Wetterrückblick für den August 2015 und Sommer 2015 in Querfurt
Huch, der Huchen kommt mit einem richtigen Sommer 2015!

Der August war ein Monat der Wetterkontraste, heiß und trocken sowie auch kühl und regenreich. Er begann mit Rekordhitze und fast unerträglicher Trockenheit. Die Hochs „Finchen“, „Gwendolin“ und „Hildegard“ machten es sich bequem über Mitteleuropa und heizten die Temperaturen kräftig an. Die Schwimmbäder in und um Querfurt waren voll ausgelastet.
Erst zur Mitte des Monats begann es mit „Florian“ zu regnen. Eine diagonal über Mitteldeutschland liegende Luftmassengrenze brachte langanhaltenden Dauerregen vom 16. bis 18. August. Dieser war vor allem von den Landwirten und Gärtnern sehnsüchtig erwartet worden. Insgesamt fiel an den 3 Tagen mehr Niederschlag als sonst im ganzen Monat.
Im letzten Monatsdrittel wurde es mit „Isabell“ und „Jessica“ wieder sommerlich warm und wir begannen das neue Schuljahr mit nicht zum Lernen geeigneten Temperaturen.
Unser Augustvergleich zeigt Ihnen, dass der August 2015 deutlich zu warm war und die Sonne uns sehr verwöhnte. Der Deutsche Wetterdienst meldete diesen Monat als zweitwärmsten seit Messbeginn für Sachsen-Anhalt.

 

Ø - Wert 2008 bis 2014

August 2015

niedrigste Temperatur

7,9 °C

9,0 °C

mittlere Temperatur

18,4 °C

20,7 °C

höchste Temperatur

33,2 °C

34,7 °C

Gesamtdauer Sonnenschein

236,3 h

273,2 h

Gesamtregenmenge

52,5 mm

88,8 mm


Der Sommer in diesem Jahr ist rekordverdächtig und überdurchschnittlich in allen Belangen. Sehr warm und sonnig, aber auch mit recht viel Niederschlag, der nur an wenigen Tagen der drei Monate fiel. Durch große Temperatur- und Druckunterschiede zwischen Nord- und Süddeutschland kam es am 7. Juli zur Herausbildung einer sogenannten Superzelle, die große Unwetterschäden in der Umgebung von Querfurt brachte.

Sommer

Ø-Temperatur

Sonnenscheindauer

Niederschlag

2008 – 2014

18,1 °C

747,7 h

176,6 mm

2015

19,1 °C

800,6 h

219,9 mm


Und nun kommen wir zu unserem Huchen. Aber was ist denn das? Der Fisch des Jahres 2015! Als wir erstmals das Wort Huchen hörten, hatten wir als Nichtangler keine Vorstellung, was sich dahinter verbergen könnte. Heute wissen wir, dass es sich um den größten heimischen Fisch der Familie der Lachse handelt, der früher in der Donau und deren Zubringern weit verbreitet war. Er ist ein standorttreuer Jäger, der auf seine Beute in Vertiefungen der Gewässer, sogenannten Grumpen und Kolken, lauert. Als Raubfisch steht er am Ende der Nahrungskette. Hat der Huchen erst einmal ein Revier besiedelt, verteidigt er es intensiv gegen Konkurrenten. Heute zählt der Huchen zu den weltweit seltensten Arten.
Unter Anglern ist sein Ruf legendär, seine Statur beeindruckend und ihn zu fangen gilt als äußerst schwer. Immerhin kann ein Huchen über 25 Kilo schwer und über 1,40 m lang werden. Sein Körper ist langgestreckt und im Querschnitt fast rund. Auf dem kupferfarben-rotbraunen bis grünlichgrauen Rücken befinden sich zahlreiche kleine dunkle Tupfen.
Fast majestätisch schwimmt der sogenannte „Donaulachs“ in schnellfließenden, kühlen und sauerstoffreichen Gewässern mit steinigem oder kiesigem Grund, welchen er auch für die Eiablage benötigt. Das Ablaichen erfolgt aber nicht am angestammten Lebensraum, sondern 100 km flussaufwärts an seichten und kiesigen Stellen, in der sogenannten Äschen- und Barbenregion der Flüsse, nach einer beschwerlichen und hindernisreichen Wanderung der Tiere. Von März bis April laichen die Weibchen schließlich in Laichgruben ab, die sie zuvor mit ihrer Schwanzflosse geschlagen haben. Die geschlüpften Larven wachsen im Schutz von Kies- und Steinlücken auf und wachsen schnell heran. Im zweiten Jahr können Huchen bereits eine Länge von 30 Zentimetern erreichen. Geschlechtsreif ist der Huchen mit drei bis vier Jahren, seine Lebensdauer wird mit bis zu ca. 15 Jahren angegeben. Am Laichgeschehen nehmen meist erst Tiere ab 80 cm Länge teil.
Insbesondere das Wanderungsverhalten und die Ansprüche an den Lebensraum haben zu einem drastischen Rückgang der Bestände des Huchens geführt. Durch Flussbegradigungen mit eingebauten Staustufen kommt zum Beispiel nicht mehr genügend Kies für die Laichgründe des Huchens nach. Außerdem sind die Flüsse durch Wasserkraftanlagen oder Querverbauungen oft nicht mehr durchlässig, wodurch die Wandungen unmöglich werden.
Die Ernennung des Huchens zum Fisch des Jahres 2015 dient dazu, Maßnahmen zum Schutz der vorhandenen Bestände und zum Aufbau sich selbst reproduzierender Bestände einzufordern.
Dazu ist es wichtig, die letzten natürlichen Gewässerabschnitte zu erhalten und den verloren gegangenen Lebensraum durch Renaturierungsmaßnahmen wiederzugewinnen. Die Fließgewässer müssen für Fische wieder frei durchwanderbar sein und eine natürliche Gewässerdynamik und Gewässerstruktur haben. Neben dem Huchen würde das auch allen anderen Bewohnern unserer heimischen Gewässer nützen.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt