Wetterrückblick für den März 2016 in Querfurt
Die Winterlinde und wir warten auf den Frühling

Am 1. März begann der meteorologische Frühling gleich mit einem Kaltstart. Zu Beginn des Monats war es nasskalt, aber der letzte Schnee aus dem Vormonat taute in der Sonne. Die folgenden Tiefdruckgebiete „Aloisia“ und „Bianca“ brachten wechselhaftes Wetter und zum Ende der ersten Märzwoche stieg langsam der Luftdruck. Das bedeutete, dass ein Hochdruckgebiet an Einfluss gewann. „Joachim“ lag im Nordosten Europas und brachte mit seinem kalten Wind aus dem Norden zwar Sonne, aber auch Frost am Morgen. Über eine Woche herrschte nun meist trockenes und oft sonniges Wetter bei verhaltenen Temperaturen. Zum Monatsende brachten die folgenden atlantischen Tiefdruckgebiete allmählich etwas wärmere Luft, aber auch einige Niederschläge. Unsere Wetterstation hat vom 24. bis 29. sowie am 31. März keine Niederschläge aufgezeichnet. Zum Glück haben wir das Wetter beobachtet und wissen, dass es am Freitag, den 25. den ganzen Tag geregnet hat, auch am folgenden Sonntag fiel Niederschlag und am Donnerstag (31. März) regnete es ab 11 Uhr durchgängig. Wegen der fehlenden Auswertung der Regenmenge von Querfurt bieten wir Ihnen als Vergleich die Werte der Klimastation Mücheln, die sich auf der Halbinsel im Geiseltalsee befindet. Außerdem haben wir unser Wetterdiagramm mit den Werten der Wetterstation Querfurt-Mühle Lodersleben ergänzt. Trotz der Nähe zu Querfurt ergeben sich Unterschiede, z.B. ergab die Messung am 30.3. in Querfurt 1,2 mm Regen und in Lodersleben dagegen 3,9 mm.
Für Sachsen-Anhalt wurden eine Durchschnittstemperatur von 4,5 °C, eine Niederschlagsmenge von 40 l/m² und eine Sonnenscheindauer von knapp 95 Stunden im März 2016 gemessen.

 

Ø - Wert 2009 bis 2015

März 2016

Mücheln - März 2016

niedrigste Temperatur

-6,3 °C

-3,6 °C

-1,8 °C

mittlere Temperatur

4,9 °C

4,5 °C

4,5 °C

höchste Temperatur

18,2 °C

15,6 °C

16,1 °C

Gesamtdauer Sonnenschein

166,3 h

108,9 h

108,1 h

Gesamtregenmenge

26,2 mm

(21,3 mm)

34 mm


So richtig schönes Frühlingswetter stellte sich März 2016 leider nicht ein. In der Natur wurde es noch nicht viel grüner, dafür aber immer lauter. Nun zwitschern die Vögel um die Wette und auch die Bodenbewohner sind aktiv.
Diesen Monat möchten wir Ihnen den Laubbaum des Jahres 2016 vorstellen, die Winterlinde. Der Baum ist in Europa weit verbreitet und in Deutschland einer der am häufigsten vorkommenden Bäume in Stadt und Land. Hier findet man ihn vorwiegend in den Mittelgebirgen und seltener im nördlichen Tiefland.
Woran kann man den Baum nun erkennen? Jeder hat bestimmt schon mal von den beiden Schwestern Sommerlinde und Winterlinde gehört. Nur 25 Meter hoch kann die Winterlinde werden, eine Sommerlinde sogar bis zu 40 Metern. Die Rinde ist bei jungen Bäumen glatt und grau, später sieht sie dann braungrau aus. Die Laubblätter stehen im Wechsel am Blattstiel und haben einen gezähnten Blattrand. Der Umriss der Blattfläche ist bei der Sommerlinde am Grund herzförmig und endet in einer sehr kurzen, schlanken Spitze. Kreisrund ist der Umriss der Winterlinde. Die Blattoberseite ist dunkelgrün und glänzt, während die Unterseite blaugrün erscheint. Im Juni bis Juli fängt der Baum an zu blühen, was sich in weißen Blüten zeigt und an einem süßen Honigduft zu erkennen ist. Nach den Sommermonaten wachsen kugelige, anfangs pelzig behaarte und später kahle Kapselfrüchte an den Zweigen.
Das Holz wird hauptsächlich in der Bildhauerei, Schnitzerei und Drechslerei verwendet. Somit verwundert es nicht, dass die meisten Altar- und Wandfiguren in Kirchen aus Lindenholz gemacht sind. Die leuchtendgelbe Herbstfärbung dient als Schmuck in Parks und Gärten und spielt in der Imkerei weniger eine Rolle, denn hier ist der Baum aufgrund seines Zuckergehalts im Nektar von bis zu 70 % sehr geschätzt. Dort bedanken sich die Bienen für die gute Nektarquelle mit viel Honig. Es sind Erträge von bis zu 2,5 kg je Baum und Blühsaison möglich. Die Baumkrone ist außerdem ein beliebter Lebensraum für Pilze, Misteln und Vögel. In der Naturheilkunde werden Lindenblüten für Lindenblütenhonig, aber auch Lindenblütentee und -umschläge verwendet. Die Bedeutung von Linden wird klar, wenn man bedenkt, dass in Deutschland mit über 1.000 Nennungen Gasthöfe den Namen „zur Linde“ tragen. Sogar in der Nähe von Querfurt in Bad Lauchstädt gibt es den „Lindenhof“ als örtliches Hotel.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt