Wetterrückblick für den September 2015 in Querfurt
Teuflischer Altweibersommer?

Dem sehr warmen und sonnenreichen Sommer folgte ein unaufgeregter September. Bei etwas weniger Sonnenschein blieb es insgesamt kühler und trockener.
Mit dem meteorologischen Herbstanfang zog auch der Frühherbst ein, die Tiefs „Jonas“ und „Kalle“ windeten, brachten Regen und wenig Sonnenschein. Das kurze Zwischenspiel von „Lajana“ über der Nordsee ließ danach die Sonne mehr scheinen, es blieben die kühlen Temperaturen. Dann folgten „Leo“, „Michael“, „Nasar“ und „Patrick“ mit wechselhaftem Wetter, das die Pilze im Ziegelrodaer Forst sprießen ließ. Seitdem sind wieder viele „Wanderer“ mit ihren Körben und Autos in den Wäldern um Querfurt anzutreffen.
Zum Ende des Monats, gleich nach dem astronomischen Herbstanfang, wurde es tagsüber fast wieder sommerlich. Das Hoch „Netti“ setzte sich fest, die Nächte waren kalt und in der Nacht zum 28. September ließ uns die Wolkenlosigkeit eine wunderschöne totale Mondfinsternis beobachten. Das ruhige Wetter, verbunden mit viel Sonnenschein am Tag, hielt bis Anfang Oktober. Solch ein Wärmerückfall wird als Altweibersommer bezeichnet, doch durch die fehlende Feuchtigkeit konnten wir leider nur selten die „Herbstfäden“ bewundern.

 

Ø - Wert 2008 bis 2014

September 2015

niedrigste Temperatur

3,8 °C

4,2 °C

mittlere Temperatur

14,3 °C

13,5 °C

höchste Temperatur

28,6 °C

27,4 °C

Gesamtdauer Sonnenschein

176,2 h

162,2 h

Gesamtregenmenge

50,5 mm

25,2 mm


Das Wetter im September können wir zwar nicht als „teuflisch“ bezeichnen, dennoch möchten wir Ihnen diesen Monat die attraktive, meist blau blühende Blume des Jahres 2015 vorstellen, den „Gewöhnlichen Teufelsabbiss“.
Der Gewöhnliche Teufelsabbiss wird auch „Teufelswurz“ oder „Teufelsabbiss“ genannt. Der Name weist auf die besondere Gestalt des unterirdischen Sprossachsensystems (das Rhizom) hin. Da dieses im Herbst von unten abstirbt, sieht es wie „abgebissen“ aus. Nach einer Sage soll der Teufel aus Zorn über die Heilkraft der Pflanze das Rhizom abgebissen haben.
Er ist in Deutschland heimisch, wobei man größere Bestände im südlichen Teil der Republik, beispielsweise in den Alpen oder im Schwarzwald findet. In vielen Bundesländern ist er jedoch stark zurückgegangen, wodurch man ihn auf der Roten Liste für gefährdete Farn- und Blütenpflanzen findet. Im Bundesland Sachsen-Anhalt ist sein Status mit „gefährdet“ (Kategorie 3) einzustufen. Hauptursache für den Rückgang des Teufelsabbisses ist der Verlust seines Lebensraums. Man findet ihn bevorzugt auf mageren und feuchten Wiesen sowie in Moorgebieten und Heidelandschaften. Schwach sauer bis neutrale, nährstoffarme Böden werden bevorzugt besiedelt. Magere Offenlandschaften sind vielerorts verschwunden. Vor allem die Umwandlung in Äcker und Wirtschaftsgrünland sowie vermehrte Nährstoffeinträge durch Düngung und die Entwässerung von Flächen machen dem Gewöhnlichen Teufelsabbiss zu schaffen.
Der Teufelsabbiss wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 100 cm. Zwischen Juli und September bildet die Pflanze einen köpfchenförmigen Blütenstand aus. Dieser ist meist hellblau, violett oder selten auch rosa gefärbt. Die ca. 6mm langen Früchte (vierkantige, behaarte Achänen) kommen ab August zur Fruchtreife und werden durch Windbewegungen und vorbeistreifende Tiere ausgebreitet. Durch sein unterirdisches Sprossachsensystem bildet die Art häufig große Bestände aus.
Der Gewöhnliche Teufelsabbiss ist für verschiedene Schmetterlinge, Bienen und Schwebfliegen eine wichtige Nektarpflanze. Weiterhin dient sie den Raupen verschiedener Insektenarten als Futterpflanze.
Übrigens wurden der Teufelsabbiss und seine Heilanwendungen zur Blutreinigung, bei Nierenschwäche sowie bei Bronchitis bereits in Handschriften des 15. Jahrhunderts erwähnt. Das Kraut und die Wurzeln enthalten unter anderem Saponine, Gerb-und Bitterstoffe. Heute ist die Pflanze in Fertigarzneimitteln wie beispielsweise Blutreinigungstees enthalten. In der Homöopathie werden chronische Hautleiden wie Geschwüre und Ekzeme behandelt.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt