Wetterrückblick für den November 2015 und den Herbst 2015 in Querfurt
Ein etwas anderer November, aber normaler Herbst!

Der November 2015 war der wärmste in Deutschland seit 130 Jahren.
Der November begann bei uns mit kalten Nächten sowie Sonne und milden Temperaturen am Tag. Selbst auf dem Brocken war es viel zu warm. Vom 1. bis 5. November herrscht dort normalerweise eine Durchschnittstemperatur von -0,5 °C, in diesem Jahr betrug sie 12,8 °C. Bis zum Ende des zweiten Drittels des vergangenen Monats dominierten Tiefdruckgebiete wie „Dieter I und II“, „Eugen“ oder „Frank“ mit milden Temperaturen und etwas Regen unser Wetter.
Erst danach stellte sich das Wetter kurzzeitig um. Es wurde kalt und es fiel Schnee, danach folgte nasskaltes „Schmuddelwetter“, wie es sich für den November gehört. Und zum Ende des Monats war es wieder mild, windig und feucht.

 

Ø - Wert 2008 bis 2014

November 2015

niedrigste Temperatur

-4,1 °C

-2,5 °C

mittlere Temperatur

5,4 °C

8,0 °C

höchste Temperatur

16,0 °C

19,6 °C

Gesamtdauer Sonnenschein

66,5 h

91,9 h

Gesamtregenmenge

41,0 mm

57,6 mm


Mit dem Herbstanfang endete die sommerliche Wärme in Deutschland. Der September und der Oktober waren vergleichsweise kühl, sonnenscheinarm und es regnete wie in den Monaten zuvor (außer im Februar) zu wenig. Erst der November brachte mehr Niederschläge, aber auch mehr Sonnenschein bei vergleichsweise hohen Temperaturen. Deshalb ergeben sich gegenüber den Herbstmittelwerten der vergangenen Jahre kaum Unterschiede. Das bestätigt auch der Deutsche Wetterdienst mit seinen rund 2.000 Wetterstationen für ganz Deutschland.

Herbst

Ø-Temperatur

Sonnenscheindauer

Niederschlag

2008 – 2014

9,8 °C

379,3 h

127,5 mm

2015

9,9 °C

361,8 h

130,8 mm


Diesen Monat möchten wir Ihnen die europäische Spinne des Jahres, die Vierfleck-Zartspinne, vorstellen. Sie gehört zu der Familie der Zartspinnen. Es gibt knapp über 500 Arten, die in ganz Europa vorkommen. In Deutschland ist die Zartspinne häufig in Nordrhein-Westfalen bis zu einer Höhe von 1.000m zu finden. In ganz Mitteleuropa gilt die Art als nicht gefährdet, wodurch ein gesetzlicher Schutz für diese Spinnenart nicht besteht. Jedoch existieren naturschutzfachliche Fördermaßnahmen wie die Rückführung von Fichtenmonokulturen in naturnahe Laub- und Mischwälder sowie das Belassen von Totholz.
Die Körperlänge beträgt bei Weibchen 5-9 mm und bei den etwas kleineren Männchen 4-7 mm. Der Körper ist blassgelb bis mittelbraun gefärbt. Warum der Name „Vierfleck-Zartspinne“? Charakteristische Merkmale sind 4 schwarze, eckige Flecken, welche mittig auf ihrem Hinterkörper angeordnet sind und schwarz gezackte Seitenbänder am Vorderkörper. Die Beine selbst sind gelbbraun und schwarz gescheckt. Bei Männchen findet man oft eine kräftigere Zeichnung.
Die nachtaktive Spinne lebt bevorzugt in der Stamm- und Kronenschicht von Laubbäumen, aber auch auf Sträuchern und Nadelbäumen. Häufig findet man sie unter den Baumrinden. Im Sommer baut sie ihren Schlupfwinkel in einem zusammengerollten Blatt, indem sie ein nach zwei Seiten offenes Gespinstdach webt.
Am besten sind die erwachsenen Vierfleck-Zartspinnen von Mai bis August zu sehen, welche sich von Fluginsekten ernähren. Die Männchen zeigen zudem ein ungewöhnliches Paarungsverhalten. Sie trommeln mit den Tastern und dem 1. Beinpaar auf die Wohnröhre des Weibchens und gleichzeitig vibriert der Hinterleib, wodurch ein summender Ton erzeugt wird (englisch: buzzer spider). Nach der Paarung legt das Weibchen ihre Eier in dem beidseitig geöffneten Schlupfwinkel, der sich in einem zusammengerollten Blatt befindet.
Sie fragen sich vielleicht warum gerade die Vierfleck-Zartspinne zur Europäischen Spinne des Jahres gewählt wurde? Dann sollten Sie sich in der Weihnachtszeit nicht wundern, wenn ein summender Ton im Wohnzimmer zu hören ist. Die Spinne lebt nicht nur im Freiland, sondern auch in unseren Wohnungen, wo sie zum Beispiel mit dem Christbaum eingetragen wird. Die Fähigkeit, einen Ton zu erzeugen, ist im Spinnenreich schon ziemlich einzigartig.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt