Wetterrückblick für den Dezember 2018 und das Jahr 2018 in Querfurt
Ob die Wildkatze grüne Weihnachten mag?

Der Dezember 2018 bestätigte das Bild der vorhergehenden Monate – es war eindeutig zu warm!
Enttäuschend waren die Dezembermonate der letzten Jahre für viele Winterliebhaber in Deutschland. Durchweg waren die ersten Wintermonate zu warm. Im Dezember 2015 wurde sogar ein neuer Temperaturrekord verzeichnet. Daher sind nicht nur viele Winterbegeisterte, sondern auch zahlreiche Querfurter frustriert, denn gerade um Weihnachten herum, erwartet man zumindest ein wenig Schnee. Leider konnten wir uns auch in diesem Jahr nicht über weiße Weihnachten freuen.
Bei durchschnittlich 4,6°C war Sachsen-Anhalt mit 52 l/m² ein eher niederschlagsarmes Bundesland. Die Sonne schien gut 30 Stunden im Durchschnitt im Dezember in Sachsen-Anhalt.

 

Ø - Wert 2008 bis 2017

Dezember 2018

niedrigste Temperatur

-8,3 °C

-2,4 °C

mittlere Temperatur

2,2 °C

4,4 °C

höchste Temperatur

11,4 °C

13,5 °C

Gesamtdauer Sonnenschein

51,8 h

35,2 h

Gesamtregenmenge

32,5 mm

52 mm


Insgesamt war das Jahr 2018 in Deutschland außergewöhnlich und brach zahlreiche Rekorde, denn es war das wärmste, sonnigste und zugleich niederschlagsärmste Jahr seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen. Damit stand es ganz im Zeichen des Klimawandels.
Laut der Bilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war Sachsen-Anhalt mit durchschnittlich 10,9 °C etwas wärmer als das Rekordjahr 2014 und mit 2110 Stunden Sonnenschein um 100 Stunden sonniger als 2003. In Querfurt schien sogar 2184 Stunden die Sonne. Zugleich war es mit nur 360 l/m2 das trockenste aller Bundesländer, leider fielen in Querfurt sogar nur 279,5 l/m2.
Mit Hilfe der Wetterdiagramme können Sie recht gut Vergleiche anstellen. Wir sind nun gespannt, was das neue Wetterjahr 2019 für uns bereithält.
Natürlich darf auch nicht ein Tier oder eine Pflanze des Jahres in unserem Artikel fehlen. Diesen Monat möchten wir Ihnen das Wildtier des Jahres 2018, die Wildkatze (Felis silvestris), vorstellen.
Sie ist ein ungemein scheues Wildtier in unseren Wäldern. Begegnungen mit Menschen kommen kaum vor. Die Wildkatze kommt in verschiedenen Unterarten in Europa, West- und Zentralasien, Indien und Afrika vor. Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris) wird aufgrund ihres Lebensraumes, große Laub- und Mischwälder, auch als Waldkatze bezeichnet. Stammform der Hauskatzen ist sie aber nicht, sondern die afrikanische Wildkatze. Diese auch als Falbkatze bekannte Unterart zeigt schon als Wildtier eine höhere Affinität zum Menschen. Von den Römern wurden diese leichter zähmbaren Katzen dann nach Nordeuropa gebracht. Haus- und Wildkatze ähneln sich äußerlich sehr. Die Europäische Wildkatze ist allerdings leicht größer. Zu erkennen sind Wildkatzen an ihrem kürzeren Schwanz, der an der dicken Schwanzspitze schwarz gefärbt ist und zwei bis drei schwarze Ringel trägt. Die Tasthaare sind immer weiß.
Die nachtaktiven Wildtiere jagen kleine Nagetiere, Amphibien und Reptilien wie Eidechsen und Frösche, aber auch Insekten und Kleinvögel. Europäische Wildkatzen schleichen als Einzelgänger durch die Wälder. Nur zu Paarungszeit von Januar bis März finden sie sich kurzzeitig zusammen. Zwischen März und Frühsommer erfolgt die Geburt von zwei bis maximal sechs Jungtieren. Als Nesthocker werden sie bis zu fünf Monate vom Muttertier umsorgt, bis sie selbstständig sind. Die Jungensterblichkeit ist sehr hoch. Von einem Wurf schafft es vermutlich nur ein Tier, das Erwachsenenalter zu erreichen. In freier Wildbahn haben sie dann eine Lebenserwartung von sieben bis zehn Jahren.
Die Europäische Wildkatze ist in Deutschland stark gefährdet. Natürliche Fressfeinde stellen Luchs und Wolf dar. Raubvögel und auch Füchse erbeuten Jungtiere.
Eine Bedrohung stellt auch die Industrielandschaft dar, weil es immer weniger naturnahe Landschaften gibt. So wird die Europäische Wildkatze in kleine Restlebensräume zurückgedrängt. Eine weitere Gefahr für die Wildtiere sind streunende, verwilderte Hauskatzen. Zum einen können Haustierkrankheiten auf die Wildtierpopulation übertragen werden, zum anderen kann es durch vereinzelte Paarungen zur Hybridisierung kommen. Trotz dieser Gefährdungen haben sich die Wildkatzen in den letzten Jahren in ihrem Bestand erholt. Nach Schätzungen von Wildtierexperten könnte es derzeit in Deutschland wieder einige tausend Individuen geben.

Die AG „Klimaforscher“ des Gymnasiums Querfurt wünscht Ihnen alles Gute für das Jahr 2019!