Wetterrückblick für den April 2016 in Querfurt
April, der weiß nicht, was er will!

Erst warm, dann kühl – insgesamt zeigte sich ein typischer April. In den letzten Jahren war dieser Monat meist deutlich zu warm, wodurch er dieses Jahr für viele zu kalt schien. Dennoch präsentierte sich Sachsen-Anhalt im Vergleich zu den anderen Bundesländern als zweitwärmstes und sonnenreichstes Bundesland. Nach einem sehr warmen und freundlichen Monatsauftakt, den uns das Hoch „Leo“ brachte, zeigte sich der April launisch und zum Ende sogar spätwinterlich.
In der ersten Aprilwoche stellte sich zwar leicht wechselhaftes, aber freundliches Wetter ein, wobei das Temperaturniveau im angenehmen und für die Jahreszeit überdurchschnittlichen Bereich blieb. Das änderte sich ab der zweiten Aprilwoche schnell. Hier zeigte sich ein Kampf zwischen Hoch „Muck“ und den Tiefs „Luana“, „Myrna“, „Ninotschka“ und „Ortrun“, was uns wechselhaftes Wetter mit Sonne und Wolken und kühlem Westwind brachte. Meist blieb es aber trocken mit nur kurzen Schauern. Ab Mitte des Monats kamen kühlere Temperaturen mit teils lang anhaltenden Regenschauern. In der letzten Aprildekade sorgte ein markanter Luftmassenwechsel für einen drastischen Wetterumschwung. So rauschte mit einer nördlichen Strömung arktische Kaltluft (Tiefs „Roswitha“, „Stefanie“, „Theres“) zu uns, die „apriltypisches“ Wetter mit Durchschnittstemperaturen zum Teil unter 5°C brachte. Damit verbunden zeigte sich nächtlicher Bodenfrost, Hagel und Schnee. Die letzten Apriltage weckten richtige Vollfrühlingsgefühle mit warmen Luftmassen (Tief „Viola“ und Hoch „Oliver“) und so konnte nun endlich die Winterjacke zu Hause bleiben.
Für Sachsen-Anhalt wurden eine Durchschnittstemperatur von 8,5 °C, eine Niederschlagsmenge von 25 l/m² und eine Sonnenscheindauer von knapp 185 Stunden im April 2016 gemessen.

 

Ø - Wert 2009 bis 2015

April 2016

niedrigste Temperatur

-1,2 °C

-0,8 °C

mittlere Temperatur

10,3 °C

8,5 °C

höchste Temperatur

24,9 °C

21,7 °C

Gesamtdauer Sonnenschein

223,9 h

206,2 h

Gesamtregenmenge

27,36 mm

31,7 mm

Die Schlüsselblume weiß, was sie will, denn sie gilt als Frühlingsbote! Daher möchten wir Ihnen diesen Monat diese Pflanze vorstellen. Die Wiesen- oder echte Schlüsselblume (Primula veris), wobei Primula „die erste“ und veris „Frühling“ bedeutet, ist von Ostasien bis Westeuropa verbreitet, aber im Mittelmeerraum und Skandinavien kommt sie nicht vor. Sie bevorzugt kalkhaltige Böden in lichten Wäldern, Wiesen, Böschungen und Wegrändern. Im Norden ist sie eher selten zu sehen, im Süden Deutschlands aber vielfach vorhanden.
Auch im April konnte man das gelb der Wiesen-Schlüsselblume mancherorts entdecken. Die Staude erreicht eine Höhe von 20 Zentimetern und blüht von März bis Mai mit ihren sattgelben Blüten, die zu mehreren eng beieinander an einem Stiel stehen. Ihre Anordnung erinnert an einen Schlüsselbund, wodurch der Name recht zutreffend ist.
Schon im Mittelalter war die Heilwirkung der Schlüsselblumen bekannt. Man nahm sie bei Gicht, Gliederschmerzen, Ohnmacht, zur Herzstärkung und Wundbehandlung. Damit gilt sie als Heilpflanze.
Sie wird unter anderem zur Bekämpfung von Bronchitis und Erkältungskrankheiten mit festsitzendem Husten verwendet. Gleichzeitig entlastet sie den Kreislauf durch verstärkte Wasserausscheidung.
Die Wiesenschlüsselblume gilt in Sachsen-Anhalt als ungefährdet. In Berlin (einziges Bundesland) ist sie vom Aussterben bedroht. Verantwortlich für eine Gefährdung sind die Intensivierung von Nutzflächen, Düngung und Flächenversiegelungen. Eine Gefährdung ist in den nördlichen Bundesländern besonders stark, da dort kalkhaltiger Boden selten vorkommt.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt