Wetterrückblick für den März 2018 in Querfurt
Kalt, aber sonnenreich!

Anfang März war das Wetter in Querfurt und Umgebung sehr kalt und größtenteils trocken. Dies lag an den kalten östlichen Strömungen, wohingegen Atlantische Tiefdruckgebiete wie „Verena“ und „Wiebke“ aus dem Westen die Region kaum erreichten. Danach folgten zu Beginn des zweiten Drittels des Monats März kurzzeitige frühlingshafte Temperaturen, die jedoch von einem aus der Arktis nach Süden wandernden Hochdruckgebiet „Irenäus“ mit eisigen Temperaturen abermals zu winterlichen Verhältnissen in Querfurt führte.
Das letzte Monatsdrittel war durch die Tiefdruckgebiete „Elisabeth“, „Gabi“ und „Franziska“ von milderen Temperaturen und einigen Niederschlägen geprägt.
Der März 2018 war mit seinen zirka 130 Stunden Sonnenschein laut Deutschen Wetterdienst abermals ein sehr sonnenscheinreicher Monat in Sachsen-Anhalt.
Mit Hilfe der Daten in der Tabelle erkennen Sie, dass es in Querfurt im dritten Monat des Jahres 2018 im Vergleich zu dem Zeitraum 2009-2017 sehr kalt geworden ist. Es war deutlich kälter und die Gesamtregenmenge lag über dem Durchschnittswert von 2009 bis 2017.

                                   

Ø - Wert 2009 bis 2017

März 2018

niedrigste Temperatur

-5,6 °C

-12,9  °C

mittlere Temperatur

5,2 °C

2,3 °C

höchste Temperatur

18,6 °C

18 °C

Gesamtdauer Sonnenschein

160 h

146 h

Gesamtregenmenge

25,1 mm

45,5 mm


Das kalte Wetter hat der Wildbiene des Jahres, der „Gelbbindigen Furchenbiene“ (Halictus scabiosae) sicher nicht gefallen. Wie der Name schon sagt, hat die Biene markante ockergelbe Querstreifen am Hinterleib und ist wesentlich schlanker als andere Bienenarten. Die Männchen sind etwas kleiner als die Weibchen, schlanker und tragen sehr lange schwarze Fühler.
Ursprünglich lag der Verbreitungsschwerpunkt im mediterranen Mittelmeerraum, da die Biene trockene und warme Räume bevorzugt. Durch den zunehmenden Klimawandel ist sie in den 90er Jahren bis nach Süddeutschland vorgedrungen (Baden-Württemberg, Oberrhein) und seit einiger Zeit kann man sie auch in den Mittelgebirgslagen beobachten. Damit gilt die Biene als Indikator für das zunehmend warme und trockene Klima in Deutschland.
Gelbbindige Furchenbienen sind von April bis weit in den September hinein, vor allem an Korbblütlern wie Flockenblumen oder dem Ferkelkraut, zu beobachten. Auffallend ist ihre Vorliebe für Disteln in blütenreichen Gärten oder an hellen Waldsäumen sowie Sandgruben und Ruderalflächen.
Besonders ist die Teamarbeit während der Fortpflanzungszeit. Während die meisten Wildbienenweibchen ihr Nest alleine versorgen, überwintern bei den Gelbbindigen Furchenbienen mehrere begattete Weibchen in ihrem Geburtsnest. Im Frühling übernimmt dann das größte Tier die Funktion der Königin und bildet eine Gemeinschaft mit den anderen Bienen. Die Königin bleibt im Erdnest, bewacht dessen Eingang und legt als einziges Weibchen Eier. Die übrigen Weibchen sammeln als Arbeiterinnen Pollen und Nektar. In der Zeit vor dem Schlupf der Jungbienen vertreibt die Königin alle anderen Bienen der Gemeinschaft. Sie graben dann selbst Gänge in Erde, um Nachwuchs zu bekommen.
Momentan gilt die Wildbiene des Jahres 2018 als nicht gefährdet, aber sie wird es in den nächsten Jahren immer schwerer haben, genügend Nahrung zu finden. Dafür ist der Rückgang von Blütenpflanzen auf Agrarflächen sowie das Anlegen von Siedlungsflächen schuld. Wir alle können zum Erhalt von Bienen beitragen, indem wir blumenreiche Wiesen und Wegränder mit heimischen Wildpflanzen erhalten.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt