den Feldern lagen Schneestreusel. Das ließ uns auf richtige Winterferien hoffen. Aber es dauerte nicht lange und schon wieder bestimmten atlantische Tiefdruckgebiete das Wetter. Am letzten Tag des Februars gab es mit „Yoda“ schon das 25. Tiefdruckgebiet des Jahres. Normalerweise bringen solche Druckgebiete auch Niederschlag, aber wie die Meteorologen meinten, „verhungerten“ die meisten auf dem Weg nach Osten. Deshalb fielen die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht recht groß aus.
Die Sonne meinte es gut mit uns und der Natur. Im Ziegelrodaer Forst zeigten sich zum Ende des Februars schon die Knospen des Seidelbastes und auch die ersten Wildgänse haben wir gesichtet.

 

Ø - Wert 2009 bis 2014

Februar 2015

niedrigste Temperatur

-12,0 °C

-7,3 °C

mittlere Temperatur

+0,4 °C

+1,2 °C

höchste Temperatur

+11,1 °C

+10,3 °C

Gesamtdauer Sonnenschein

85,1 h

116,4 h

Gesamtregenmenge

17,5 mm

5,4 mm


Der Winter 2014 / 15 war bis auf die kurzen Frostperioden zu mild, recht windig und zu trocken, aber die Sonne schien mehr als 20 Stunden länger. Noch können uns die Wetterforscher beruhigen, denn dieser Winter wies zwar gegenüber dem langjährigen Mittel ein deutliches Temperaturplus auf, doch sollen sich seine Durchschnittstemperaturen noch im Normalbereich bewegen, wenn auch im oberen! Aber irgendwie ist es doch etwas unheimlich.
Und um auf unsere Ausgangsfrage zurück zu kommen, den Winter gab es, z. B. im Nordosten Nordamerikas mit Schneemassen und den vereisten Niagarafällen.

Winter

Ø-Temperatur

Sonnenscheindauer

Niederschlag

2009/10 – 2013/14

0,4 °C

187,7 h

84,6 mm

2014/15

2,2 °C

210,7 h

72,3 mm


Natürlich verlocken die Sonnenstrahlen schon zu längeren Spaziergängen durch die wenigstens tagsüber fast frühlingshafte Natur. Und mit etwas Glück könnten Sie dann auch dem diesjährigen Wildtier des Jahres 2015, dem Feldhasen, begegnen. Er ist uns allen aus vielen Märchen und Geschichten gut bekannt. Sowohl die langen“ Löffel“, wie die Ohren genannt werden, als auch die 10 Zentimeter große weiße Blume mit schwarzer Spitze, der Schwanz, sind prägnante Merkmale.
In den letzten Jahrzehnten ist es seltener geworden, Feldhasen in der freien Natur zu beobachten. Derjenige, der das Glück hatte, diese Tiere auf offenen Feldern zu entdecken, ist sowohl von der enormen Geschwindigkeit von bis zu 80 km pro Stunde als auch den abrupten Richtungswechseln, dem sogenannten Hakenschlagen, beeindruckt.
Besonderes in den Monaten Februar bis August sind Feldhasenpaare auch tagsüber auf offenen Feldern zu entdecken. In dieser Zeit liegt die Hauptfortpflanzungszeit. Ansonsten sind sie eher in der Morgen- und Abenddämmerung als Einzelgänger unterwegs.
Der Feldhase lebt auf warmen, trockenen und offenen Flächen in Erdmulden, die man auch Sassen nennt. Im Winter lässt er sich dort sogar einschneien. Meist behalten die Tiere ihr Revier ein ganzes Leben lang, wenn sie Glück haben und nicht vorher Opfer von Feinden werden, dann dauert dieses Hasenleben etwa 12,5 Jahre. Auch bei Gefahr verlassen die an den Boden gedrückten und bewegungslos liegenden Tiere die Erdmulde erst im letzten Augenblick.
Trotz Kurzsichtigkeit haben die Tiere einen perfekten Überblick im Gelände. Das ist durch die seitlich stehenden Augen möglich. Damit können sie fast einen Bereich von 360° überblicken.
Übrigens, zur Aufzucht der Jungen polstert die Häsin ihr Wurfnest mit ausgerupfter eigener Bauchwolle weich und warm aus, denn die Jungtiere sind sehr empfindlich gegen nasskaltes Wetter. Viele Junghasen werden aber auch Opfer von tierischen Feinden, insbesondere Räubern aus der Säugetier- und Vogelwelt.
Pro Jahr hat eine Häsin 3 bis 4 Würfe mit je 1 bis 5 Jungen. Die Jungtiere sind sogenannte Nestflüchter. Sie können von Anfang an sehen und haben ein vollständiges Fell ausgebildet. Wenn Sie bei einer Wanderung Jungtiere zufällig in einer Sasse finden, so sollten sie diese nicht berühren. Die Häsin, die bei Annäherung von Menschen geflüchtet ist, kommt in der Regel wieder zu ihren Jungen zurück und nimmt diese wieder an, sofern sie nicht den menschlichen Geruch tragen.
Der Feldhase zählt übrigens zur Ordnung der Hasenartigen. Wie alle Tiere dieser Ordnung sitzt auch beim Feldhasen hinter den vorderen wurzellosen Schneidezähnen des Oberkiefers, die bei Abnutzung ständig nachwachsen, noch je ein zweiter kleiner Stiftzahn. Bezüglich der Ernährung gilt der Feldhase als ein wahrer Feinschmecker. Als Pflanzenfresser bevorzugt er zum Beispiel Klatschmohn und Kräuter, Gräser und die Knospen von Bäumen und Sträuchern
Insbesondere durch die Intensivierung der Landwirtschaft und das Anlegen neuer Gewerbe- und Wohngebiete verringert sich sein Lebensraum, es fehlen Verstecke und das Nahrungsangebot ist stark eingeschränkt.
Für den Feldhasen sind brach liegende Äcker oder Ackerrandstreifen mit Feldgehölzen und Brachlandflächen zum Ausruhen sehr wichtig. Das setzt voraus, die Agrarlandschaft als Lebensraum für Wildtiere zu verbessern.
Mit der Ernennung des Feldhasen zum Wildtier des Jahres 2015 soll daran erinnert werden.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt