Wetterrückblick für April 2018 in Querfurt
Der Monat der Superlative - Hitze, Sonne, Trockenheit und Froschkonzerte!

Die Hochdruckgebiete „Leo, Martin, Norbert, Onni und Peter“ über Mitteleuropa und Skandinavien hielten im April die Tiefausläufer „Hypatia, Isabeau, Joi und Kathrin“ in der Regel fern von Deutschland. Daher herrschten bereits zu Beginn des Monats April zumeist frühlingshafte und ab der zweiten Monatshälfte sogar schon sommerliche Temperaturen.
Laut DWD (Deutscher Wetterdienst) war dieser Monat für Deutschland der insgesamt wärmste April seit Beginn der kontinuierlichen Wetteraufzeichnungen im Jahre 1881! Sachsen-Anhalt war gemeinsam mit Sachsen und Brandenburg das zweitwärmste Bundesland Deutschlands!
Danach entwickelten sich mit höheren Temperaturen jedoch gebietsweise Gewitter mit Regen und Sturmböen.
Dennoch ist der April in Querfurt insgesamt eher trocken ausgefallen, welches die Spaziergänger in den Wald der Umgebung lockte, um Pilze zum Beispiel im Ziegelrodaer Forst zu sammeln. Zudem konnte man zahlreiche Radfahrer beobachten und Menschen, die sich ein Eis bei sommerlichen Temperaturen gönnten. Erst in den frühen Abendstunden hörte man an kleinen Teichen oft Froschkonzerte, denn tagsüber mussten sich die Frösche im trockenen April in ihren feuchten Unterschlüpfen verstecken.
Insgesamt wurde für Sachsen-Anhalt eine Mitteltemperatur von 13,0 °C, eine Niederschlagsmenge von rund 35 l/m² sowie eine Sonnenscheindauer von 245 Stunden vom DWD registriert.
Mit Hilfe der Daten in der Tabelle erkennen Sie, dass es in Querfurt im Vergleich zu dem Zeitraum 2009-2017 wärmer gewesen ist. Die Gesamtregenmenge lag unter dem Durchschnittswert von 2009 bis 2017, wohingegen die Anzahl der Sonnenscheinstunden immens darüber lag.

 

Ø - Wert 2009 bis 2017

April 2018

niedrigste Temperatur

-1,2° C

8 °C

mittlere Temperatur

9,8 °C

13 °C

höchste Temperatur

24,2 °C

26,8 °C

Gesamtdauer Sonnenschein

216 h

250,6 h

Gesamtregenmenge

26,37 mm

18,8 mm


An den abendlichen Froschkonzerten beteiligte sich mancherorts sicher auch der Grasfrosch (Rana temporaria). Er lebt bevorzugt in kleinen Teichen und Weihern, an denen die Frösche ablaichen und auch überwintern. Die Männchen locken die Weibchen mit einem Knurren an, danach werden meist im März bis April in bis zu drei Nächten bis 4000 Eier als Laichballen abgelegt, die sich häufig auf bestimmte Gewässerbereiche konzentrieren, so dass Laichballenansammlungen von mehreren Quadratmetern Größe entstehen können. Der sommerliche April schaffte beste Voraussetzungen für die Entwicklung der Jungfrösche, die etwa im Juni ihr Gewässer verlassen.
An Land bevorzugt der Grasfrosch in Deutschland Wälder, Gärten oder Gebüsche von der Nord- und Ostseeküste bis zu den Alpen. Als häufigste Amphibienart ist er in großen Teilen Europas von der Iberischer Halbinsel bis Sibirien zu finden.
Sie erkennen ihn an seiner gelb-, rot- bis schwarzbraunen Färbung. Die Oberseite hat größere Flecken, die mitunter die Grundfarbe fast verdecken können. Auffällig ist der dunkelbraune Fleck am Trommelfell, der fast so groß wie das Auge ist. Die helle Unterseite ist beim Weibchen gefleckt, beim Männchen meist einfarbig. Mit seinen langen kräftigen Sprungbeinen und kurzen Vorderbeinen kann er auf Beutejagd bis zu einem Meter nach Insekten, Spinnen, Asseln oder Fliegen springen. Dabei muss er aufpassen, dass er nicht von Reihern, Ringelnattern, Füchsen oder Störchen verspeist wird. Sogar Singvögel wie Amseln oder Rotkehlchen fressen junge Grasfrösche.
Anfang November suchen die Frösche frostsichere Winterquartiere wie Erdlöcher oder den Gewässergrund auf.
Der Grasfrosch gilt als „besonders geschützt“ nach dem Bundesnaturschutzgesetz und der Bundesartenschutzverordnung. Er darf also nicht gefangen, verletzt oder getötet werden. Grund dafür ist die zunehmende Beeinträchtigung von Gewässern durch Eintrag von Müll, Dünger oder Umweltgiften. Viele Frösche werden aber auch von Autos überfahren, wenn sie vom Winterquartier zum Laichgewässer wandern.

AG Klimaforscher des Gymnasiums Querfurt