Wetterrückblick für den Juni 2015 in Querfurt
Weiter zu trocken mit Schafskälte und Johanniskraut!

Wir beginnen diesmal mit einem Vergleich der Junidurchschnittswerte unseres Bundeslandes:
Für ganz Sachsen-Anhalt wurde eine Mitteltemperatur von 16,1 °C, eine Niederschlagsmenge von rund 35 l/m² und eine Sonnenscheindauer von 202 Stunden registriert. Diese Werte passen zu den bisher gemessenen, nur nicht beim Niederschlag (Ø 63 mm). Dieses Jahr bleibt also weiterhin zu trocken und das Niederschlagsdefizit konnte immer noch nicht ausgeglichen werden.
Der Juni 2015 war recht wechselhaft. Gleich zu Beginn des Monats wird aus einer kühlen Frühlingswetterlage heißer Hochsommer, da mit dem Hoch „Walburga“ Luftmassen aus dem Südwesten Europas Mitteleuropa erwärmten. Gewitter am 6. Juni beendeten diese Phase und Tiefs wie „Lothar“ und „Michel“ lösen sich mit „Xenia“ und „Yoko“ ab. Dann kam die sogenannte Schafskälte mit einem kühleren Wetterabschnitt und vor allem auch ziemlich frischen Nächten. Am 21. Juni, dem astronomischen Sommeranfang, konstatierten die Meteorologen: für den Juni ist es zu kühl. Ab 24. Juni verzog sich die Schafskälte und es kam wieder Bewegung in die „Wetterküche“. Es wurde wärmer und mit „Pascal“ regnete es am 27. zum Teil heftig. Und anschließend tauchte „Annelie“ auf und wollte bleiben!

 

Ø - Wert 2008 bis 2014

Juni 2015

niedrigste Temperatur

6,4 °C

7,4 °C

mittlere Temperatur

16,7 °C

16,5 °C

höchste Temperatur

31,0 °C

30,9 °C

Gesamtdauer Sonnenschein

256,0 h

229,6 h

Gesamtregenmenge

53,5 mm

32,3 mm


Wir werden Ihnen in diesem Artikel die am besten untersuchte Arzneipflanze vorstellen, die in diesem Jahr zur Arzneipflanze des Jahres gewählt wurde - das Echte Johanneskraut. Dieses Kraut wird um den 24. Juni herum, also um St. Johanni, gesammelt. Zu dieser Zeit steht es in voller Blüte. Zur Ernte wird die Pflanze kurz über dem Erdboden abgeschnitten, gebündelt und an der Luft an einem schattigen Ort getrocknet.
Das Finden und Sammeln des Echten Johanneskrautes in der Natur fällt dabei nicht schwer, denn es ist in Mitteleuropa sehr verbreitet, wächst sowohl an Wegrändern, Dämmen, Feldrainen als auch in lichten Wäldern und Gebüschen.
Es ist an drei außergewöhnlichen botanischen Merkmalen leicht zu erkennen. So besitzt es zum Beispiel einen zweikantigen Stängel, was sehr selten im Pflanzenreich vorkommt. Hält man die Blätter zweitens gegen das Licht, so erkennt man helle kleine Punkte. Dabei handelt es sich um Sekret-Behälter, die eine helle Flüssigkeit aus ätherischen Öl und Harz enthalten. Das dritte Merkmal ist, dass sich die gelben Blüten blutrot verfärben, wenn man sie zwischen den Fingern zerreibt.
Übrigens, Johanniskrautarten wurden in der Heilkunde schon in der Antike, ab dem Mittelalter dann ausschließlich das Echte Johanniskraut, für medizinische Anwendungen genutzt. Dabei sind vor allem die Blütenknospen, die geöffneten Blüten und die noch grünen Kapseln reich an Wirkstoffen.
Unter anderem hat das Echte Johanniskraut eine stimmungsaufhellende Wirkung, ist also ein natürliches Antidepressivum. Seine Inhaltsstoffe begünstigen auch die Ausschüttung des Hormons Melatonin, was sich positiv auf das Einschlafen auswirkt. Außerdem macht das Johanniskraut lichtempfindlich. Deshalb sollte man bei der Einnahme starke Lichteinstrahlung meiden. Der Einsatz der Arzneipflanze ist zum Beispiel zugelassen bei leichten bis mittelschweren Depressionen, nervöser Unruhe, bei Winterdepressionen, Schlafstörungen aufgrund von leichten Depressionen und entsprechenden Symptomen der Wechseljahre.
Trotz der sehr langen Nutzung des Echten Johanniskrautes über Jahrhunderte hinweg sind die Wirkmechanismen noch immer nicht vollständig geklärt.
Neben der innerlichen kann es auch zur äußerlichen Behandlung und Nachbehandlung von Schürf- und Schnittwunden, stumpfen Verletzungen, bei Verbrennungen und gegen Muskelschmerzen genutzt werden.
Gegen Ende der 1990er Jahre stellte man fest, dass Johanniskrautpräparate den Abbau anderer Arzneimittel im Körper verstärken und nach dem Absetzen zu einer gefährlichen Erhöhung dieser anderen Arzneimittel führen. Unter anderem kann man nicht ausschließen, dass auch hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille in ihrer Wirkung beeinträchtigt werden. Seit 2003 sind hochdosierte Johanniskrautpräparate apothekenpflichtig.
Als Hausmittel dagegen kann Johanniskraut als Tee oder Öl vielfältig verwendet werden und wird bei normaler Dosierung auch bei längerer Behandlung gut vertragen. So erfolgen vor allem die Schmerz- und Wundbehandlung, die Behandlung von Verdauungsproblemen sowie von Lungen- und Nervenleiden. Weiterhin hilft eine Johanniskraut-Tinktur zur Wunddesinfektion.
Insgesamt ist das Echte Johanniskraut ein erneuter Beweis dafür, dass scheinbar in der Natur so gegen jede Krankheit ein Kraut gewachsen ist!
Wir wünschen Ihnen und uns einen schönen Sommer und erholsamen Urlaub!

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt