Wetterrückblick für den Dezember 2015 und das Jahr 2015 in Querfurt
Der Dezember – extrem wie fast das ganze Jahr!

Der Dezember 2015 schlug im nun vergangenen Jahr alle Rekorde. Es war der wärmste Dezember in Deutschland seit über 130 Jahren. Der wärmste Tag bei uns war der zweite Weihnachtsfeiertag. Bei frühlingshaften Temperaturen entdeckten wir Seidelbast- und Brombeerblüten sowie auch frisch ausgetriebene Weidenkätzchen und Haselnussbüsche. Ursache für die milde Witterung waren kräftige Tiefs über dem Atlantik und das im Südwesten Europas gelegene Hoch „Brigitte“, dessen Südwestwind uns das „wärmste“ Weihnachten seit 38 Jahren bescherte. In den letzten 30 Jahren war kein Monat trockener, rund ein Viertel des normalen Niederschlags fiel nur in Querfurt. Selbst in den Bergen lag kein Schnee.
Dafür machte die Sonne Überstunden. Es gab fast keine sonst so typischen Nebel- und Hochnebelwetterlagen. Jedoch schien im Jahr 2013 die Sonne fast genauso lange.

 

Ø - Wert 2008 bis 2014

Dezember 2015

niedrigste Temperatur

-9,5 °C

-3,6 °C

mittlere Temperatur

1,4 °C

7,0 °C

höchste Temperatur

10,6 °C

15,3 °C

Gesamtdauer Sonnenschein

43,9 h

70,1 h

Gesamtregenmenge

38,9 mm

11,8 mm


Das Jahr 2015 war insgesamt genauso extrem wie der Dezember. Wettertechnisch hatte es viel zu bieten. Es gab Hitzerekorde schon im Juni, einen „Sommertornado“ am 7. Juli, einen kurzzeitigen Wintereinbruch am 14. Oktober und einen frühlingsähnlichen Dezember. Die Sonnenscheindauer war mit insgesamt 2063,3 Stunden sehr hoch. Doch wurde sie im Jahr 2011 um 170 Stunden übertroffen.
Mit Hilfe des Jahres- und Klimadiagramms können Sie recht gut Vergleiche anstellen. Wir sind nun gespannt, was das neue Wetterjahr 2016 für uns bereithält.
Natürlich darf auch nicht ein Tier oder eine Pflanze des Jahres in unserem Artikel fehlen. In diesem Monat möchten wir Ihnen das Gemüse des vergangenen Jahres vorstellen, das scharf oder sehr scharf sein kann - Chili.
Es gibt über 2000 Paprika und Chili-Sorten, die aus nur fünf Arten gezüchtet wurden, welche schon vor 9.000 Jahren bekannt waren. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff Chili für die scharfen roten Schoten verwendet. Sie gehören jedoch zur Gattung der Paprika und zu den Nachtschattengewächsen. Weil es so viele Sorten und so viele Schärfegrade gibt, lohnt es sich, etwas mehr über dieses Gemüse zu erfahren.
Chilipflanzen werden maximal 1,50 Meter hoch und besitzen längliche Blätter. Die Blüte ist weiß bis violett und glockenförmig. Für die Schärfe ist das Alkaloid Capsaicin verantwortlich. Die Schärfe von Paprikafrüchten kann mit Hilfe der Scoville-Skala gemessen werden. Die klassische Paprika hat den Grad null, die extrem scharfen Habanero-Chilis kommen auf bis zu 350.000 Scoville-Schärfe-Einheiten (SHU), welche den Gaumen ziemlich betäuben. Dafür reicht schon ein wenige Millimeter dickes Scheibchen.
Ursprünglich kommen die Paprikasorten aus Mittel- und Südamerika, wo sie in tropischen und gemäßigten Zonen angebaut werden. Geeignet dafür sind Gewächshäuser und um eine ununterbrochene Ernte zu gewährleisten, wird die Paprikakultur in mehreren Sätzen (Pflanzterminen) gepflanzt. In den Wintermonaten gibt es in Deutschland ergänzende Lieferungen aus Israel und Ägypten, wenn die Erntemengen in den Niederlanden und Spanien nicht ausreichen.
Bereits amerikanische Ureinwohner nutzen die Paprika als Heilmittel. Die Pflanze hilft gegen Zahnschmerzen, Migräne sowie Durchblutungsstörungen und Herzinfarkte. Sie ist ein gutes Mittel gegen Arthrose und Rheuma (Wärmepflaster). Capsaicin soll sogar entzündungs- und krebshemmend sein, was an Mäusen nachgewiesen wurde. Außerdem enthält sie wenig Kalorien und dafür viele Vitamine, was beim Abnehmen hilft.
In der mexikanischen Küche werden viele Saucen aus Tomate, Chili, Knoblauch, Zwiebeln und anderen Gewürzen hergestellt. Den Schärfegrad kann jeder selbst bestimmen. Chili kann man nicht nur als Gemüse, sondern auch in Pulverform kaufen. Bei Cayennepfeffer, der aus getrockneten und gemahlenen Chilis der Sorte Cayenne besteht, liegt die Schärfe bei bis zu 50.000 Scoville-Einheiten.
Vielleicht hilft Ihnen Chili für ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2016. Wir wünschen es Ihnen.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt